<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom"> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" /> <author> <name>Sanitäts-Online.de</name> </author> <title>Blog / Atom Feed</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber?sRss=1</id> <updated>2026-08-04T12:28:31+02:00</updated> <entry> <title type="text">Der große Pflegegrad Ratgeber</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Wer einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt, wird einem bestimmten Pflegegrad zugeordnet. Das ermöglicht, dass jedem Pflegebedürftigen die passenden Pflegeleistungen zukommen. Alles zum Thema Pflegegrad erfahren Sie in diesem Pflegeratgeber. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Pflegestufen heißen jetzt Pflegegrade Pflegegrade im Überblick Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5 Unterlagen, Fristen und Ablauf: Wichtige Informationen zum Pflegeantrag Emittlung des Pflegegrads Beispiel: Punktbewertung im Modul “Selbstversorgung” Höheren Pflegegrad beantragen: So geht&#039;s Widerspruch gegen Entscheid der Pflegekasse &amp;nbsp; Wer aufgrund körperlicher, geistiger und/oder psychischer Beeinträchtigungen auf Unterstützung angewiesen ist, kann einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen. Die Einstufung in sog. Pflegegrade dient dazu, den Umfang der Einschränkungen und der deswegen benötigten Pflegeleistungen zu erfassen. Welche Pflegeleistungen gibt es? Die Höhe der finanziellen Zuschüsse und der damit finanzierbaren Leistungen richtet sich danach, wie stark die Selbstständigkeit bzw. die Fähigkeiten der jeweiligen Person beeinträchtigt sind. Der Umfang der Leistungen ist nach sog. Pflegegraden von 1 bis 5 gestaffelt. Welche Pflegegrade werden unterschieden? Die Pflegegrade werden in Pflegegrad 1 bis 5 unterteilt und ersetzen die Pflegestufen. Wie kann man Pflegeleistungen beantragen? Der Antrag auf Pflegeleistungen wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt. Daraufhin erhält man den Bescheid, der angibt, ob und ggf. welcher Pflegegrad bewilligt wird. Wie wird der Pflegegrad festgelegt? Zur Einstufung des Pflegegrads veranlasst die Pflegekasse eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst. Bei einem Hausbesuch wird der Gutachter den Grad der Einschränkung nach einem Punktesystem mit 6 Modulen bewerten. Wie kann ein höherer Pflegegrad beantragt werden? Wenn der Pflege- bzw. Unterstützungsbedarf im Verlauf der Zeit zunimmt, können Sie mit einem Verschlimmerungs- bzw. Verschlechterungsantrag oder auch Höherstufungsantrag einen höheren Pflegegrad beantragen. Was, wenn die Pflegekasse irrt? Wer mit dem Bescheid der Pflegekasse nicht einverstanden ist, hat die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen oder im zweiten Schritt auch eine Klage vor dem Sozialgericht anzustrengen. &amp;nbsp; All diese Fragen werden im folgenden Text ausführlich besprochen. Dazu erfahren Sie auch, wie sich die Pflegegrade zu den früher üblichen Pflegestufen verhalten oder was zu tun ist, wenn der Pflegebedarf mit der Zeit zunimmt. Laden sich unser kostenloses PDF zum Pflegegrad herunter , in dem wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengestellt haben. Jetzt downloaden &amp;nbsp; Die ehemaligen Pflegestufen wurden durch Grade ersetzt Wenn es um das Thema Pflegebedürftigkeit geht, hört und liest man vielerorts noch von “Pflegestufen”. Dabei handelt es sich jedoch um einen veralteten Begriff: Bis 2017 gab es ein System mit drei Pflegestufen, heute dagegen wird die Pflegebedürftigkeit in fünf Pflegegraden angegeben. Wie sich die alten Pflegestufen zu den heutigen Pflegegraden verhalten, zeigt die folgende Tabelle: alt neu Pflegestufe 0 Pflegegrad 1 Pflegestufe 1 Pflegegrad 2 Pflegestufe 2 Pflegegrad 3 Pflegestufe 3 Pflegegrad 4 Pflegestufe 3 Härtefall Pflegegrad 5 Die einzelnen Pflegegrade im Überblick Wie stark die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten einer Person beeinträchtigt sind, wird von der Pflegekasse mit einem fünfstufigen System angegeben: Pflegegrad 1 entspricht dem geringsten Unterstützungsbedarf, Pflegegrad 5 dem höchsten Unterstützungsbedarf und damit auch den umfangreichsten Pflegeleistungen. &amp;nbsp; &amp;nbsp; Teilen Sie diese Infografik auf Ihrer Webseite! &amp;nbsp; Pflegegrad 1 (ehemals Pflegestufe 0): Nur Pauschalleistungen enthalten Der Pflegegrad 1 steht für eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit : Im Punktesystem der Begutachtung entspricht dies einem Wert von 12,5 bis unter 27 Punkten. Mit Anerkennung eines Pflegegrads haben Sie auch die Möglichkeit, erforderliche Hilfsmittel, die Einschränkungen ausgleichen oder deren Folgen abmildern , bei der Pflegekasse zu beantragen. Ein typisches Beispiel hierfür sind Gehhilfen wie Gehstöcke oder Rollatoren . Alle wichtigen Informationen zum Pflegegrad 1 haben wir Ihnen in unserem Beitrag zusammengestellt. Pflegegrad 2 (ehemals Pflegestufe 1): Pflegebedürftige, die im Alltag stets auf Hilfe angewiesen sind Pflegegrad 2 bedeutet, dass eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorliegt, so dass eine stete Unterstützung im Alltag erforderlich ist. Auf der Punkteskala des Gutachters entspricht dies einem Wert von 27 bis unter 47,5 Punkten. Worauf Sie bei Bewilligung des Pflegegrad 2 Anspruch haben, haben wir für Sie in unserem Beitrag zum Thema zusammengefasst. Pflegegrad 3 (ehemals Pflegestufe 2): Welche Leistungen gibt es? Bei Pflegegrad 3 liegt eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor, was einem Wert von 47,5 bis unter 70 Punkten auf der Gutachterskala entspricht. Hier ist stete und umfangreichere Unterstützung im Alltag erforderlich. Welche Leistungen Ihnen mit dem Pflegegrad 3 zustehen, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema. Pflegegrad 4 (ehemals Pflegestufe 3): Personen mit schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit Die Einstufung in Pflegegrad 4 erfolgt bei schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit , die stete und sehr umfangreiche Unterstützung erforderlich macht. Diese Pflegestufe entspricht einem Wert von 70 bis unter 90 Punkten bei der Begutachtung. Was es beim Pflegegrad 4 zu beachten gibt und auf welche Leistungen Sie Anspruch haben, erfahren Sie in unserem Beitrag. Pflegegrad 5 (ehemals Pflegestufe 3 Härtefall): Besondere Leistungen für Pflegebedürftige Wenn eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung vorliegt – das entspricht 90 bis 100 Punkten auf der Gutachterskala – wird Pflegegrad 5 bewilligt. Welche Leistungen Ihnen beim Pflegegrad 5 zustehen, haben wir Ihnen übersichtlich in unserem Beitrag zum Thema zusammengestellt. Unterlagen, Fristen und Ablauf: Wichtige Informationen zum Pflegeantrag Der Antrag auf Pflegeleistungen ist bei der Pflegekasse zu stellen. Diese beauftragt dann einen Gutachter, um den Pflegegrad der betreffenden Person zu ermitteln. Auf Grundlage des Gutachtens wird dann über die Bewilligung bzw. Ablehnung des Antrags entschieden. Beim Beantragen des Pflegegrads können Sie sich von unabhängigen Experten unterstützen lassen. Diese helfen auch weiter, wenn die Pflegekasse den Antrag auf Pflegegrad zu langsam bearbeitet und die geltenden Fristen nicht einhält. In manchen Fällen kann beim Eintreten der Pflegebedürftigkeit auch Anspruch auf Anerkennung einer Schwerbehinderung entstehen. Hier kann die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises lohnenswert sein – mehr dazu in unserem Ratgeber: Schwerbehindertenausweis. Ein formloser Brief ist ausreichend Den Antrag auf Bewilligung eines Pflegegrads sollten Sie schriftlich bei Ihrer Pflegekasse stellen. Wenn die pflegebedürftige Person dies nicht selbst tun kann, kann der Antrag von einem Bevollmächtigten bzw. Betreuer gestellt werden. Dafür genügt zunächst ein formloser Brief, der folgende Angaben enthalten muss: Name Adresse Geburtsdatum UND/ODER Versichertennummer offizielle Antragsformel: “Ich stelle einen Antrag auf Leistungen der Pflegekasse.” &amp;nbsp; Anschließend sendet Ihnen die Pflegekasse in der Regel ein Formular, auf dem sie alle erforderlichen Informationen zur weiteren Bearbeitung des Antrags abfragt. Diese betreffen insb. die gewünschten Leistungen – häusliche Pflege, ambulante Pflege durch einen Pflegedienst oder stationäre Pflege. Welche Pflegekasse ist zuständig? Die Pflegekasse ist grundsätzlich bei Ihrer Krankenversicherung angesiedelt. Ob AOK, Barmer oder TK – die richtige Adresse erfragen Sie am besten beim Kundenservice. Sie können sich auch an einen der zahlreichen Pflegestützpunkte wenden, die von den Kranken- und Pflegekassen betrieben werden. Hier erhalten Sie persönliche Unterstützung bei der Antragstellung und können sich auch hinsichtlicher der geltenden Fristen, Widerspruchsmöglichkeiten etc. beraten lassen. In diesen Fällen kann ein Eilantrag gestellt werden In der Regel steht der Pflegekasse eine Frist von 25 Werktagen zur Verfügung, um den Antrag auf Pflegeleistungen zu bearbeiten und den Bescheid zu erstellen . Daneben gibt es Sonderregelungen für eine besonders schnelle Begutachtung: binnen 5 Werktagen , wenn sich die antragstellende Person im Hospiz oder in ambulanter Palliativversorgung befindet binnen 5 Werktagen , wenn sich die antragstellende Person im Krankenhaus oder einer stationären Reha-Einrichtung befindet, um die weitere Versorgung zu gewährleisten oder die Freistellung von Pflegepersonen zu ermöglichen. binnen 10 Werktagen , wenn sich die antragstellende Person in häuslicher Obhut befindet, um die Freistellung von Pflegepersonen zu ermöglichen. 5 &amp;nbsp; Über einen Eilantrag 6 können Sie auch eine sofortige Gewähr von Pflegeleistungen erreichen – die ausführliche Begutachtung erfolgt dann erst im Nachhinein, um den vorläufig gewährten Pflegegrad zu bestätigen bzw. abzuändern. Das ist vor allem dann erforderlich, wenn die betreffende Person im Krankenhaus liegt und nach der Entlassung auf absehbare Zeit nicht allein zurecht kommen wird. Hier ist der Sozialdienst des Krankenhauses Ihr Ansprechpartner: Dieser kann eine sog. Eileinstufung über den Medizinischen Dienst erreichen und zu allen dringlichen Fragen beraten. Wie wird der Pflegegrad ermittelt? Zur Einstufung des Pflegegrads werden die Pflegebedürftigkeit und der Pflegeaufwand offiziell begutachtet, d.h. die Pflegekasse entsendet einen Pflegegutachter, der den Antragsteller persönlich aufsucht – in der eigenen Wohnung, in der Pflegeeinrichtung, im Krankenhaus oder der Reha-Einrichtung. Bei gesetzlich Versicherten übernehmen dies die Gutachter des Medizinischen Dienstes (früher: Medizinischer Dienst der Krankenversicherung, MDK), bei privat Versicherten die Gutachter von MEDICPROOF. Diese Lebensbereiche beurteilt der Pflegegutachter Bei der Begutachtung von Pflegebedürftigkeit und -aufwand werden sechs Lebensbereiche bzw. Module berücksichtigt. Dabei nutzt der Gutachter einen detaillierten Fragenkatalog und ein Punktebewertungssystem mit insgesamt 64 Kriterien. Diese 6 Module haben wir hier für Sie aufgelistet und zum besseren Verständnis mit Beispielfragen illustriert: Modul: Mobilität – Können Sie sich allein in der Wohnung bewegen, ggf. auch Treppen steigen und allein das Haus verlassen? Modul: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten – Können Sie Ihr Geburtsdatum und Ihr Alter nennen? Kennen Sie den aktuellen Wochentag und die Uhrzeit? Vergessen Sie oft wichtige Dinge? Modul: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen – Leiden Sie unter Depression? Wachen Sie nachts oft auf? – Fragen nach nächtlicher Unruhe, aggressivem Verhalten o.ä. werden auch Angehörigen bzw. Pflegekräften gestellt. Modul: Selbstversorgung – Können Sie sich allein an- und auskleiden, duschen und die Toilette aufsuchen? Brauchen Sie Hilfe beim Essen und bei der Essenszubereitung? Modul: Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder Therapiebedingten Belastungen – Welche Medikamente nehmen Sie ein? Wer sorgt für die regelmäßige Messung des Blutzuckers? Wie organisieren Sie Ihre Arzt- bzw. Therapietermine? – Auch hier werden ggf. Angehörige oder Pflegekräfte bzgl. der nötigen Unterstützung bei Terminorganisation und -begleitung befragt. Modul: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte – Wie organisieren Sie Ihren Tagesablauf? Mit wem verabreden Sie sich, welche Veranstaltungen besuchen Sie? &amp;nbsp; Apropos Veranstaltungen: Eine aktive Alltagsgestaltung ist auch und gerade für Senioren empfehlenswert, solange es die Gesundheit erlaubt. Wussten sie, dass viele Kultureinrichtungen bei Vorlage eines Rentenausweis attraktive Preisnachlässe anbieten? Hier erfahren Sie mehr über Vergünstigungen für Rentner . So werden die Lebensbereiche gewichtet Hinsichtlich der prozentualen Gewichtung hat das Modul “Selbstversorgung” den größten Einfluss auf die Einstufung des Pflegegrads, danach folgt das Modul “Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder Therapiebedingten Belastungen”. Module maximale Gewichtung Mobilität 10% Geistige und kommunikative Fähigkeiten 7,5 % Verhaltensweisen und psychische Problemlagen 7,5 % Selbstversorgung 40% Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder Therapiebedingten Belastungen 20% Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte 15% Beispiel: Punktbewertung im Modul “Selbstversorgung” Das Punktsystem soll hier am Beispiel des Moduls “Selbstversorgung” veranschaulicht werden. Hier sieht der Bewertungskatalog zehn Fragen vor: Waschen des vorderen Oberkörpers Körperpflege im Bereich des Kopfes, d.h. Kämmen, Zahn/Prothesenpflege, Rasieren Waschen des Intimbereichs Duschen und Baden, inkl. Haarewaschen An- &amp;amp; Auskleiden des Unterkörpers An- &amp;amp; Auskleiden des Oberkörpers Zubereitung von Nahrung, Eingießen von Getränken Essen Trinken Benutzung von Toilette oder Toilettenstuhl &amp;nbsp; Für jede Frage des Moduls werden Punkte vergeben, die dem Umfang der benötigten Hilfe entsprechen. So bspw. für Frage 1, das Waschen des vorderen Oberkörpers: 0 Punkte – selbstständig , d.h. die Person kann sich den vorderen Oberkörper ohne fremde Hilfe waschen 1 Punkt – größtenteils selbstständig , d.h. die Person braucht etwas Unterstützung, bspw. beim Bereitstellen von Waschlappen &amp;amp; Seife, beim Einlassen von Wasser und bei schwer erreichbaren Stellen an Achseln und Brust 2 Punkte – größtenteils unselbstständig , d.h. die Person kann beim Waschen nur unterstützend mithelfen 3 Punkte – unselbstständig , d.h. die Person benötigt bei allen Schritten Unterstützung und kann nicht mithelfen &amp;nbsp; Die Punktbewertung ist dabei nicht bei allen Fragen gleich . Deutlich mehr Punkte gibt es bspw. für Frage 8 zum Unterstützungsbedarf beim Essen: 0 Punkte – selbstständig , d.h. die Person kann alles selbstständig essen kann, auch Suppe 3 Punkte – überwiegend selbstständig , d.h. die Person benötigt punktuell Unterstützung, wenn bspw. die Gabel aus der Hand rutscht oder sie abgelenkt wird und das Weiteressen vergisst 6 Punkte – überwiegend unselbstständig , die Person braucht ständige Betreuung beim Essen, ggf. auch wegen häufigem Verschlucken und der damit einhergehenden Aspirationsgefahr 9 Punkte – unselbstständig , d.h. die Person kann (fast) nicht allein essen &amp;nbsp; Wenn alle 10 Fragen für das Modul “Selbstversorgung” abgeklärt sind, werden die vergebenen Punktwerte je Frage summiert. Die Summe der Modulpunkte geht dann, gemäß der Gewichtung, wie folgt in die Gesamtwertung ein: Modulpunkte im Modul “Selbstversorgung” gewichtete Punkte in der Gesamtbeurteilung 0-2 0 3-7 10 8-18 20 19-36 30 37-54 40 Nach Abklärung aller 6 Module werden die gewichteten Punkte aller Module aufsummiert, um den Pflegegrad zu ermitteln : Gesamtpunktzahl Pflegegrad 12,5 – 27 Pflegegrad 1 27 – 47,5 Pflegegrad 2 47,5 – 70 Pflegegrad 3 70 – 90 Pflegegrad 4 90 – 100 Pflegegrad 5 Tipps für die Vorbereitung auf die Begutachtung Um die Begutachtung zu ermöglichen, wird der Gutachter mit Ihnen in Kontakt treten und einen Termin vereinbaren – unangekündigte Besuche gibt es nicht ! Mit etwas Vorbereitung können Sie dazu beitragen, dass der Gutachter alle erforderlichen Informationen erhält, keine Fehleinschätzung erfolgt und nichts übersehen oder vergessen wird: Gesprächsvorbereitung – Der Gutachter wird verschiedene Fragen stellen, um den Pflegegrad korrekt einzuschätzen. Gehen Sie vorbereitend die oben genannten Lebensbereiche durch und notieren Sie sich, was Sie dazu sagen möchten – in der Aufregung des Begutachtungstermins fällt einem oftmals nicht alles Wichtige sofort ein! Gesprächsbegleitung – Angehörige und/oder Betreuungspersonal dürfen und sollten bei dem Termin zugegen sein. Deren Ergänzungen zu den Angaben der pflegebedürftigen Person sind besonders wichtig, wenn bspw. aus Scham verfälschte Angaben gemacht werden oder Demenz zu einer falschen Selbsteinschätzung führt. Pflegetagebuch – Dokumentieren Sie den täglichen Pflege- und Betreuungsaufwand im Verlauf einer Woche. Wenn bereits ein ambulanter Pflegedienst engagiert ist, sollte die Pflegedokumentation vorgelegt werden. medizinische Dokumente – Halten Sie weitere Informationen bereit, die den Pflegebedarf begründen, insb. Medikamentenplan, Liste genutzter Hilfsmittel, aktuelle Berichte von Ärzten bzw. Entlassungsberichte von Klinik bzw. Reha-Einrichtung, ggf. Schwerbehindertenausweis. So können Sie einen höheren Pflegegrad beantragen Wenn der Pflege- bzw. Unterstützungsbedarf im Verlauf der Zeit zunimmt, können Sie einen höheren Pflegegrad beantragen. Ein solcher Antrag wird als Verschlimmerungs- bzw. Verschlechterungsantrag oder auch Höherstufungsantrag bezeichnet. Die Beantragung eines höheren Pflegegrades: erfolgt bei derselben Pflegekasse, die den Erstantrag bewilligt hat, kann formlos erfolgen – viele Pflegekassen senden dann ein Formular, um Details zu erfragen und sollte neben Angaben zum Antragsteller (Name, aktueller Pflegegrad) auch eine Antragsbegründung enthalten – alternativ können Sie diese natürlich auch während des Begutachtungstermins persönlich vorbringen. &amp;nbsp; Ebenso wie bei der Erstbeantragung von Pflegeleistungen lohnt es auch bei einem Verschlimmerungsantrag, sich auf die Begutachtung vorzubereiten: Hilfreich sind insbesondere ein Pflegetagebuch oder die Pflegedokumentation des ambulanten Pflegedienstes bzw. des Pflegeheims sowie fachliche Einschätzungen der behandelnden Ärzte . Gegen die Entscheidung der Pflegekasse kann Widerspruch eingelegt werden Wenn die Pflegekasse Ihren Antrag auf Pflegeleistungen ablehnt oder einen Pflegegrad anerkennt, der Ihnen zu gering erscheint, können Sie Widerspruch gegen diesen Bescheid einlegen. Der Widerspruch muss: spätestens einen Monat nach Zugang des Bescheids schriftlich (aus Beweisgründen am besten als Einschreiben mit Rückschein) bei der Pflegekasse eingelegt werden. Einen Anwalt benötigen Sie dafür nicht. &amp;nbsp; Dieser Widerspruch wird von der Pflegekasse geprüft – entweder anhand der Aktenlage oder mit einem zweiten Begutachtungstermin. Wenn der gewünschte Pflegegrad nach dem Widerspruch nicht bewilligt wird, können Sie binnen eines Monats Klage beim Sozialgericht einreichen . Hier müssen Sie neben Kopien der beanstandeten Bescheide auch Dokumente beifügen, die Ihren Anspruch belegen. 1 “Wofür Sie in der Pflege Entlastungsleistungen nutzen können”, auf: www.verbraucherzentrale.de ( Link ) 2 “Pflegegrade 1,2,3,4 &amp;amp; 5 - neue Pflegestufen &amp;amp; Leistungen 2022”, auf: www.wohnen-im-alter.de ( Link ) 3 “Finanzielle Hilfen bei Pflegebedürftigkeit”, auf: www.caritas.de ( Link ) 4 “Wofür Sie in der Pflege Entlastungsleistungen nutzen können”, auf: www.verbraucherzentrale.de ( Link ) 5 “Pflegegrade”, auf: www.bundesgesundheitsministerium.de ( Link ) 6 “Pflegegrad beantragen: Erstantrag, Höherstufung, Eilantrag”, auf: www.pflege.de ( Link ) ]]> </content> <updated>2025-03-28T09:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Das Badezimmer altersgerecht umbauen: Alternative zur teuren Komplettsanierung</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen/bad</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen/bad"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Beim altersgerechten Umbau ist das Badezimmer besonders wichtig. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Badezimmer altersgerecht umbauen, wie Sie es finanzieren können, und welches hilfreiche Zubehör es gibt. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Kosten für Komplettsanierung Finanzierung durch staatliche Förderungen Schritt für Schritt umbauen Toilettentausch Dusche und Badewanne Waschtisch Rutschfester Boden Zubehör und Hilfsmittel Wannenlifter bei stark eingeschränkter Mobilität Badewannenzubehör Vorschriften zur Förderung &amp;nbsp; Ob Eigenheim oder Wohnung: Die meisten älteren Menschen möchten möglichst lange den Komfort ihres liebevoll eingerichteten Zuhauses genießen. Besonders wichtig bei der altersgerechten Anpassung der Wohnräume: das Badezimmer! Ob Toilette, Waschbecken oder Badewanne – ein teurer Komplettumbau ist glücklicherweise selten erforderlich. In vielen Fällen genügen bereits kleinere Hilfsmittel, um das Bad möglichst barrierefrei zu gestalten: Entdecken Sie das reichhaltige Bad-Sortiment in unserem Online-Sanitätshaus – für mehr Sicherheit und Komfort in Ihrem Badezimmer! Wie hoch sind die Kosten für eine Komplettsanierung? Eine altersgerechte, barrierefreie Komplettsanierung des Badezimmers ist teuer: Hier ist mit Kosten von 15.000 bis 30.000 Euro zu rechnen. Der wichtigste Faktor dabei ist die Anzahl der Sanitärobjekte, die ausgetauscht und/oder versetzt werden sollen, weitere Faktoren sind die Grundfläche des Badezimmers und das Ausmaß eventuell nötiger Rohrarbeiten. Staatliche Förderungen zur Finanzierung des altersgerechten Badumbau Angesichts der hohen Kosten fragen sich viele Senioren, ob es für das altersgerechte Umbauen des Badezimmers möglicherweise einen Zuschuss der Krankenkasse oder anderer Träger gibt. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Fördermöglichkeiten, die es zu prüfen gilt: Pflegekasse– wenn ein anerkannter Pflegegrad vorliegt, können Sie für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“, wie bspw. einen Badumbau, pro Person bis zu 4.000 Euro beantragen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – für die Barrierereduzierung im Bad können Sie entweder einen Zuschuss von 10 % der förderfähigen Investitionskosten (Zuschuss 455-B, max. 5.000 Euro pro Wohnung) oder einen Kredit von bis zu von 50.000 Euro pro Wohn­einheit beantragen ( Kredit 159 “Altersgerecht umbauen” ) individuelle Förderungsmöglichkeiten der Bundesländer, für die eine wohnortspezifische Beratung zu empfehlen ist Mit einzelnen Elementen das Badezimmer seniorengerecht anpassen: So geht&#039;s Die altersgerechte Anpassung des Badezimmers erfordert jedoch nicht unbedingt eine Komplettsanierung. Der Umfang der tatsächlich notwendigen Arbeiten hängt vom Ausgangszustand der Einrichtungen und dem erforderlichen Grad der Barrierefreiheit ab. In den meisten Fällen werden nur einzelne Sanitärobjekte ausgetauscht – so kann bspw. die Dusch- und Badewanne durch eine bodenebene Dusche ersetzt werden. In vielen Fällen genügen sogar kleinere Umbauten und Hilfsmittel , um älteren Menschen wieder eine hinreichend barrierefreie, komfortable und vor allem sichere Nutzung des Badezimmers zu ermöglichen. Das Einsetzen einer neuen Toilette ist nicht immer unbedingt nötig Viele ältere Menschen profitieren von Hilfsmitteln, die das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Dazu zählen zum einen Haltegriffe , die an der Wand neben der Toilette befestigt werden, als auch Sicherheitsgeländer, die an der Toilettenschüssel montiert werden. In unserem Online-Sanitätshaus können Sie verschiedene Haltegriffe und Saughaltegriffe fürs Bad kaufen . Wer nicht gern niedrig sitzt, kann auch eine Toilettensitzerhöhung online kaufen – nach Wunsch auch höhenverstellbar, mit Polsterung und/oder Armlehnen bzw. Stützgriffen. Lösungen für Dusche und Badewanne In Dusche und Badewanne droht Rutschgefahr – deshalb empfiehlt sich auch hier die Installation von Griffen. Selbstverständlich können Sie in unserem Online-Shop zusätzlich zur Haltegriffen und Saughaltegriffen fürs Bad weitere Hilfsmittel kaufen, die die Körperpflege im Sitzen ermöglichen: Duschhocker und Duschstuhl , freistehend oder als wandmontierter Klappsitz, manche Modelle verfügen auch über Rücken- und/oder Armlehnen. Badewannensitz zum Einhängen am Wannenrand, quasi ein Duschstuhl für die Badewanne. Praktisch, wenn es im Bad keine separate Dusche gibt. 100 % barrierefrei werden Dusche und Badewanne mit diesen Hilfsmitteln leider nicht, doch sie bieten ein erhebliches Plus an Komfort und Sicherheit, von dem gerade ältere Menschen profitieren. Wie kann die Nutzung des Waschtisches sicher und komfortabel gemacht werden? Haltegriffe können auch neben dem Waschtisch bzw. Waschbecken angebracht werden: Wichtig ist in jedem Fall die individuell abgestimmte Höhe, die ein sicheres Greifen und Abstützen ermöglicht. Besonders gut eignen sich hier ausklappbare Modelle wie der Careline Stützklappgriff . Wenn das Badezimmer rollstuhlgerecht gestaltet werden soll, müssen herkömmliche Waschtische und -becken meist gegen ein unterfahrbares Modell ausgetauscht werden. Mit ein paar Handgriffen zum rutschfesten Boden Ob in der Duschkabine, in der Badewanne oder auf dem Badezimmerfußboden selbst: Überall, wo sich Nässe auf glatten Oberflächen sammelt, droht Rutschgefahr. Hier bieten rutschfeste Matten eine ebenso einfache wie praktische Lösung, die gefährliche Stürze verhindern kann. Antirutschmatten werden aus weichem Gummi oder Kunststoffen gefertigt, Dusch- und Wanneneinlagen sind oft zusätzlich mit kleinen Saugnäpfen an der Unterseite ausgestattet. Praktisches Zubehör und Hilfsmittel für ein altersgerechtes Wannenbad Ein warmes, angenehm duftendes Vollbad verwöhnt Körper und Sinne. Doch was tun, wenn das Einsteigen in die Wanne und vor allem das anschließende Aussteigen zunehmend schwerfällt? Eine mögliche, aber recht teure Lösung wäre der Einbau einer neuen Badewanne mit Tür, die einen niedrigen und zum Teil sogar ebenerdigen Einstieg bietet. Eine deutlich günstigere Option sind Hilfsmittel, die das Ein- und Aussteigen erleichtern – von einfachen Badebrettern über Transferhilfen bis hin zum Vollkomfort-Badewannenlift. Zusätzliche Hilfe bei stark eingeschränkter Mobilität Ein Badewannenlifter ermöglicht auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine eigenständige und sichere Nutzung der Badewanne. Die Konstruktion besteht aus einem robusten Rahmen, der rutschsicher in der Badewanne steht, und einer Hubschere, die den darauf befestigten Sitz automatisch hebt und absenkt. Zum entspannten Baden lässt sich die Rückenlehne des Sitzes nach hinten klappen. Gesteuert wird der Badewannenlifter über ein handliches Bedienteil. Eine zusätzliche Erleichterung beim Übersetzen, Positionieren und Drehen bieten Transfer- bzw. Übersetzhilfen mit einer drehbaren Sitzfläche. Welche kostengünstigen Hilfsmittel erleichtern das Einsteigen in die Badewanne? Neben dem Badewannenlifter gibt es auch einfachere und kostengünstigere Hilfsmittel, die den Ein- und Ausstieg aus der Badewanne erleichtern. Menschen mit leichten körperlichen Einschränkungen genügt oft schon ein Badebrett bzw. Badewannenbrett , das quer über die Wanne gelegt und mit Klemmzapfen an der Unterseite gegen Verrutschen gesichert wird. Das Badebrett bietet eine sichere Sitzgelegenheit auf Höhe des Wannenrandes und erleichtert so das Herüberheben der Beine. Auch beim Abtrocknen sitzen Sie auf dem Badebrett sicherer und bequemer als auf dem Wannenrand selbst. Einige Modelle sind zusätzlich mit einem Haltegriff ausgestattet. Hilfreich ist oft auch ein niedriger Hocker als Einstiegshilfe . Besonders wichtig dabei sind die rutschfesten Füße und eine stabile Trittfläche. Weitere Unterstützung bieten stabile Einstiegshilfen mit Griffen , die am Wannenrand montiert werden. DIN-Norm und Förderungsvorgaben: Diese Vorschriften müssen beachtet werden Bei der Sanierung eines Badezimmers gibt es vieles zu beachten – vom persönlichen Geschmack über die baulichen Möglichkeiten bis hin zu DIN-Normen für barrierefreies Bauen. Relevant ist hier vor allem die DIN-Norm 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“. Diese Norm umfasst einen umfassenden Kriterienkatalog, beginnend bei der Schaffung ausreichender Bewegungsflächen über rutschfeste Bodenbeläge bis hin zu Vorgaben für die Gestaltung der einzelnen Sanitärobjekte. Die Beachtung dieser Normvorgaben ist in vielen Fällen Voraussetzung für die Gewährung von Fördermitteln, wie bspw. KfW-Krediten oder -zuschüssen. ]]> </content> <updated>2023-02-26T09:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Altersgerecht umbauen und von staatlicher Förderungen profitieren: Was Sie fü...</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen/foerderungen</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen/foerderungen"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Altersbedingte Einschränkungen in der Fortbewegung oder der allgemeinen Selbstständigkeit führen häufig dazu, dass das Leben in den eigenen vier Wänden umständlicher wird. Stürze und Unfälle im eigenen Zuhause führen im hohen Alter zu Verletzungen mit potenziell lebensbedrohl... ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Niedrigere Kosten für Umbaumaßnahmen Finanzierungsoptionen Fallbeispiel Finanzierung Zuschuss oder Finanzierung Förderungsoptionen Voraussetzungen Förderantrag Ablauf bei Beantragung des Förderkredits Beantragug Zuschuss Beratungsmöglichkeiten &amp;nbsp; Altersbedingte Einschränkungen in der Fortbewegung oder der allgemeinen Selbstständigkeit führen häufig dazu, dass das Leben in den eigenen vier Wänden umständlicher wird. Stürze und Unfälle im eigenen Zuhause führen im hohen Alter zu Verletzungen mit potenziell lebensbedrohlichen Verläufen. 1, 2 Es ist jedoch möglich, das Zuhause durch Maßnahmen für das Alter sicherer zu gestalten. Sanierungen und Umbauarbeiten für ein barrierefreies Wohnen sind häufig kostspielig und werden durch Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe) finanziert und gefördert. Erfahren Sie hier, welche Maßnahmen gefördert werden, welche Arten der Förderungen es gibt und inwiefern sie sich unterscheiden und worauf sie bei der Antragstellung achten sollten. &amp;nbsp; Wissenswertes zum altersgerechten Umbauen erfahren Sie zudem in unserem separaten Beitrag zum Thema. Niedrigere Kosten für Umbaumaßnahmen dank KfW-Förderprogramme Für den altersgerechten und barrierefreien Zugang zu der Wohnung oder zu dem Haus sind zahlreiche Umbaumaßnahmen in bestimmten gesundheitlichen Fällen möglich und auch nötig. Aber welche Umbaumaßnahmen werden von der KfW unterstützt und gefördert? Die Renovierungs- und Umbauarbeiten zielen darauf ab, dass das eigenständige Leben in den eigenen vier Wänden unterstützt und altersgerecht gestaltet wird. Die KfW unterstützt sieben Förderbereiche, welche sich auf Umbauten innerhalb und außerhalb des Zuhauses beziehen. Die erste Hürde, noch bevor man überhaupt im eigenen Zuhause angekommen ist, ist der Weg bis zur Haustür. Um den Weg zum Gebäude zu erleichtern, werden folgende Maßnahmen gefördert: Anpassung der Wege zu dem Gebäude (Verbreiterung, Begradigung) Vermeidung von Stufen Gestaltung von barrierefreien und überdachten Stellplätzen für Autos Anlegen von Hochbeeten ab drei Wohnungseinheiten, Schaffung von Grünbereichen und Sitzflächen &amp;nbsp; Damit die KfW-Förderung greift, sind spezielle Anforderungen an die Umbaumaßnahmen zu erfüllen. Der Weg zu dem Wohngebäude bedarf einer Mindestbreite von 1, 50 m, sollte schwellen- und stufenlos sowie mit rutschhemmenden und festen Belägen ausgestattet sein. Auch neu errichtete Stellplätze müssen nah an dem Gebäudezugang liegen und mindestens 3,50 m breit und 5 m tief sein. Auch der Eingangsbereich und der Zugang zu der Wohnungs- oder Haustür sind Teil der Förderung. Dazu zählt zum Beispiel, mehr Raum zu schaffen oder einen Wetterschutz wie eine Überdachung anbringen. Eine Haustür sollte mindestens 90 cm breit sein und ausreichend Bewegungsfläche bieten. Für viele ältere Menschen wird das Gehen und Treppensteigen zunehmend anstrengender. Die KfW fördert folgende Maßnahmen, um Treppen und Stufen zu überwinden: Einbau eines Aufzugs oder Verbesserung einer bestehen Aufzugsanlage Installation von Treppenliften oder ähnlichen Liften Anbringen von Geländern und Rampen &amp;nbsp; Neben der Veränderung von Raumaufteilungen durch Versetzen von Wänden und der Verbreiterung von Türdurchgängen ist es auch möglich, mittels der KfW-Förderung Terrassen, Loggien oder Balkone zu errichten. Das Badezimmer ist ein täglich genutzter Raum in jeder Wohnung und in jedem Haus. Doch zu enge Bäder und hinderliche Badewannen stellen im Alter eine zunehmende Schwierigkei t dar und Stürze können erhebliche Folgen haben. 3 Somit wird auch eine mögliche Badezimmer-Umgestaltung, welche zum Beispiel eine Änderung der Raumaufteilung oder den Einbau von bodentiefen Duschelementen beinhaltet, von der KfW gefördert. Badezimmer sollten laut den Vorgaben der KfW mindestens 1,80 m x 2,20 m groß und mit einer bodengleichen Dusche ausgestattet sein. Waschbecken sollten mindestens 48 cm tief installiert und auch im Sitzen nutzbar sein. Selbst wenn ein barrierefreies Wohnen geschaffen wird, sind Unfälle und Stürze nicht auszuschließen. In Notfallsituationen ist es wichtig, dass ältere Personen Hilfe heranrufen können. Die Förderung beinhaltet somit auch den Einbau von Smarthome-, oder weiteren Assistenzsystemen, Panikschaltern oder Sturzmeldern. Auch die Anpassung der Beleuchtung oder der Einbau von Gegensprechanlagen wird unterstützt. Zusätzlich fördert die KfW auch den Kauf einer bereits barrierereduzierten Immobilie, solange dies der Ersterwerb ist und die Renovierungsmaßnahmen im Kaufvertrag aufgeführt sind. Ein weiterer Förderaspekt ist der Einbruchschutz. Dazu zählt der Einbau von einbruchhemmenden Haustüren, Garagentoren oder Rolläden. Auch zusätzliche Nachrüstsysteme und Warnanlagen werden gefördert. Wichtig für die Förderung der KfW ist, dass alle Umbauarbeiten von Fachleuten durchgeführt werden müssen. Die Umbauten müssen technischen Mindestanforderungen entsprechen, welche in separaten Merkblättern aufgeführt sind ( Anforderungen ). Diese Finanzierungsoptionen bietet die staatliche Förderbank an Die KfW bietet verschiedene Finanzierungsoptionen, welche sich in ihren Anforderungen, Möglichkeiten und Verfügbarkeiten unterscheiden. Grundlegend sind für die Barrierereduzierung zwei unterschiedliche Optionen möglich: der Zuschuss zur Barrierereduzierung (455-B) und der KfW 159 Kredit. Zuschuss (455-B) Kredit (159) Einzelmaßnahmen werden mit 10 % und für den “Standard Altersgerechtes Haus” mit 12,5 % bezuschusst maximale Kreditsumme beträgt 50.000 Euro Investitionskosten müssen im Rahmen von 2.000-50.000 Euro liegen Rückzahlung als Annuitätendarlehen oder als endfälliges Darlehen möglich &amp;nbsp; Sollzins pro Jahr liegt zwischen 2,74 und 3,17 Prozent Derzeit nicht verfügbar Vorzeitige Rückzahlung des gesamten Kreditbetrags ist möglich Antrag wird nach der Durchführung im Online-Portal gestellt Antrag wird vor den Arbeiten bei einer Bank oder Versicherungsstelle beantragt, welche den KfW-Kredit vermittelt Der KfW 455-B Zuschuss zur Barrierereduzierung in den eigenen vier Wänden Der 455-B-Zuschuss fördert den Umbau, um Barrieren zu reduzieren und den wohnlichen Komfort zu erhöhen. Hierfür ist es nicht relevant, ob Sie eine junge Familie sind, die Wohnlichkeit ihres Eigentums verbessern möchten oder altersbedingt Barrieren reduzieren wollen. Das Wichtigste in Kürze: Sowohl Eigentümer als auch Mieter können den Antrag stellen. Der Investitionszuschuss wird nach Abschluss des Bauvorhabens auf das Konto überwiesen. Einzelmaßnahmen werden mit 10 Prozent und der Umbau zu einem “altersgerechten Haus” wird mit 12,5 Prozent gefördert. Es müssen mindestens 2000 Euro investiert werden und die maximalen Investitionskosten dürfen 50.000 Euro nicht überschreiten. &amp;nbsp; Den Zuschuss beantragt man online in einem speziellen KfW-Zuschussportal . Unter dem Punkt “Altersgerecht Umbauen- Investitionszuschuss” wählen Sie den Zweck “Barrierereduzierung”. Derzeit finden Sie den Punkt &quot;Barrierereduzierung- Investitionszuschuss&quot; bei den nicht mehr beantragbaren Zuschüssen für Privatpersonen, da alle Fördermittel erschöpft sind. Wenn Zuschüsse möglich sind, erhalten Sie in der Regel noch am Tag der Antragstellung eine Rückmeldung. Einige Anträge bedürfen der längeren Prüfung, sodass eine Zusage nicht ad hoc möglich ist. Der Zuschuss wird auf ihr Konto überwiesen, nachdem das Vorhaben abgeschlossen ist und Sie die Rechnungen im Zuschussportal hochgeladen haben. Wichtig ist, dass die Arbeiten von Fachleuten ordnungsgemäß und DIN-gerecht durchgeführt wurden. Wohneigentümergemeinschaften können auch gemeinschaftlich Modernisierungsarbeiten durchführen lassen und den Zuschuss erhalten. In diesem Fall stellt der Verwalter den Zuschussantrag und muss bei der Antragstellung auf Vollmachten der Eigentümer und Eigentümerbeschlüsse achten. Zusätzlich unterstützt die KfW den Ersterwerb von modernisierten oder umgebauten Wohnhäusern und Eigentumswohnungen. Wichtig hierbei ist, dass barrierereduzierende Maßnahmen durchgeführt wurden und der Zuschussantrag vor Unterzeichnung des Kaufvertrages gestellt wird. Auch hierbei gelten technische Mindestanforderungen und der neue Eigentümer haftet für die genaue Einhaltung dieser. Sollten die Umbauarbeiten nicht den Anforderungen der KfW entsprechen, kann der Zuschuss zurückgefordert werden. Der Sonderfall “Standard Altersgerechtes Haus” Für Umbaumaßnahmen zum “Standard Altersgerechtes Haus” ist ein Sachverständiger verpflichtend zu beauftragen. Dieser Sachverständige unterstützt sie bei der Planung, Durchführung, Dokumentation und bei der Einhaltung der Anforderungen. Anschließend erbringt er den Nachweis des “Standard Altersgerechtes Haus”. Die KfW stellt einige Anforderungen an die Sachverständigen: Sie sind nach Landesrecht Bauvorlageberechtigte, wie zum Beispiel Architekten oder Bauingenieure. Sie sind finanziell unabhängig von den bauausführenden Unternehmen (Baufirmen, Lieferanten oder Verkäufer). &amp;nbsp; Der KfW 455-B Zuschuss wird aus Geldern des Bundeshaushaltes finanziert. Die Fördermittel sind nur begrenzt verfügbar und bis auf weiteres erschöpft . Es ist jedoch möglich, dass der Bundeshaushalt die Gelder für den Zuschuss in den nächsten Jahren erneut bewilligt und somit diese Art der Förderung wieder möglich ist. Es ist derzeit also nicht sinnvoll, einen Antrag für den Zuschuss zu stellen , da die Mittel erschöpft sind. Bereits zugesagte Anträge sind hierbei nicht betroffen und die Förderung findet wie zugesagt statt. Auf der Homepage der KfW ist es möglich, sich für einen Newsletter anzumelden, um informiert zu werden, ob und wann die Fördermittel wieder bereitgestellt werden. https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Barrierereduzierung/ Weitere Informationen finden Sie unter KfW - Altersgerecht Umbauen Investitionszuschuss (455) und auf dem Merkblatt . Altersgerecht umbauen: Alles wichtige zum KfW 159 Kredit Der KfW 159 Kredit fördert Baumaßnahmen, welche Barrieren reduzieren, den Wohnkomfort erhöhen und den Einbruchschutz verbessern. Das Wichtigste über den Kredit in Kürze: Fördert Einzelmaßnahmen oder Gesamtumbau Fördersumme: bis zu 50.000 € ab 2,78 % effektiver Jahreszins Rückzahlung: je nach Laufzeit, Annuitätendarlehen oder endfälliges Darlehen Ziel: Finanzierung Barrierereduzierung, Einbruchschutz und Neuerwerb von umgebauten Wohnraum &amp;nbsp; Auf der Homepage der KfW können Sie vorab einen Test durchlaufen, aus dem Sie erfahren, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen und ein Kreditantrag sinnvoll ist ( KfW - Altersgerecht Umbauen (159) ). Auch für den Kredit müssen die Arbeiten von Fachleuten durchgeführt werden und speziellen Mindestanforderungen entsprechen ( Anlage zum Merkblatt Altergerecht Umbauen - Kredit (159) ). Die Finanzierung kann in zwei Optionen erfolgen: dem Annuitätendarlehen oder dem endfälligen Darlehen. Annuitätendarlehen Endfälliges Darlehen In den ersten Jahren (tilgungsfreie Anlaufzeit) werden nur Zinsen gezahlt. Während der gesamten Laufzeit werden nur Zinsen zurückgezahlt. danach gleichbleibende monatliche Rückzahlungsbeträge (Annuitäten) Hierbei sinkt der Anteil der Zinsen und steigt der Anteil der Tilgung. Am Ende der Laufzeit wird der komplette Kreditbetrag in einer Summe zurückgezahlt. Beispiel: 2,74 % effektiver Jahreszins bei einer Laufzeit von 4-10 Jahren mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von 1-2 Jahren und einer maximalen Zinsbindung von 5 Jahren 3,14 % effektiver Jahreszins bei 4-10 Jahren Laufzeit und Zinsbindung Die KfW stellt einen Tilgungsrechner zur Verfügung: Tilgungsrechner . Fallbeispiel: So kann die Finanzierung konkret aussehen Typischerweise sind Badezimmer die Räume, welche am meisten Probleme im Alter erzeugen. Hier finden sich die meisten Barrieren, wie zum Beispiel Dusch-Badewannen oder zu kleine Flächen vor der Toilette. Der Umbau eines Badezimmers ist somit deutlich barrierereduzierend und erleichtert das alltägliche Leben. Eine Beispielrechnung ist: barrierefreie Dusche (Einzelmaßnahme): Kosten: 5.000 Euro→ Zuschuss der KfW (10 Prozent): 500 Euro Treppenlift (Einzelmaßnahme) Kosten: 4.000 Euro, Kredit der KfW (variabel) &amp;nbsp; In diesem Beispiel liegt bei einer Kreditsumme von 4.000 Euro der effektive Jahreszins bei 2,96 %. Somit könnte eine Rückzahlung des Kredits folgendermaßen aussehen: Kreditbetrag: 4.000 Euro Laufzeit 10 Jahre, Tilgungsfreie Zeit 2 Jahre, Zinsbindung 10 Jahre 1. bis 24. Monat: 0 Euro ab dem 25. Monat monatliche Beträge von 37-47 Euro Zuschuss oder Finanzierung: Was ist in Ihrem Fall passender? Derzeit kommt nur ein Kredit in Frage, da die Fördermittel für den Zuschuss für das Jahr 2022 erschöpft sind. Grundsätzlich muss man sich bezüglich der Förderungen die folgenden Fragen stellen: Wie hoch sind die Renovierungskosten? Kann ich den restlichen Anteil der Renovierungskosten neben dem Zuschuss selber finanzieren? Ist es für mich möglich, den Kredit monatlich zurückzuzahlen? &amp;nbsp; Der Kredit ist bei Renovierungskosten bis zu 50.0000 Euro möglich, der Zuschuss kann maximal 10 Prozent dieser 50.000 Euro betragen. Bei hohen Renovierungskosten kann ein Kredit somit mehr Kosten abdecken als der Zuschuss. Denn würden die Renovierungskosten 50.000 Euro betragen, kann der Zuschuss maximal 5000 Euro beisteuern und die restlichen 45.000 Euro müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Wird beispielsweise eine Kreditsumme von 50.000 Euro beantragt und bewilligt, liegt die monatliche Rate zwischen 470 und 580 Euro. Dies wäre bei 10 Jahren Laufzeit, 2 Jahren tilgungsfreier Zeit und 10 Jahren Zinsbindung mit einem Effektivzins von 2,96 Prozent der Fall. Wie Sie die verschiedenen Förderungsoptionen geschickt kombinieren können Grundsätzlich können sowohl der Zuschuss als auch der Kredit mit anderen öffentlichen Fördermitteln, zum Beispiel anderen Krediten oder Zuschüssen , kombiniert werden. Wichtig ist, dass die Summe der öffentlichen Förderzusagen, also die Zuschuss- oder Kredithöhe plus die zusätzlichen Fördermittel, die Renovierungskosten nicht übersteigt. Kombinationen mit dem Zuschuss Brennstoffzelle-Energieeffizient Bauen und Sanieren (433) ( Zuschuss 433 ), dem KfW-Wohneigentumsprogramm-Kredit 124 ( Wohneigentumsprogramm Kredit ) oder auch dem KfW-Kredit Erneuerbare Energien “Standard” 270 Kredit sind beispielsweise möglich. Der Kredit und der Zuschuss dürfen nicht mit folgenden Förderungen für eine Maßnahme kombiniert werden: Einbruchschutz Investitionszuschuss (455-E) ( Zuschuss Einbruchsschutz ) Wohngebäude Kredit (261/262) und Wohngebäude Zuschuss (461) Baukindergeld-Zuschuss (424) ( Baukindergeld ) &amp;nbsp; Eine Kombination zwischen dem Zuschuss 455-B und dem Kredit 159 ist nicht möglich. Empfehlenswert ist es, vor Antragstellung die erforderlichen Informationen aus den jeweiligen Merkblätter zu entnehmen, um festzustellen, ob und wie die Zuschüsse und Kredite miteinander kombiniert werden können. Voraussetzungen für einen erfolgreichen Förderantrag Wer kann von den Förderungen profitieren? Privatpersonen Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses (maximal 2 getrennte Wohneinheiten) Erstkäufer eines sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer sanierten Wohnung (wichtig: Sind bei einem Ersterwerb einer barrierearm modernisierten Wohnimmobilie die Kosten der barriere-reduzierenden Umbauten explizit im Kaufvertrag ausgewiesen, kann der Zuschuss oder der Kredit eingesetzt werden) Mietende von Wohnungen oder Häusern (mit Zustimmung des Vermietenden) Wohnungseigentümergemeinschaften Bauträger und bestimmte Unternehmen Wohnungsgenossenschaften Körperschaften und Anschalten des öffentlichen Rechts &amp;nbsp; Zuschüsse oder Kredite sind möglich für folgende Optionen: Ferienhäuser/-wohnungen, Boardinghäuser (Beherbergungsbetrieb) gewerblich genutzte Flächen und Gebäude Pflege-/Altenwohnheime Umschuldungen bestehender Darlehen Nachfinanzierungen bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben &amp;nbsp; Weitere Aspekte sind: Das Gebäude muss überwiegend dem Wohnen dienen. Auch möglich sind Wohnflächenerweiterungen (Ausbau eines Dachgeschosses), solange keine weitere Wohneinheit entsteht. Einrichtungsgegenstände und digitale Unterhaltungselektronik werden nicht gefördert. Die Maßnahmen müssen technischen Mindestanforderungen entsprechen. Einbau neuer Fenster werden nicht bezuschusst (hierfür steht die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung). Eigenleistungen werden nicht gefördert. Der KfW-Standard für altersgerecht umbauen: Das gilt es zu beachten Der Kredit “Altersgerecht umbauen” kann noch bei folgenden zusätzlichen Maßnahmen gewährt werden.. Die KfW hat einen eigenen Standard „Altersgerechtes Haus“ definiert. Umgebaute Häuser müssen folgende Aspekte enthalten: barriere-reduzierter Zugang zum Haus oder zur Wohnung, zum Beispiel durch den Einbau von Aufzügen oder Treppenliften barriere-reduzierte Gestaltung von Wohn- und Schlafzimmern, zum Beispiel durch die Beseitigung von Türschwellen barriere-reduzierte Gestaltung von Küche und Bad, zum Beispiel durch eine barrierefreie Küche und den Einbau einer barriere-reduzierten Dusche einfache Überwindbarkeit von Niveauunterschieden in allen Wohnbereichen, zum Beispiel durch Rampensysteme Ausstattung des Hauses oder der Wohnung mit bestimmten Bedienelementen, zum Beispiel in Form von Stütz- und Haltegriffen und Kommunikationshilfen &amp;nbsp; Alle Umbauarbeiten müssen den Anforderungen der KfW entsprechen. Hierfür gibt es extra Vorgaben, welche von den ausführenden Unternehmen beachtet werden müssen ( Checkliste ). Umbauarbeiten, die speziell als “behindertengerecht” dem DIN-Standard entsprechen, ermöglichen nicht die Gewährung einer höheren Kreditsumme. Schritt für Schritt: Der Ablauf bei Beantragung des Förderkredits gründliche Planung vor Beginn der Baumaßnahmen(ggf. mit Unterstützung eines Fachunternehmens, einer Wohnungsberatungsstelle). Prüfung, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Suche eines Finanzierungspartner und Abschluss des Kreditvertrag mit dem gewählten Finanzinstitut Warten auf die Fördermittelzusage der KfW für das altersgerechte Umbauen. Start der Bauarbeiten bzw. Erwerb der Immobilie nach der Fördermittelzusage der KfW für das altersgerechte Umbauen. &amp;nbsp; Um überhaupt zu wissen, welche Umbaumaßnahmen nötig und möglich sind, ist eine unabhängige Beratung empfehlenswert. Hierfür beurteilen Sachverständige das Eigentum und beraten Sie hinsichtlich möglicher Renovierungsarbeiten. Informieren Sie sich bei der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW, auf deren Internetseite auch eine Kontaktaufnahme möglich ist ( Wohnberatungsstellen ). So finden Sie den passenden Förderungspartner Im Gegensatz zum Zuschuss, welcher auf dem KfW-Zuschussportal beantragt wird, ist für den Kreditantrag die Zusammenarbeit mit einem Förderungspartner nötig. Dies sind Sparkassen, Banken oder auch Versicherungen. Sprechen Sie einfach den Bank- oder Versicherungsberater Ihres Vertrauens an. Häufig hat man schon weitere Darlehen bei einer Bank und kann mit den entsprechenden Ansprechpartnern auch über den KfW-Kredit sprechen. In der Regel wird Ihnen auch geholfen, die notwendigen Unterlagen zu beschaffen und den Antrag erfolgreich zu stellen. Es ist vorab empfehlenswert, sich Angebote für die Renovierungsarbeiten einzuholen, um zu wissen, über welchen Kreditrahmen man spricht. Sie schließen den Kreditvertrag dann bei ihrer Bank oder Versicherung ab und können nach Finanzierungszusage mit den Bauarbeiten beginnen. Von der Antragsstellung bis zur Überweisung der ersten Rate: Wie lange dauert es? Bevor sie den Antrag stellen, sollten sie einige Wochen einplanen, um alle notwendigen Unterlagen zu sammeln. Wichtig sind zum Beispiel Eigentümernachweise und Kostenvoranschläge. Auch die Prüfung der Bank, um den Kreditantrag zu stellen, kann zusätzliche Wochen dauern. Wenn Sie alle Unterlagen korrekt eingereicht haben, überprüft die Bank die Unterlagen und schließt den Vertrag dann in der Regel ab. Die Prüfung über die KfW kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Natürlich können Sie schon vorher mit den Renovierungsarbeiten beginnen, jedoch haben Sie noch keine Kreditzusage, sodass Sie schlimmstenfalls ohne diesen auskommen müssen. Der Kredit hat eine Abruffrist von 12 Monaten, das bedeutet, spätestens 12 Monate nach Kreditzusage erhalten Sie das Geld auf Ihrem Konto. Eine Verlängerung der Auszahlungszeit auf bis zu 36 Monate ist nach Absprache möglich. Die KfW berechnet jedoch ab dem 13. Monat eine sogenannte Bereitstellungsprovision von 0,15 % pro Monat für noch nicht abgebuchte Kreditbeträge. Den Zuschuss können Sie direkt bei der KfW beantragen Der Zuschussantrag ist online über das KfW-Zuschuss-Portal zu stellen. Wenn alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, lädt der Zuschussempfänger oder der Verwalter die gesamten Rechnungskopien im KfW-Zuschussportal hoch. Wichtig ist, dass nur bargeldlose Zahlungen akzeptiert werden. Wenn eine umgebaute Immobilie erworben wurde, ist ein Nachweis über die förderfähigen Renovierungsarbeiten und deren Kosten zu erbringen. Dieser Nachweis erfolgt über den Verkäufer des renovierten Hauses oder der renovierten Wohnung. Umbauarbeiten zur Barrierereduzierung können schnell die Summe von 15.000 Euro übersteigen. Wird der Zuschuss bei höheren Summen über einen Bevollmächtigten abgewickelt, muss der Nachweis erbracht werden, dass Zuschussempfänger und Kontoinhaber identisch sind. Bei der Barrierereduzierung beim “Standard Altersgerechtes Haus” ist ein Sachverständiger für die förderfähigen Maßnahmen und Kosten der Ansprechpartner. Nach Durchführung der Arbeiten erstellt der Sachverständige die “ Bestätigung nach Durchführung Standard Altersgerechtes Haus”, welche der Zuschussempfänger im KfW-Zuschuss Portal hochlädt. Die Rechnungen sollten laut der KfW folgende Punkte enthalten: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer Auflistung der förderfähigen Maßnahmen und Arbeitsleistungen Adresse des Wohngebäudes &amp;nbsp; Die Prüfung kann auch hier einige Wochen in Anspruch nehmen. Ist der Zuschuss von der KfW genehmigt worden, müssen Sie einen Identifizierungsprozess im KfW-Zuschuss-Portal durchlaufen. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften erfolgt die Identifizierung meist über den Verwalter der Gemeinschaft. Hierbei werden unter anderem die Personalien und Besitzverhältnisse überprüft. Anschließend wird der Zuschuss in der Regel bis zum Ende des Folgemonats auf das Empfängerkonto überweisen. Besonderheiten bei der Tilgung des Kredits: Das müssen Sie wissen Für die Tilgung des Kredit gibt es laut Angaben der KfW einige Aspekte, die individuell anpassbar sind. Die Laufzeit des Kredits kann bis zu 30 Jahre betragen. Eine Kreditlaufzeit von bis zu 10 Jahren ermöglicht 1 bis 2 Tilgungsfreijahre und eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren ermöglicht sogar bis zu 5 Tilgungsfreijahre. Tilgungsfreijahre bedeutet, dass keine Tilgung der Haupt-Kreditsumme erfolgt, sondern nur eine Rückzahlung der Zinsbeträge. Je länger jedoch die tilgungsfreie Zeit ist, desto teurer wird die Gesamtfinanzierung. Weitere Aspekte sind beispielsweise: Wahl bei Zinsbindungen zwischen fünf und zehn Jahren ; Es muss abgewogen werden: Eine lange Zinsbindungsfrist macht das Darlehen teurer als eine kurze, dafür sinkt das Risiko, dass sich der Zins öfter ändert. Die Rückzahlung erfolgt durch monatliche Annuitäten Vorzeitige Rückzahlung des Kredits: Nur eingeschränkt möglich und fast immer mit zusätzlichen Kosten verbunden ( → Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung) Sondertilgungen sind nicht möglich &amp;nbsp; Die aktuellen Konditionen für die Zinssätze finden Sie hier: Konditionen Nutzen Sie die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten für noch mehr Infos Eine Immobilie altersgerecht umzubauen, bedarf viel Planung und Organisation. Hier finden Sie weitere Anlaufstellen, um sich zu informieren und das Projekt ideal zu planen: Bundesarchitektenkammer Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen Rheinland-Pfalz &amp;nbsp; 1 Gillespie LD, Robertson MC, Gillespie WJ, Sherrington C, Gates S, Clemson LM, Lamb SE: Interventions for preventing falls in older people living in the community. Cochrane Database Syst Rev 2012, 9, CD007146&amp;nbsp; 2 Taylor ME, Delbaere K, Mikolaizak AS, Lord SR, Close JC: Gait parameter risk factors for falls under simple and dual task conditions in cognitively impaired older people. Gait Posture 2013, 37(1):126–130.&amp;nbsp; 3 Rubenstein LZ. Falls in older people: epidemiology, risk factors and strategies for prevention. Age Ageing. 2006;35(suppl 2):ii37–41. 2. Stevens JA. Falls among older adults—risk factors and prevention strategies. J Saf Res. 2005;36(4):409–11.&amp;nbsp; ]]> </content> <updated>2022-12-16T11:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegegrad 1: Voraussetzungen &amp; Leistungen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-1</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-1"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Ist die selbstständige Lebensführung noch weitgehend möglich, aber an einigen Stellen dauerhaft Hilfe notwendig, kann ein Anspruch auf Pflegegrad 1 bestehen. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Definition Pflegegrad 1 Voraussetzungen Leistungsübersicht Entlastungsbetrag Eigenanteil Formloser Widerspruch Ansprechpartner &amp;nbsp; Wir alle wünschen uns selbst und unseren Angehörigen, noch bis ins hohe Alter aktiv am Leben teilhaben und den Ruhestand genießen zu können. Im fortgeschrittenen Alter können jedoch vermehrt gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen auftreten, die die Bewältigung alltäglicher Aufgaben erschweren. Manches, was bislang leicht von der Hand ging, lässt sich nun nur noch unter großer Mühe bewerkstelligen. Ist die selbstständige Lebensführung noch weitgehend möglich, aber an einigen Stellen dauerhaft Hilfe notwendig, kann ein Anspruch auf Pflegegrad 1 bestehen. Alle wichtigen Informationen zum Pflegegrad 1 haben wir hier für Sie zusammengestellt: Was bedeutet Pflegegrad 1? Welche Voraussetzungen müssen für Pflegegrad 1 bestehen? Welche Leistungen stehen Ihnen bei Pflegegrad 1 zu und was müssen Sie selbst bezahlen? Was tun, wenn Pflegegrad 1 nicht ausreicht?&amp;gt; &amp;nbsp; Entscheidend für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit ist, dass die selbstständige Lebensführung dauerhaft – das heißt für mindestens sechs Monate – durch gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen eingeschränkt ist. Was Pflegegrad 1 bedeutet: Definition Mit Einführung des 2. Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) 2017 wurde die bis dato geltende Einordnung der Pflegebedürftigkeit in die Pflegestufen 0 bis 3 durch die Pflegegrade 1 bis 5 ersetzt. Der jetzige Pflegegrad 1 entspricht der früheren Pflegestufe 0 . Der Pflegegrad 1 bezeichnet eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten. Mit dessen Anerkennung stehen dem Pflegebedürftigen per Gesetz bestimmte Leistungen der Pflegekasse zu. Diese Voraussetzungen müssen für Pflegegrad 1 gegeben sein Für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit genügt ein formloser Antrag an die Pflegekasse . Daraufhin begutachtet ein Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes (MD) die Einschränkungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen , die unterschiedlich stark gewichtet werden: Mobilität (10 %) Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (7,5 %) Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (7,5 %) Selbstversorgung (40 %) Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen (20 %) Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %) &amp;nbsp; Für Pflegegrad 1 und den Anspruch auf entsprechende Leistungen sind in Summe 12,5 bis 27 Punkte notwendig. Detaillierte Informationen zum Ablauf der Begutachtung und dazu, welche Fähigkeiten in den einzelnen Lebensbereichen bewertet werden, finden Sie in unserem Ratgeber Pflegegrade . Leistungsübersicht für den Pflegegrad 1: Nur Pauschalleistungen enthalten Pflegegrad 1 ist der niedrigste Pflegegrad. Daher fällt der Anspruch auf Geld- und Sachleistungen geringer aus als bei höheren Pflegegraden. Ihnen steht bei Pflegegrad 1 der monatliche Entlastungsbetrag von 125 Euro sowie unter gewissen Voraussetzungen Zuschüsse für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, Hausnotruf, erforderliche Wohnraumanpassungen und die Wohngruppe, falls Sie mit anderen pflegebedürftigen Personen in einer Wohngemeinschaft zusammen leben, zu. &amp;nbsp; Zusätzlich besteht die Möglichkeit, erforderliche Hilfsmittel, die Einschränkungen ausgleichen oder deren Folgen abmildern , bei der Pflegekasse zu beantragen. Dazu gehören beispielsweise Gehhilfen wie Gehstöcke oder Rollatoren . Keinen Anspruch haben Sie Pflegegrad 1 auf folgende Geld- und Sachleistungen: Pflegegeld Pflegesachleistungen Kurzzeitpflege Tages- und Nachtpflege Verhinderungspflege Vollstationäre Pflege Zuschuss zum Hausnotruf bei Pflegegrad 1 Bei Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse einmalig 10,49 Euro als Zuschuss für die Anschlussgebühr sowie bis 25,50 Euro der monatlichen Betriebskosten. Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass die pflegebedürftige Person alleine lebt oder einen Großteil des Tages alleine ist, aufgrund des gesundheitlichen Zustandes jederzeit mit einem Notfall zu rechnen ist sowie ein Notruf nur mithilfe des Hausnotrufsystems abgesetzt werden kann. Monatlicher Zuschuss zu Pflegehilfsmitteln Bezuschusst werden von der Pflegekasse die sogenannten Pflegehilfsmittel zum Verbrauch mit einem Betrag von monatlich bis zu 40 Euro. Dabei kann es sich um Desinfektionsmittel , Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, medizinische Gesichtsmasken bzw. FFP2-Masken oder Schutzbekleidung für Pflegepersonal handeln. Über die Zusammenstellung der Produkte kann der Pflegebedürftige selbst entscheiden. Die meisten Anbieter von Pflegeboxen übernehmen die Abrechnung mit der Pflegekasse. Wohnraumanpassung: Kostenzuschuss für Barriereanpassung Damit eine pflegebedürftige Person möglichst lange im eigenen Haushalt leben kann, sind oftmals Umbaumaßnahmen für Barrierefreiheit notwendig. Das kann beispielsweise die Installation eines Treppenlifts sein, der Einbau einer bodentiefen Dusche oder das Anbringen von Haltegriffen. Unter der Voraussetzung, dass die Umbauten die häusliche Pflege erleichtern und eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen, gewährt die Pflegekasse einen Zuschuss von einmalig bis zu 4.000 Euro . Wohngruppen-Förderung für Pflege-Wohngruppen Leben drei bis zwölf Personen zusammen in einer Pflege-WG oder Senioren-Wohngemeinschaft, besteht der Anspruch auf einen Wohngruppen-Zuschuss von 214 Euro monatlich. Voraussetzung ist, dass einem selbst und noch mindestens zwei weiteren Personen ein anerkannter Pflegegrad von 1 bis 5 bescheinigt wurde. Bei Gründung einer Pflege-Wohngruppe können maximal vier Bewohner einmalig 2.500 Euro als Anschubfinanzierung beantragen, um die Wohnung barrierefrei zu gestalten. Der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 Bei Pflegegrad 1 erhalten Sie pro Monat einen Entlastungsbetrag von 125 Euro . Das Geld ist zweckgebunden und dient der Förderung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen und der Entlastung pflegender Angehöriger. Bezahlt werden können davon Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Bei Pflegegrad 1 ist eine Haushaltshilfe , die den Wohnungsputz oder beschwerliche Hausarbeiten übernimmt, oftmals eine gute Unterstützung. Alternativ kann der Betrag für Leistungen von Alltagshelfern , z.B. für die Begleitung zum Arzt, zu Behörden oder für Freizeitaktivitäten eingesetzt werden. &amp;nbsp; Wird der Entlastungsbetrag nicht oder nur teilweise benötigt, kann er angespart werden, um bestimmte Pflegeleistungen zu finanzieren. Diese Leistungen müssen Sie bei Pflegegrad 1 selbst bezahlen Da pflegebedürftige Personen noch weitgehend selbstständig sind, besteht bei Pflegegrad 1 kein Anspruch auf eine Geldleistung für Angehörige . Verschiedene Sachleistungen werden ebenfalls erst ab Pflegegrad 2 gewährt. Aus eigener Tasche zu finanzieren sind bei Pflegegrad 1: Pflegesachleistungen, also Maßnahmen wie z.B. Körperpflege, die durch professionelle Pflegekräfte im häuslichen Umfeld erfolgen Verhinderungspflege: Wenn ein Angehöriger, der ansonsten die häusliche Pflege übernimmt, aufgrund von Urlaub oder Krankheit ausfällt, besteht bei Pflegegrad 1 kein Anspruch auf die sogenannte Verhinderungspflege. Welche Kosten auf den Pflegebedürftigen zukommen, hängt davon ab, welche Leistungen im Einzelnen benötigt werden. Tages- und Nachtpflege: Je nach Einrichtung und Leistungspaket können pro Tag bzw. Nacht Kosten zwischen 50 und 100 Euro anfallen. Kurzzeitpflege: Die Kosten für eine Kurzzeitpflege belaufen sich durchschnittlich auf 80 bis 120 Euro pro Tag. Ist nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Klinikbehandlung eine intensive Pflege in einer stationären Einrichtung erforderlich, kann unter gewissen Voraussetzungen jedoch Anspruch auf die sogenannte Übergangspflege für bis zu maximal zehn Tage bestehen. Formloser Widerspruch: Wenn Pflegegrad 1 nicht ausreicht Ihnen wurde nur Pflegegrad 1 zugesprochen, obwohl Sie aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr Leistungen benötigen? Dann können Sie formlos innerhalb von vier Wochen Widerspruch bei Ihrer Pflegekasse einlegen, damit die Pflegesituation erneut geprüft wird. Eine solche Wiederholungsbegutachtung durch den Medizinischen Dienst wird auch notwendig, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat und Sie einen höheren Pflegegrad beantragt haben. Bei offenen Fragen: Ihre Kranken- und Pflegekasse sind die ersten Ansprechpartner Das Thema Pflege ist so komplex, dass es schwer ist, hier den Überblick zu behalten. Nicht nur, wenn die Pflegebedürftigkeit gerade erst eingetreten ist – auch während der Pflegezeit ergeben sich bei betroffenen Personen und deren Angehörigen viele Fragen. Erste Anlaufstelle in allen Belangen sind Krankenkasse oder Pflegekasse. Alternativ können Sie sich auch an einen Pflegestützpunkt oder Wohlfahrtsverbände wenden. Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie in der Datenbank der Stiftung ZQP. In den kostenlosen Beratungsgesprächen erhalten Sie unter anderem fundierte Informationen zu einzelnen Pflegegraden, Geld- und Sachleistungen der Pflegekasse, Antragstellung und Begutachtung der Pflegebedürftigkeit, Organisation der häuslichen Pflege sowie zu alternativen Wohnformen und stationärer Pflege. ]]> </content> <updated>2022-12-14T12:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegegrad 2: Voraussetzungen &amp; Leistungen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-2</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-2"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Im fortgeschrittenen Alter oder nach einer schweren Erkrankung kann die Selbstständigkeit beeinträchtigt sein und in bestimmten Bereichen Hilfe erforderlich werden. Bei dauerhaften gesundheitsbedingten Einschränkungen kann ein Anspruch auf Pflegegrad 2 oder höher bestehen. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Was bedeutet Pflegegrad 2 Voraussetzungen Leistungsübersicht Entlastungsbetrag Pflege durch Angehörige &amp;nbsp; Im fortgeschrittenen Alter oder nach einer schweren Erkrankung kann die Selbstständigkeit beeinträchtigt sein und in bestimmten Bereichen Hilfe erforderlich werden. Bei dauerhaften gesundheitsbedingten Einschränkungen kann ein Anspruch auf Pflegegrad 2 oder höher bestehen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Voraussetzungen für Pflegegrad 2 erfüllt sein müssen, welche Geld- und Sachleistungen die Pflegekasse bei Pflegegrad 2 gewährt und wie Sie den monatlichen Entlastungsbetrag einsetzen können. &amp;nbsp; Der Pflegegrad 2 entspricht den ehemaligen Pflegestufen 0 oder 1. Um pflegebedürftige Personen besser unterstützen zu können, wurde 2017 das 2. Pflegestärkungsgesetz (PSG II) eingeführt. Damit wurde auch die Einordnung in Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt. Was Pflegegrad 2 bedeutet: Definition Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird in Deutschland in die Pflegegrade 1 bis 5 eingeteilt. Pflegegrad 2 besteht gemäß § 15 Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit . Entscheidendes Kriterium für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit ist, dass die gesundheitsbedingten Einschränkungen dauerhaft – das bedeutet für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten – bestehen. Diese Voraussetzungen müssen für Pflegegrad 2 gegeben sein Für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit ist zunächst ein formloser Antrag an die zuständige Pflegekasse zu stellen. Dabei müssen Sie nicht angeben, welcher Pflegegrad angestrebt wird. Die Einordnung in den Pflegegrad ergibt sich aus dem Gutachten , das bei gesetzlich Versicherten vom Medizinischen Dienst (MD) bzw. bei privatversicherten Patienten von Medicproof erstellt wird. In die Bewertung der Pflegebedürftigkeit fließen die Selbstständigkeit und Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen (Module) ein, die unterschiedlich gewichtet werden: Mobilität (10 %) Kognitive und kommunikative Fähigkeiten Verhaltensweisen und psychische Problemlagen Selbstversorgung (40 %) Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen (20 %) Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %) &amp;nbsp; Eine Besonderheit besteht bei den Modulen 2 und 3. Sie fließen gemeinsam mit 15 % in die Bewertung ein. Damit Pflegegrad 2 anerkannt wird, ist eine Gesamtpunktzahl von 27 bis unter 47,5 Punkte notwendig. Ausführliche Informationen über den Ablauf des Gutachtens und die einzelnen Module haben wir in unserem großen Pflegegrad-Ratgeber für Sie zusammengestellt. Leistungsübersicht für den Pflegegrad 2: Pflegebedürftige, die im Alltag stets auf Hilfe angewiesen sind Bei der Bewilligung von Pflegegrad 2 stehen Ihnen folgende Leistungen zu: Pflegegeld: monatlich 316 Euro bei häuslicher Pflege durch Angehörige Pflegesachleistungen: 724 Euro pro Monat bei häuslicher Versorgung durch den Pflegedienst Vollstationäre Pflege: 770 Euro monatlich Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege): 689 Euro pro Monat Kurzzeitpflege: 1.774 Euro pro Jahr Verhinderungspflege: 1.612 Euro jährlich &amp;nbsp; Zusätzlich haben Sie – sofern es sich um häusliche Pflege handelt – Anspruch auf alle Leistungen , die auch für Pflegegrad 1 gewährt werden: monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro Zuschuss für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Bis zu 40 Euro pro Monat Zuschuss zum Hausnotruf: Bis 25,50 Euro monatlich für eine notwendige Wohnraumanpassung einmalig bis zu 4.000 Euro Wohngruppenzuschuss von monatlich 214 Euro, falls Sie in einer Pflege-WG leben &amp;nbsp; Je nach Art der gesundheitlichen Einschränkungen übernimmt zudem die Krankenkasse komplett oder zumindest anteilig die Kosten für bestimmte Pflegehilfsmittel wie z.B. einen Rollator oder Rollstuhl . Pflegegeld bei Pflegegrad 2 Ein Anspruch auf Pflegegeld besteht, falls Sie zuhause gepflegt werden und die Pflege durch Angehörige erfolgt. Bei Pflegegrad 2 beträgt die Geldleistung für Angehörige 316 Euro pro Monat. Zur Entlastung des pflegenden Angehörigen oder falls die häusliche Pflege nicht in einem ausreichenden Umfang gewährleistet werden kann, zahlt die Pflegekasse bis zu 689 Euro monatlich für die Tages- und Nachtpflege . Die Inanspruchnahme der teilstationären Pflege wirkt sich nicht auf die Höhe des monatlichen Pflegegeldes aus. Ist der pflegende Angehörige in Urlaub oder krank, gewährt die Pflegekasse bei Pflegegrad 2 für maximal 28 Tage pro Jahr einen Zuschuss zur sogenannten Verhinderungspflege von 1.612 Euro. Während dessen Auszeit erhält der Angehörige weiterhin die Hälfte des Pflegegeldes, also monatlich 158 Euro. Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 2 Unter Pflegesachleistungen versteht man pflegerische Tätigkeiten, die durch einen ambulanten Pflegedienst im häuslichen Umfeld durchgeführt werden. Bei Pflegegrad 2 haben Sie einen Anspruch auf Pflegesachleistungen von 724 Euro pro Monat . Welche Leistungen (z.B. Körperpflege) die Pflegekraft im Einzelnen übernimmt, können Pflegebedürftige selbst bestimmen. Die Kombination aus Geld- und Sachleistung beim Pflegegrad 2 Die häusliche Pflege erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Kraft und fachliche Kompetenz. Um die bestmögliche Versorgung des Pflegebedürftigen zu gewährleisten, kann es deshalb empfehlenswert sein, die Pflege zwischen dem oder den Angehörigen und geschultem Pflegepersonal aufzuteilen. Wird das Pflegegeld mit Pflegesachleistungen kombiniert, spricht man von Kombinationspflege . Die Höhe des Pflegegeldes verringert sich dann um den prozentualen Anteil der ausgeführten Pflegesachleistungen. Zur besseren Verdeutlichung ein Rechenbeispiel: Eine Person mit Pflegegrad 2 beauftragt den Pflegedienst monatlich mit Pflegesachleistungen in Höhe von 506,80 Euro, das entspricht 70 %. Damit bleibt ein Anspruch auf 30 % des Pflegegeldes, also 94,80 Euro. Der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 2 Personen mit einem anerkannten Pflegegrad, die zuhause gepflegt werden, steht der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich zu. Das gilt auch für Pflegegrad 2. Die Entlastungsleistung wurde eingeführt, um die Selbstständigkeit pflegebedürftiger Personen zu unterstützen und pflegende Angehörige zu entlasten . Das Geld kann für haushaltsnahe Dienstleistungen genutzt werden oder die Unterstützung durch Alltagsbegleiter , z.B. bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Wird der monatliche Entlastungsbetrag nicht oder nur teilweise benötigt, kann er angespart werden um zur Aufstockung der Mittel für z.B. die Tages- und Nachtpflege oder Kurzzeitpflege zu dienen. Pflege durch Angehörige: Pflegekurse als Vorbereitung auf die Pflege Die häusliche Pflege eines Familienmitglieds ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die einiges an Fachwissen erfordert. Pflegende Angehörige haben daher die Möglichkeit, kostenlos an Pflegekursen teilzunehmen, in denen praktisches Wissen wie z.B. Handgriffe bei der Körperpflege, Lagerungstechniken und Hygienemaßnahmen vermittelt werden. Zudem erwerben Teilnehmer Kenntnisse zu rechtlichen und finanziellen Themen rund um die Pflege und erhalten wichtige Tipps zur Selbstpflege . Worauf Sie als Pflegeperson zusätzlich Anspruch haben – vom Pflegegeld bis zu Rentenpunkten – können Sie im Ratgebertext “ Pflege von Angehörigen ” erfahren. ]]> </content> <updated>2022-12-14T12:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegegrad 3: Voraussetzungen &amp; Leistungen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-3</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-3"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Die Pflegebedürftigkeit eines Menschen wird in Deutschland in Pflegegrade eingeordnet. Damit lässt sich bestimmen, in welchem Umfang die Selbstständigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigungen eingeschränkt ist. Bei Pflegegrad 3 liegen weitgehende Einschränkungen der Fäh... ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Was bedeutet Pflegegrad 3? Voraussetzungen Leistungsansprüche Vollstationäre Pflege Auszahlung der Leistungen Kombination von Leistungen &amp;nbsp; Die Pflegebedürftigkeit eines Menschen wird in Deutschland in Pflegegrade eingeordnet. Damit lässt sich bestimmen, in welchem Umfang die Selbstständigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigungen eingeschränkt ist. Bei Pflegegrad 3 liegen weitgehende Einschränkungen der Fähigkeiten vor, Betroffene sind im Alltag dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen. Unser Beitrag bietet einen fundierten Überblick über Pflegegrad 3 . Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die Voraussetzungen für die Anerkennung des Pflegegrades, Geld- und Sachleistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3, Besonderheiten bei vollstationärer Pflege und Auszahlung und Abrechnung der Leistungen. &amp;nbsp; Zusätzlich erhalten Sie hilfreiche Tipps , wie sich verschiedene Leistungen kombinieren lassen und Sie so Ihre Pflege effektiver und erfolgreicher gestalten können. Was bedeutet Pflegegrad 3? Die Definition von Pflegegrad 3 hat der Gesetzgeber in § 15 des elften Sozialgesetzbuches (SGB X1) festgelegt. Demnach bezeichnet Pflegegrad 3 das Vorliegen von „schweren Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten“ . Wie bei allen Pflegegraden ist für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit entscheidend, dass die Beeinträchtigungen dauerhaft , d.h. voraussichtlich für mindestens sechs Monate, bestehen. Die Einstufung in Pflegegrade wurde 2017 mit dem 2. Pflegestärkungsgesetz (PSG II) eingeführt und hat die bis dato geltende Einordnung in Pflegestufen abgelöst. Der jetzige Pflegegrad 3 entspricht den früheren Pflegestufen 1 bzw. 2 (mit bzw. ohne eingeschränkter Alltagskompetenz). Für Pflegegrad 3 müssen diese Voraussetzungen erfüllt werden Zunächst ist bei der Pflegekasse ein formloser Antrag auf Anerkennung der Pflegebedürftigkeit zu stellen – ohne Angabe des angestrebten Pflegegrades. Welcher Pflegegrad tatsächlich gegeben ist, prüft ein Gutachter des Medizinisches Dienstes (MD). Sind Sie privat versichert, wird die Bewertung von Medicproof vorgenommen. Gemäß § 15 Absatz 2 SGB XI schätzt der Sachverständige die Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen (Module) ein, die unterschiedlich gewichtet werden: Mobilität (10 Prozent) kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (zusammen 15 Prozent) Selbstversorgung (40 Prozent) Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen (20 Prozent) Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 Prozent) &amp;nbsp; Wie die Prüfung erfolgt und welche Aspekte den einzelnen Modulen zugeordnet werden, erfahren Sie in unserem großen Pflegegrad-Ratgeber . Voraussetzung für Pflegegrad 3 ist, dass eine Gesamtpunktzahl zwischen 47,5 und unter 70 beträgt. Diese Leistungen können bei Einstufung in Pflegegrad 3 genutzt werden Um die Pflege zu organisieren, ist es für Pflegebedürftige und Angehörige wichtig zu wissen, wie hoch das Pflegegeld bei Pflegegrad 3 ist und wie die sonstigen Leistungen ausfallen. Bei Pflegegrad 3 besteht ein Anspruch auf folgende monatlichen bzw. jährlichen Geld- und Sachleistungen: Pflegegeld: 545 Euro pro Monat Pflegesachleistung: 1.363 Euro pro Monat Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege): 1.298 pro Monat Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr Kurzzeitpflege: 1.774 Euro pro Jahr Vollstationäre Pflege: 1.262 Euro pro Monat Bei häuslicher Pflege haben Sie zusätzlich Anspruch auf diverse Leistungen, die bei allen Pflegegraden gewährt werden: Entlastungsbetrag: 125 Euro monatlich Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Zuschuss bis 40 Euro monatlich Hausnotruf: Zuschuss bis 25,50 Euro monatlich plus einmalig 10,49 Euro zur Einrichtungsgebühr Wohnraumanpassung: Einmaliger Zuschuss von bis zu 4.000 Euro Wohngruppenzuschuss: 214 Euro monatlich &amp;nbsp; Ausführliche Informationen über die Zuschüsse, die bei allen Pflegegraden gewährt werden, finden Sie im großen Pflegegrad-Ratgeber . Pflegegeld bei Pflegegrad 3: Für häusliche Pflege durch Angehörige Erfolgt die Pflege zuhause und wird diese von Angehörigen übernommen, erhalten Sie bei Pflegegrad 3 von der Pflegekasse monatlich 545 Euro. Dieses Geld kann als Aufwandsentschädigung an den oder die Angehörigen weitergegeben werden, es steht Ihnen aber auch frei, das Pflegegeld zur Finanzierung anderer Hilfen zu verwenden. Wichtig zu wissen: Wird nur Pflegegeld bezogen, müssen Pflegebedürftige gemäß § 37 Abs. 3 SGB XI regelmäßig den sogenannten Beratungseinsatz in Anspruch nehmen. Die Maßnahme dient dazu, die Qualität der häuslichen Pflege sicherzustellen. Für Pflegegrad 3 ist das halbjährlich verpflichtend. Wird die Beratung nicht in Anspruch genommen, kann das Pflegegeld gekürzt oder im Wiederholungsfall sogar gestrichen werden. Leistungen zur Ergänzung der Pflege durch Angehörige Pflegenden Angehörigen ist es nicht immer möglich, die häusliche Versorgung komplett abzudecken. Bei Pflegegrad 3 kann deshalb zusätzlich die Tages- und Nachtpflege in Höhe von bis zu 1.298 Euro monatlich in Anspruch genommen werden. Die pflegebedürftige Person wird hauptsächlich zu Hause gepflegt, aber an einigen Wochentagen tagsüber oder nachts in einer Pflegeeinrichtung betreut. Man spricht deshalb auch von teilstationärer Pflege. Der Zuschuss der Pflegekasse kann für die Kosten der Grund- und Behandlungspflege eingesetzt werden. Verpflegung und Unterbringung müssen selbst finanziert werden. Die gesetzlichen Bestimmungen berücksichtigen auch, dass pflegende Angehörige Urlaub in Anspruch nehmen, selbst einmal krank sein können oder wichtige Termine wahrnehmen müssen. In diesem Fall greift die Verhinderungspflege. Sie wird bei Pflegegrad 3 bis zu 1.612 Euro monatlich(?) für maximal vier Wochen pro Jahr gewährt, falls ein ambulanter Pflegedienst beauftragt wird. Übernimmt ein anderer Angehöriger die Verhinderungspflege, zahlt die Pflegekasse bis zu 818 Euro pro Jahr. Unabhängig davon verringert sich das monatliche Pflegegeld im entsprechenden Zeitraum auf die Hälfte. Pflegesachleistungen: Ambulante Pflege durch den Pflegedienst Wird die häusliche Pflege von einem professionellen Pflegedienst übernommen, bewilligt die Pflegekasse bei Pflegegrad 3 sogenannte Pflegesachleistungen bis zu 1.363 Euro pro Monat . Welche Leistungen (Körperpflege, Hilfe im Haushalt etc.) beauftragt werden, kann der Pflegebedürftige auf seinen individuellen Bedarf abstimmen. Seitens der Pflegekasse gibt es dahingehend keine Vorgaben. Das gilt bei Pflegegrad 3 bei vollstationärer Pflege Kann oder möchte der Pflegebedürftige nicht zuhause gepflegt werden, sieht die Pflegekasse für die vollstationäre Pflege bei Pflegegrad 3 einen Zuschuss von monatlich 1.262 Euro vor. Das genügt im Allgemeinen nicht, um die Pflegekosten zu decken. Der pflegebedingte Eigenanteil (EEE) orientiert sich seit der Einführung des 2. Pflegestärkungsgesetzes nicht mehr am Pflegebedarf und Pflegegrad, sondern ist für alle Bewohner der Einrichtung einheitlich. Wie hoch der Pflegesatz ist, kann jedoch je nach Pflegeheim variieren. Unterbringung und Verpflegung sind zudem bei vollstationärer Pflege aus eigener Tasche zu zahlen. Wichtig zu wissen: Da die pflegebedürftige Person bei vollstationärer Pflege rundum versorgt ist, zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 3 nur den Zuschuss von 1.262 Euro pro Monat. Pflegebedürftige haben keinen Anspruch auf weitere Leistungen wie z.B. den monatlichen Entlastungsbetrag oder den Zuschuss für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Einen Sonderfall stellt die Kurzzeitpflege dar. Sie erfolgt zwar ebenfalls vollstationär, aber nur für einen begrenzten Zeitraum – beispielsweise, wenn nach einem Klinikaufenthalt eine intensive Versorgung notwendig ist. Die Pflegekasse gewährt für Kurzzeitpflege maximal 1.774 Euro pro Jahr. Der Anspruch auf die sonstigen Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3 bleibt davon unberührt. Abrechnungsoptionen: Wie werden die Leistungen ausgezahlt? Die Leistungen der Pflegeversicherung können auf drei Arten bezogen werden: Das Pflegegeld wird monatlich auf das Konto überwiesen. Wie das Geld eingesetzt wird, kann der Pflegebedürftige selbst bestimmen, für die Zahlung sind keine Belege notwendig. Anbieter von Pflegesachleistungen und stationären Leistungen rechnen direkt – bis zum Maximalbetrag – mit der Pflegekasse ab. Leistungen, die zunächst selbst bezahlt werden müssen und nur nach Vorlage der Quittungen erstattet werden, sind die Zuschüsse zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch . Bei Anbietern sogenannter Pflegeboxen gehört jedoch die direkte Abrechnung mit der Pflegekasse meist zum Service. &amp;nbsp; Nur gegen Beleg wird zudem der monatliche Entlastungsbetrag erstattet, der z.B. für die stundenweise Beschäftigung einer Haushaltshilfe oder eines Alltagsbegleiters eingesetzt werden kann. Leistungen kombinieren: Tipps, wie Sie noch mehr profitieren können Werden bei Pflegegrad 3 die Höchstbeträge gewisser Leistungen nicht voll ausgeschöpft , können Sie Ihren Anspruch auf andere Leistungen übertragen . Möglich ist das bei einigen Leistungen, die Ihnen bei häuslicher Pflege zustehen: Bei der sogenannten Kombinationspflege können Pflegesachleistungen und Pflegegeld kombiniert werden. Der Prozentsatz an Pflegesachleistungen, der nicht benötigt wird, wird anteilig als Pflegegeld an Sie ausgezahlt. Ein Rechenbeispiel: Die Leistungen des Pflegedienstes belaufen sich monatlich auf 817,80 Euro, das sind 60 % des Höchstbetrages. Damit entsteht ein zusätzlicher Anspruch von 40 % des Pflegegeldes, bei Pflegegrad 3 entspricht das 218 Euro. Für ungenutzte Pflegesachleistungen besteht zudem ein Umwandlungsanspruch : Bis zu 40 % des Höchstbetrages, also maximal 537,20 Euro monatlich, können für Betreuungsleistungen eingesetzt werden. Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege lassen sich ebenfalls kombinieren. Wird das Budget für die Verhinderungspflege nicht oder nur teilweise aufgebraucht, kann der gesamte Restbetrag für Kurzzeitpflege genutzt werden. Umgekehrt lassen sich auch die Leistungen für Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege übertragen – mit einer Einschränkung: Umwandelbar ist nur die Hälfte des jährlichen Höchstbetrages, also 806 Euro. ]]> </content> <updated>2022-12-14T09:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegegrad 4: Voraussetzungen &amp; Leistungen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-4</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-4"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Fallen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen selbst einfache alltägliche Tätigkeiten schwer und wird dauerhaft intensive Unterstützung benötigt, kann Pflegegrad 4 gegeben sein. An Pflegegrad 4 ist ein umfangreiches Leistungspaket geknüpft. Welche Leistungen die Pflegekasse... ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Was bedeutet Pflegegrad 4 Voraussetzungen Leistungskatalog &amp;nbsp; Die Pflegebedürftigkeit wird in Deutschland in fünf Pflegegrade unterteilt. Die Einordnung bemisst sich danach, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen beeinträchtigt ist. Entsprechende Leistungen der Pflegekasse zielen darauf ab, die selbstständige Lebensführung zu fördern oder zumindest zu erhalten. Fallen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen selbst einfache alltägliche Tätigkeiten schwer und wird dauerhaft intensive Unterstützung benötigt, kann Pflegegrad 4 gegeben sein. Unser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick, was Pflegegrad 4 konkret bedeutet, unter welchen Voraussetzungen Pflegegrad 4 anerkannt wird und auf welche Geld- und Sachleistungen bei Pflegegrad 4 ein Anspruch besteht. &amp;nbsp; An Pflegegrad 4 ist ein umfangreiches Leistungspaket geknüpft. Welche Leistungen die Pflegekasse im Einzelfall gewährt, hängt vor allem davon ab, ob die Pflege ambulant oder stationär erfolgt. Definition: Was bedeutet Pflegegrad 4? Pflegegrad 4 ist der zweithöchste Pflegegrad . Er bezeichnet gemäß § 15 des elften Sozialgesetzbuchs (SGB XI) „ schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten“. Mit der Einteilung in Pflegegrade wurden 2017 beim Inkrafttreten des 2. Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) die ehemaligen Pflegestufen ersetzt. Pflegegrad 4 entspricht der früheren Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) bzw. Pflegestufe 3. Diese Voraussetzungen müssen für Pflegegrad 4 erfüllt sein Ein Pflegegrad besteht nicht automatisch aufgrund bestimmter gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Wichtigste Voraussetzung ist daher, zunächst einen formlosen Antrag auf Pflegebedürftigkeit an die Pflegekasse zu stellen. Daraufhin bewertet ein Gutachter des medizinisches Dienstes (MD) die Fähigkeiten in insgesamt sechs Modulen – unter anderem handelt es sich dabei um die Bereiche Mobilität, kognitive Fähigkeiten und Selbstversorgung – und vergibt nach einem festgelegten System je nach vorliegenden Einschränkungen Punkte. Für die Anerkennung von Pflegegrad 4 sind 70 bis unter 90 Punkte von insgesamt 100 Punkten erforderlich. Detaillierte Informationen zur Antragstellung , dem Ablauf des Gutachtens sowie zu den verschiedenen Modulen und deren Gewichtung haben wir in unserem großen Pflegegrad-Ratgeber für Sie zusammengestellt. Der Leistungskatalog bei Pflegegrad 4: Alles Wichtige für Sie auf einen Blick Bei Pflegegrad 4 ist ein hoher Pflegeaufwand notwendig. Entsprechend sind bestimmte Leistungen der Pflegeversicherung, die direkt die tägliche Versorgung betreffen, höher als bei niedrigeren Pflegegraden. Zusätzlich kann ein Anspruch auf Leistungen bestehen, die für alle Pflegegrade gelten. Folgende Leistungen stehen Ihnen speziell bei Pflegegrad 4 – abhängig davon, ob Sie zuhause oder in einer stationären Einrichtung gepflegt werden – zu: Vollstationäre Pflege: 1.775 Euro monatlich Pflegegeld: 728 Euro monatlich Pflegesachleistungen: 1.693 Euro monatlich Tages- und Nachtpflege: 1.612 Euro monatlich Kurzzeitpflege: 1.774 Euro jährlich (für Pflegegrade 2 bis 5 identisch) Verhinderungspflege: 1.612 Euro jährlich (für Pflegegrade 2 bis 5 identisch) &amp;nbsp; Handelt es sich um häusliche Pflege , haben Sie zusätzlich Anspruch auf diese Leistungen für alle Pflegegrade: Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich Zuschuss für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch von bis zu 40 Euro monatlich Zuschuss zum Hausnotruf von 25,50 Euro monatlich Zuschuss für Wohnraumanpassungen, einmalig bis zu 4.000 Euro Wohngruppenzuschuss von 214 Euro monatlich, falls Sie in einer Pflege-WG leben &amp;nbsp; Mehr über die einzelnen Leistungen, die bei ambulanter Pflege allen Pflegegraden zustehen, erfahren Sie in unserem Pflegegrad-Ratgeber . Zuschüsse und Eigenanteil für die vollstationäre Pflege bei Pflegegrad 4 Grundsätzlich haben Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige die Wahl, ob sie zuhause oder in einer stationären Einrichtung versorgt werden möchten. Entscheidet man sich für vollstationäre Pflege, gewährt die Pflegekasse bei Pflegegrad 4 einen monatlichen Betrag von maximal 1.775 Euro . In diesem Fall besteht kein Anspruch auf weitere Leistungen. Der genannte Betrag steht ausschließlich für Pflegeleistungen zur Verfügung. In der Regel reicht er nicht aus, um den erforderlichen Aufwand für Grund- und Behandlungspflege zu decken. Der verbleibende Eigenanteil ist für jeden Bewohner des Pflegeheims – unabhängig vom Pflegegrad – gleich. Man spricht deshalb auch vom einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) . Um die finanzielle Belastung vor allem für langjährige Bewohner abzumildern, wird seit 2022 ein Leistungszuschlag für den Eigenanteil gewährt, der sich an der Dauer des Pflegeheimaufenthalts bemisst. Er beträgt 5 Prozent bei bis zu 12 Monaten 25 Prozent bei mehr als 12 Monaten 50 Prozent bei mehr als 24 Monaten und 70 Prozent bei einem Aufenthalt von mehr als 36 Monaten. &amp;nbsp; Unabhängig davon müssen Unterbringung und Verpflegung sowie ggfs. auch ein Betrag für Investitionskosten der Pflegeeinrichtung selbst bezahlt werden. Diese monatlichen Leistungen stehen Ihnen bei ambulanter Pflege zu Bei häuslicher Pflege sieht der Gesetzgeber zwei Modelle vor: Die Pflege durch Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst . Auf die Leistungen wirkt sich das bei Pflegegrad 4 wie folgt aus: Bei häuslicher Pflege durch Angehörige wird monatlich ein Pflegegeld in Höhe von 728 Euro bewilligt. Es steht ihm frei, ob er das Geld als Aufwandsentschädigung an den Angehörigen weiterreicht oder für sonstige Dienstleistungen verwendet. Wird die Pflege stattdessen von Pflegefachkräften übernommen, gewährt die Pflegekasse die sogenannten Pflegesachleistungen von bis zu 1.693 Euro monatlich . Der Pflegedienst rechnet in diesem Fall direkt mit der Kasse ab, so dass der Pflegebedürftige nicht in Vorkasse gehen muss. Werden die Pflegesachleistungen nicht voll ausgeschöpft, kann Kombinationspflege beantragt werden. Der nicht genutzte Anteil der Sachleistungen wird dann prozentual als Pflegegeld gewährt. Ein Beispiel: Vom Pflegedienst werden nur Sachleistungen von 1.015,80 Euro monatlich, also 60 Prozent, benötigt. Die restlichen 40 Prozent können als Pflegegeld ausgezahlt werden. Bei Pflegegrad 4 entspricht das 291,20 Euro pro Monat. Um pflegende Angehörige zu entlasten, kann zudem die Tages- und Nachtpflege mit bis zu 1.612 Euro monatlich in Anspruch genommen werden. Die Pflege erfolgt dabei weiterhin hauptsächlich zuhause, je nach Bedarf wird die pflegebedürftige Person an einigen Tagen oder Nächten in einer Pflegeeinrichtung versorgt und betreut. Dieser Zuschuss für die teilstationäre Pflege kann allerdings nur für die pflegerische Versorgung und den Fahrdienst verwendet werden. Verpflegung, Unterkunft und Betreuung sind selbst zu finanzieren. Auf die Höhe des Pflegegeldes hat die Inanspruchnahme der Tages- und Nachtpflege keinen Einfluss. Jährliche Leistungen bei Pflegegrad 4 Für bestimmte Leistungen der Pflegekasse besteht ein jährlicher Höchstbetrag: Verhinderungspflege kann genutzt werden, wenn der pflegende Angehörige im Urlaub ist oder wegen Erkrankung ausfällt. Bei Pflegegrad 4 besteht ein Anspruch auf bis zu 1.612 Euro für maximal vier Wochen pro Jahr, wenn die Pflege durch einen professionellen Pflegedienst erfolgt. Übernimmt stattdessen ein anderer Angehöriger die Pflege, darf der 1,5-fache Satz des Pflegegeldes nicht überschritten werden. Wird bei Pflegegrad 4 Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung (z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt) benötigt, wird ein Zuschuss in Höhe von maximal 1.774 Euro für bis zu 4 Wochen im Jahr gewährt. &amp;nbsp; Die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege hat Auswirkungen auf das Pflegegeld: Während der entsprechenden Zeiträume wird die Geldleistung um die Hälfte reduziert. ]]> </content> <updated>2022-12-14T08:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegegrad 5: Wichtiges über Erfüllungskriterien und die Pflegeleistungen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-5</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegegrad/pflegegrad-5"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Der Pflegegrad 5 entspricht dem höchsten Pflegegrad in Deutschland. Wer davon betroffen ist, kann seinen Alltag nicht mehr allein bewältigen und ist kontinuierlich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Inhaltsverzeichnis Was bedeutet Pflegegrad 5 Kriterien Leistungsumfang Unterstützungen &amp;nbsp; Der Pflegegrad 5 entspricht dem höchsten Pflegegrad in Deutschland. Wer davon betroffen ist, kann seinen Alltag nicht mehr allein bewältigen und ist kontinuierlich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. In unserem Ratgeber-Artikel informieren wir Sie umfassend über die Möglichkeiten der Hilfestellung und Unterstützung durch die Pflegeversicherung. Hier erfahren Sie, welche Kriterien für die Einstufung in Pflegegrad 5 entscheidend sind. welche Leistungen Pflegebedürftigen zustehen. wie hoch die Zuschüsse bei ambulanter und stationärer Versorgung ausfallen. wie die Abrechnung von Sachleistungen mit der Pflegekasse erfolgt. welche Zuschüsse pflegende Angehörige erwarten dürfen und welche Leistungen bei Umbaumaßnahmen bezuschusst werden. Definition: Pflegegrad 5 weist einen hohen Pflegebedarf nach Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad in Deutschland . Er bezeichnet gemäß §15 des elften Sozialgesetzbuchs (SGB XI) „ schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung “. Mit Pflegegrad 5 stehen Pflegebedürftigen die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung zu. Mit der Einteilung in Pflegegrade wurden 2017 beim Inkrafttreten des 2. Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) die ehemaligen Pflegestufen ersetzt. Pflegegrad 5 entspricht der früheren Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder 3+ (Härtefall). Für Pflegegrad 5 müssen spezielle Kriterien erfüllt werden Der Pflegegrad 5 (Härtefall) liegt vor, wenn Pflegebedürftige ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen können und eine intensiv-pflegerische Versorgung rund um die Uhr benötigen. &amp;nbsp; Der Anspruch auf Pflegegrad wird nicht automatisch aufgrund bestimmter gesundheitlicher Beeinträchtigungen gewährleistet. Wichtig ist es zunächst, einen formlosen Antrag auf Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse einzureichen. Wie das genau funktioniert und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Pflegegrad-Ratgeber . Bei der Einstufung bewertet ein Gutachter des medizinischen Dienstes (MD) die Einschränkungen des Pflegebedürftigen in insgesamt sechs verschiedenen Lebensbereichen und vergibt nach einem festgelegten System Punkte. Für die Anerkennung des Pflegegrad 5 sind 90 bis 100 Punkte erforderlich. Der höchste Leistungsumfang beim 5. Pflegegrad: Diese Unterstützungen können in Anspruch genommen werden Wenn eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung vorliegt und der Pflegegrad 5 bewilligt wird, stehen Pflegebedürftigen folgende Leistungen monatlich zu: Ambulantes Pflegegeld 901 € Pflegesachleistungen ambulant 2.095 € Entlastungsbetrag bei ambulanter Pflege 125 € Leistungsbeitrag bei vollstationärer Pflege 2.005 € Leistungsbeitrag bei teilstationärer Pflege 1.995 € Hausnotruf, Zuschuss 23/25,50 € Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 40 € Wohngruppenzuschlag für ambulante WG 214 € Sämtliche bei Pflegegrad 1 gelisteten Leistungen Bei Pflegegrad 5 kann die stationäre oder ambulante Pflege bezuschusst werden Grundsätzlich ist es Pflegebedürftigen in Deutschland freigestellt, ob sie zu Hause oder in einer stationären Einrichtung gepflegt werden wollen. Bei der stationären Unterbringung in einem Pflegeheim haben Menschen mit Pflegegrad 5 Anspruch auf eine monatliche Geldleistung in Höhe von 2.005 Euro für die stationäre Versorgung. Allerdings reicht dieser Betrag nicht aus, um alle Kosten zu decken, denn die Unterbringung und Verpflegung müssen vom Pflegebedürftigen selbst finanziert werden. Wer zu Hause von einem ambulanten Dienst gepflegt wird, erhält von der Pflegekasse monatliche Pflegesachleistungen in Höhe von 2.095 Euro . Falls dieser Betrag nicht vollständig ausgeschöpft wird, kann das Pflegegeld mit den Pflegesachleistungen kombiniert werden ( Kombinationspflege ). Dazu ein Beispiel: Werden die Pflegesachleistungen nur zu 70 Prozent beansprucht, erhält der Pflegebedürftige zusätzlich 30 Prozent seines Pflegegeldes, das er für Betreuungs- und Alltagshilfen verwenden kann. &amp;nbsp; Falls Angehörige oder andere Pflegehilfen die Pflege und Versorgung Betroffener zu Hause übernehmen, zahlt die Pflegekasse hierfür ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 901 Euro. Höhe der Sachleistungen und Bargeldauszahlungen in der 5. Pflegestufe Ambulantes Pflegegeld: Menschen mit Pflegegrad 5, die von einem Angehörigen oder einer Pflegehilfe zu Hause gepflegt werden, erhalten von der Pflegekasse eine monatliche Geldleistung in Höhe von 901 Euro - direkt auf ihr Konto. Pflegesachleistung: Wird ein Pflegebedürftiger von einem ambulanten Pflegedienst versorgt, werden Pflegesachleistungen mit 2.095 Euro vergütet und direkt mit dem Pflegedienst abgerechnet. Entlastungsbetrag bei ambulanter Pflege: Mit einem monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro können pflegende Angehörige durch externe Hilfsangebote entlastet werden (z. B. Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege). Nachdem der Pflegebedürftige in Vorleistung getreten ist, werden ihm die Auslagen nach Einreichen der Rechnungsbelege von der Pflegekasse erstattet. Leistungsbeitrag bei vollstationärer Pflege: Ist der Pflegebedürftige stationär untergebracht, wird die Geldleistung für die vollstationäre Pflege in Höhe von 2.005 Euro direkt mit der Pflegeeinrichtung abgerechnet. Leistungsbeitrag bei teilstationärer Pflege: Auch bei der teilstationären Pflege (Versorgung an einzelnen Tagen) erfolgt die Abrechnung direkt mit der Pflegeeinrichtung. Hausnotruf: Bei Pflegegrad 5 wird der Hausnotruf monatlich mit 23 Euro bzw. 25,50 Euro bei entsprechendem Vertrag des Anbieters bezuschusst und direkt mit diesem abgerechnet. Pflegehilfsmittel: Für Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe, Bettauflagen etc. steht Pflegebedürftigen eine monatliche Pauschale in Höhe von 40 Euro zur Verfügung. Die Abrechnung der Aufwendungen bis zum Maximalbetrag erfolgt nach Einreichung der Belege bei der Pflegekasse. Ist ein Pflegedienst beauftragt, rechnet dieser in aller Regel direkt mit dem Versicherer ab. Wohngruppenzuschla g (ambulante WG): Wer in einer Pflegewohngemeinschaft lebt, erhält von der Pflegekasse einen monatlichen Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro im Voraus - unabhängig von der Höhe des Pflegegrades. Zuschüsse für pflegende Angehörige sind unter bestimmten Bedingungen möglich Pflegen Angehörige Bedürftige, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für Pflegekurse . Hierdurch wird sichergestellt, dass Betroffene die benötigte Pflege und Fürsorge erhalten. Die Schulungen werden z. B. von Pflegediensten und Bildungsträgern angeboten. Zudem haben Pflegebedürftige und deren Angehörige Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegeversicherung oder einen neutralen Anbieter. Der Anspruch gilt bereits innerhalb der ersten zwei Wochen nach Antragstellung auf Pflegegrad-Einstufung. Für bis zu sechs Wochen im Jahr übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für die Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro im gewohnten Umfeld, wenn die Pflegeperson krankheitsbedingt ausfällt oder im Urlaub ist. Dabei ist es möglich, dass ein ambulanter Pflegedienst tätig wird oder eine private Person . Bei einer Vertretung durch einen nahestehenden Verwandten wird der 1,5-fache Satz des Pflegegeldes in Höhe von 1.351,50 Euro vergütet. Anpassungen des Wohnraums: Welche Kosten können übernommen werden? Einmalig kann die Pflegekasse erforderliche Umbaumaßnahmen in der Wohnung des Pflegebedürftigen mit einem Betrag von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme bezuschussen, sofern die Umbauten die häusliche Pflege ermöglichen oder erleichtern – z. B. der Einbau eines Treppenlifts oder der Umbau des Badezimmers. Falls sich der Pflegebedarf ändert und hierdurch weitere Anpassungen des Wohnraums erforderlich werden, kann die Pflegekasse ggf. weitere Maßnahmen bezuschussen. Pflegebedürftige, die eine Pflege-Wohngemeinschaft gründen oder darin leben , können einmalig eine Anschubfinanzierung über 2.500 Euro für bauliche Veränderungen oder anfallende Kosten für jeden pflegebedürftigen Mitbewohner erhalten. Die Anschubfinanzierung ist auf maximal 10.000 Euro pro WG begrenzt. Einmalige und regelmäßige Leistungen: Diese Unterstützungen können Sie außerdem noch in Anspruch nehmen Die Leistungen der Pflegeversicherung unterscheiden sich in ihrer Regelmäßigkeit und werden monatlich, jährlich oder einmalig erstattet: Monatliche Leistungen Pflegegeld 901 € Pflegesachleistungen 2.095 € Teilstationäre Pflege 1.995 € Vollstationäre Pflege 2.005 € Entlastungsleistungen 125 € Pflegehilfsmittel 40 € Hausnotruf 23/25,50 € Wohngruppenzuschuss 214 € &amp;nbsp; Jährliche Leistungen Kurzzeitpflege 1.774 € Verhinderungspflege 1.612 € Verhinderungspflege 1.352 € (Angehörige) &amp;nbsp; Einmalige Leistungen Wohnraumanpassung 4.000 € Anschubfinanzierung 2.500 € ]]> </content> <updated>2022-12-14T07:45:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Ausbildung und Arbeit im Pflegebereich: Alles, was Sie wissen müssen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/ausbildung-arbeit-pflegebereich</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/ausbildung-arbeit-pflegebereich"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Sie wollen eine Ausbildung im Pflegebereich machen oder ein Studium im Bereich Pflege absolvieren? In diesem Pflegeratgeber finden Sie einen Überblick zu den Ausbildungswegen, den Berufsmöglichkeiten, Chancen für Quereinsteiger, Finanzierungsmöglichkeiten und weiteren wissensw... ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Wer sich für das Wohl seiner Mitmenschen engagieren und das zu seinem Beruf machen möchte, findet im Pflegebereich zahlreiche Betätigungsfelder . Unser Ratgeber gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über verschiedene Ausbildungswege und Berufsbilder in der Pflege, Kosten und Finanzierung von Ausbildung und Studium, mögliche Arbeitsfelder im Pflegebereich, Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten in der Pflege, Chancen für Quereinsteiger und Beratungsstellen für Berufsanfänger und ausgebildete Fachkräfte. Für gut ausgebildete Fachkräfte gibt es zahlreiche Stellenangebote , Fort- und Weiterbildungen eröffnen interessante Job-Perspektiven . Seit Inkrafttreten der jüngsten Pflegereform erhalten Pflegekräfte mehr Verantwortung und eine bessere Entlohnung . Berufsbilder im Pflegebereich: Über Ausbildung, Gehalt und Co. Wer im Pflegewesen arbeiten will, kann seine berufliche Laufbahn auf unterschiedliche Weise beginnen: Mit einer schulischen Ausbildung in Kombination mit Praxiseinheiten oder einem Studium in Voll- und Teilzeit . Grundsätzlich ist ein Einstieg ins Pflegewesen mit jedem Schulabschluss möglich. Die Tabelle gibt eine erste Orientierung über die Ausbildungswege: Pflegeassistent/in (vormals Pflegehelfer/in) erforderlicher Schulabschluss: Hauptschulabschluss sonstige Voraussetzungen: Mindestalter: 17 Jahre Dauer der Ausbildung: 1 – 2 Jahre (abhängig vom Bundesland) Art der Ausbildung / Ausbildungsort: Pflegefachschule plus Praxiseinheiten in Pflegeeinrichtungen Ausbildungsinhalte: Grundlagen der Alten- und Krankenpflege Ausbildungsvergütung bzw. -kosten: Ob eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird oder Schulgeld zu entrichten ist, hängt von Ausbildungsort und Bundesland ab. Abschluss: Fachkraft Pflegeassistenz &amp;nbsp; Pflegefachkraft erforderlicher Schulabschluss: Realschulabschluss oder vergleichbarer Schulabschluss alternativ: Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Ausbildung (mind. 2 Jahre) sonstige Voraussetzungen: Mindestalter: 18 Jahre gute Noten in Biologie, Chemie, Mathematik, Deutsch, Ethik Dauer der Ausbildung: 3 Jahre Art der Ausbildung / Ausbildungsort: duale Ausbildung: 2.100 Std. Theorie an Pflegeschule plus 2.500 Std. Praxis in Gesundheits-/ Pflegeeinrichtungen Ausbildungsinhalte: medizin. Grundlagen Pflegetechniken Gestaltung und Steuerung von Pflegeprozessen stationäre/ ambulante Akut- und Langzeitpflege Ausbildungsvergütung bzw. -kosten: je nach Bundesland, Ausbildungsstätte, Träger 900 – 1.200 € brutto mtl. Abschluss: Examinierte Pflegefachkraft Studium im Bereich Pflege erforderlicher Schulabschluss: (Fach-)Abitur praktische Erfahrungen in der Pflege (abhängig von Hochschule) alternativ: Mittlerer Schulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung im Pflegewesen sonstige Voraussetzungen: Mindestalter: 18 Jahre bei dualem Studium: Ausbildungsvertrag mit Arbeitgeber im Gesundheitswesen Dauer der Ausbildung: 6 - 8 Semester (3 - 4 Jahre) Art der Ausbildung / Ausbildungsort: Vollzeitstudium plus Praktika oder Duales Studium (Kombination aus praktischer Ausbildung und Studium) Ausbildungsinhalte: Deutsche Hochschulen bieten div. Studiengänge an, die sich inhaltlich mehr oder weniger gleichen. Ausbildungsvergütung bzw. -kosten: Studiengebühren an privaten Hochschulen: 500 – 700 € mtl. staatl. Uni/FH: Keine Studiengebühren duales Studium: Ausbildungsvergütung s. Pflegefachkraft Abschluss: Bachelor of Arts Bei dualem Studium: Exam. Pflegefachkraft plus Bachelor of Arts Ausbildung zur Pflegefachkraft: Wichtiges zu Voraussetzungen und Ablauf Um den Nachwuchs besser auf die Anforderungen des Berufsalltags vorzubereiten, ist 2020 mit der Pflegefachkraft ein neuer Ausbildungsberuf entstanden, der die bisherigen Ausbildungen in Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammenführt. Die generalistische Ausbildung zur examinierten Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen EU-Mitgliedstaaten anerkannt und bietet somit auch Arbeitsmöglichkeiten im Ausland . Der Steckbrief Pflegefachkraft fasst die wichtigsten Infos zu Ausbildung und Beruf zusammen: Dauer der Ausbildung: 3 Jahre. Die Ausbildung kann ein Jahr verkürzt werden, wenn bereits eine Ausbildung zur Pflegeassistenz abgeschlossen wurde. Art der Ausbildung : dual. Theoretische Inhalte werden in 2.100 Stunden an einer Pflegeschule vermittelt. Die praktische Ausbildung umfasst 2.500 Stunden, die auf verschiedenen Stationen stattfindet. In den ersten beiden Jahren handelt es sich um eine generalistische Ausbildung , im 3. Jahr ist die Spezialisierung in Alten- oder Kinderkrankenpflege möglich. Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (Realschule oder vergleichbar) oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung bzw. einjähriger Pflegehelfer-Ausbildung. persönliche Eigenschaften: Einfühlungsvermögen und Geduld, hohes Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, körperliche Belastbarkeit und mentale Stärke, Teamplayer, ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten Ausbildungsvergütung: Abhängig von Ausbildungsstätte und Bundesland liegt der monatliche Bruttolohn zwischen ca. 900 und 1.200 Euro. Der Verdienst ist nach Ausbildungsjahren gestaffelt. Gehalt nach der Ausbildung: Der Bruttolohn kann stark variieren – je nachdem, ob man im Öffentlichen Dienst, einer kirchlichen oder privaten Einrichtung beschäftigt ist. Zusätzlich bestimmen Faktoren wie Region, Bundesland und Geschlecht das Gehalt. Das Einstiegsgehalt bewegt sich etwa zwischen 2.300 und 2.900 Euro brutto. Aufgaben einer Pflegefachkraft: Pflegerische und z. T. medizinische Versorgung der Patienten, Ermittlung des Pflegebedarfs, organisatorische Aufgaben wie Verwaltung von Medikamenten, Abrechnungen etc. Als Pflegefachkraft zu arbeiten ist eine erfüllende und anspruchsvolle Tätigkeit mit einem vielseitigen Aufgabengebiet im stationären oder ambulanten Bereich. Weitere Vorteile sind die große Anzahl offener Stellen, der sichere Arbeitsplatz und gute Aufstiegsmöglichkeiten durch interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen. Besonders für Mütter ist die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit attraktiv, um Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Wer über eine Ausbildung zur Pflegefachkraft nachdenkt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Beruf mit einer hohen Arbeitsbelastung einhergeht und körperlich und psychisch sehr fordernd ist. Schicht- und Nachtdienste können eine zusätzliche Anstrengung bedeuten. Im Vergleich zu anderen Berufen im Gesundheitswesen ist die Bezahlung eher gering . Ihr Weg zum Einstieg als Pflegeassistenz Die generalistische Ausbildung zur Fachkraft Pflegeassistenz (vormals: Pflegehelfer/in) ist auf Landesebene geregelt . Das heißt: Je nach Bundesland können sich Inhalte und Dauer der Ausbildung sowie die Berufsbezeichnung unterscheiden. Hier die wichtigsten Infos zu Ausbildung und Beruf als Pflegeassistent/in im Steckbrief : Dauer der Ausbildung: 1 bis 2 Jahre (je nach Bundesland) Art der Ausbildung: Schulische Ausbildung an Berufsfachschulen des Gesundheitswesens plus Praxiseinheiten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen Voraussetzung: Hauptschulabschluss Persönliche Eigenschaften: ausgeprägte Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen und Geduld, körperliche und psychische Belastbarkeit, Teamfähigkeit Ausbildungsvergütung bzw. Ausbildungskosten: Je nachdem, wo die Ausbildung absolviert wird, ist meist keine Vergütung vorgesehen und es ist ggfs. ein Schulgeld zu zahlen. In seltenen Fällen gibt es Ausnahmen und es wird eine Vergütung gezahlt. Verdienst als ausgebildete/r Pflegeassistent/in: Das Einstiegsgehalt liegt bei durchschnittlich 2.000 Euro brutto. Wie hoch die tatsächliche monatliche Entlohnung ist, hängt allerdings vom Träger der Einrichtung, dem Bundesland und dem konkreten Einsatzort ab. Aufgaben einer Fachkraft Pflegeassistenz: Grundpflege (z.B. Körperpflege), Unterstützung im Haushalt (Einkaufen, Kochen, Reinigung), soziale Betreuung Wer sich für den Beruf des Pflegeassistenten entscheidet, übt eine vielseitige und erfüllende Tätigkeit aus. Der Arbeitsplatz ist krisensicher , es gibt bundesweit überall offene Stellen . Zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote bieten interessante Perspektiven für engagierte Fachkräfte. Der Job erfordert allerdings viel Flexibilität (schnelle Umstellung auf akute Anforderungen der Pflegebedürftigen, Wechselschichten, Wochenend- und Nachtarbeit) und eine hohe Belastbarkeit , sowohl körperlich als auch psychisch. Die Entlohnung ist gemessen an anderen Gesundheitsberufen eher niedrig. Welche Studiengänge eignen sich für den Pflegeberuf? Deutschland will in der Akademisierung der Pflegeausbildung aufholen. In den letzten Jahren wurden deshalb etliche Studiengänge geschaffen, die Schulabgängern mit Fach- bzw. Hochschulreife ohne oder nur mit geringen Vorkenntnissen im Pflegewesen attraktive Karrierechancen eröffnen. Im Pflegeberufegesetz wurden gewisse Qualitätsstandards für die Pflege-Studiengänge festgelegt. Unabhängig davon können sich Ausrichtung und Inhalte von Studiengängen wie Pflege, Pflegemanagement, Pflegewissenschaften etc. je nach Hochschule unterscheiden. Dauer des Studiums: 6 bis 7 Semester für den Abschluss als Bachelor, zusätzlich ist ein weiterführendes Masterstudium (meist 4 Semester) möglich. Um praktische Erfahrungen im Berufsalltag zu erwerben, sind Pflichtpraktika vorgesehen. Art der Ausbildung: Spezialisierung auf einen bestimmten Fachbereich oder ein spezielles Thema. Voraussetzung: (Fach-)Abitur, ggfs. mit Vorpraktikum im Pflegebereich. Alternativ bieten die meisten Hochschulen auch den Zugang mit mittlerem Schulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung oder einschlägiger mehrjähriger Berufserfahrung ohne Abschluss. Aufgaben und Verdienst nach dem Studium: Der Tätigkeitsbereich richtet sich nach dem absolvierten Studiengang und persönlichen Präferenzen. Grundsätzlich sind verschiedenste mittlere bis leitende Positionen im organisatorischen und administrativen Bereich von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen denkbar. Das Einstiegsgehalt bewegt sich in der Regel zwischen 3.000 und 3.500 Euro brutto, kann aber je nach Karrierelevel schnell ansteigen. Die hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Akademikern im Pflege- und Gesundheitswesen wird künftig noch weiter ansteigen. Um z. B. als Pflegemanager erfolgreich zu sein, sind neben fachlicher Kompetenz ausgeprägte soziale Fähigkeiten und Führungsstärke erforderlich. Besonders gefragt auf dem Arbeitsmarkt sind Absolventen eines dualen Pflegestudiums , das die praktische Ausbildung als Pflegefachkraft mit einem Hochschulstudium verbindet. Das duale Studium dauert acht Semester. Voraussetzung für die Zulassung an einer Hochschule ist das (Fach-)Abitur, zudem muss ein Ausbildungsvertrag als Pflegefachkraft vorgelegt werden. Vorteile des dualen Pflegestudiums: Der Arbeitgeber zahlt eine monatliche Ausbildungsvergütung , teilweise werden zusätzlich die Studiengebühren übernommen. Absolventen haben einen doppelten Abschluss in der Tasche: Als examinierte Pflegefachkraft und als Bachelor of Arts. Die Kombination aus fundiertem praktischem Knowhow und akademischer Bildung zahlt sich mit einem höheren Gehalt aus. Niedrigschwelliger Einstieg für Interessierte: Der Pflegehelferschein Wer sich noch nicht sicher ist, ob eine Ausbildung in der Pflegebranche tatsächlich das Richtige ist oder die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn überbrücken möchte, kann einen Pflegehelferkurs – auch Pflegebasiskurs genannt – absolvieren. Entsprechende Kurse werden vom Deutschen Roten Kreuz, der Dekra, dem TÜV und verschiedenen privaten Instituten angeboten. Die Fakten zum Pflegehelferschein auf einen Blick: Kursdauer: Je nach Anbieter 200 bis 250 Stunden Voraussetzung: Mindestalter 18 Jahre, ärztliches Gesundheitszeugnis, polizeiliches Führungszeugnis. Kursinhalte: Im theoretischen Unterricht werden Grundlagen der Pflege, Hygiene, Psychologie und Kommunikation, Hauswirtschaft und Grundwissen zu typischen Alterserkrankungen vermittelt. Daran schließt sich ein meist zweiwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung an. Kosten: Zwischen 600 und 1.200 Euro. Für arbeitssuchend gemeldete Personen kann der Kurs zu 100 % über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung erhalten Absolventen ein Zertifikat (umgangssprachlich Pflegehelferschein), das dazu berechtigt, als Pflegehilfskraft zu arbeiten. Der Kurs kann auch für pflegende Angehörige interessant sein. Kosten der Ausbildung und Optionen zur Finanzierung Eine Ausbildung ist immer mit Kosten verbunden. Vor allem dann, wenn man sich für ein Studium entscheidet. Zwar ist an staatlichen Hochschulen seit Abschaffung der Studiengebühren lediglich pro Semester ein zwei- bis geringer dreistelliger Betrag an Verwaltungskosten zu entrichten. An privaten Hochschulen werden allerdings jeden Monat Studiengebühren von 500 bis 700 Euro fällig. Kann die Familie das Studium nicht finanzieren, bieten sich verschiedene Möglichkeiten: BAföG: Unter gewissen Voraussetzungen erhalten Studenten einen monatlichen Förderbetrag nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Bei der Berechnung wird die finanzielle Situation der Eltern einbezogen. Inklusive Wohnzuschuss beträgt die maximale Förderung 934 Euro pro Monat (Stand 2022). Die staatliche Unterstützung muss nach dem Studium nur zur Hälfte zurückgezahlt werden, maximal 10.010 Euro. Studenten, die älter als 30 Jahre sind oder über Berufserfahrung verfügen, können das sogenannte elternunabhängige BAföG beantragen. Ein Anspruch auf BAföG kann auch bestehen, wenn im Rahmen einer Ausbildung zur Pflegeassistenz ein Schulgeld zu entrichten ist. Stipendium: Es gibt zahlreiche Institutionen, die Bildungs- und Studienstipendien anbieten. Viele Studenten bewerben sich nicht, weil sie glauben, nur mit Bestnoten Chancen auf die finanzielle Unterstützung zu haben. Oftmals wird bei der Vergabe aber auf andere Aspekte, wie z. B. soziales Engagement Wert gelegt. Studiendarlehen : Verschiedene Banken vergeben Studienkredite oder -darlehen. Vor Abschluss eines Kreditvertrags sollte man sich ausführlich über Konditionen und Rückzahlungsmodalitäten informieren, um hinterher keine böse Überraschung zu erleben. An Studierende höherer Semester , die bereits Leistungsnachweise vorlegen können, vergibt auch der Bund zinsgünstige Bildungskredite über die KfW. Studentenjob: Lässt das Studium genügend Zeit, kann man einen Nebenjob annehmen. Pflegeeinrichtungen suchen oft händeringend nach Hilfspersonal. So kann man nicht nur die Haushaltskasse aufbessern, sondern zugleich wertvolle Einblicke in den Berufsalltag gewinnen. Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es auch für Auszubildende in Pflegeberufen : Kann der Azubi nicht bei den Eltern wohnen, weil der Ausbildungsort zu weit entfernt ist, wird unter bestimmten Voraussetzungen nach §§ 56 ff. SGB III Berufsausbildungsbeihilfe gewährt. Der Antrag ist bei der Agentur für Arbeit zu stellen. Eine Ausbildung zur Pflegefachkraft ist auch mit BAföG förderfähig, falls die Ausbildungsvergütung zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten nicht ausreicht. Arbeitsorte: Wo ausgebildetes Pflegepersonal arbeiten kann Pflegeassistenten, Pflegefachkräfte und Absolventen von Pflege-Studiengängen können im gesamten Bundesgebiet in unzähligen Einrichtungen arbeiten: Krankenhäuser und Fachkliniken Pflege- und Seniorenheime Gesundheits- und Reha-Zentren Ambulante Pflegedienste Wohnheime für Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen Kinderheime und -tagesstätten Krankenkassen Hochschulen Weiterlernen auch nach der Ausbildung: Weiterbildung in der Pflege Wer sich beruflich und persönlich weiterentwickeln möchte, kann zwischen vielfältigen Fort- und Weiterbildungsoptionen wählen. Die Erweiterung der fachlichen Kompetenzen bietet Aufstiegs- und bessere Verdienstmöglichkeiten oder eröffnet neue Perspektiven in anderen Pflegebereichen. Ein großes Angebot an Fortbildungen zu speziellen Themen Bei Fortbildungen handelt es sich um Maßnahmen über einen überschaubaren Zeitraum hinweg, also mehrere Tage, Wochen oder seltener auch Monate. Ziel ist es, konkrete Kompetenzen auf einem gewissen Gebiet zu erwerben. Im Bereich der sogenannten Erweiterungsfortbildungen kann das beispielsweise das Erlernen von speziellen Anwendungen bei immobilen Patienten sein, während eine Aufstiegsfortbildung z.B. Knowhow zur Anleitung von Nachwuchspersonal vermittelt. Ob die Kosten für Kurse und Seminare aus eigener Tasche zu bezahlen sind oder vom Arbeitgeber übernommen werden, hängt von der jeweiligen Situation ab. Für Fortbildungen während der regulären Arbeitszeit kann Bildungsurlaub gewährt werden. Umfangreichere Spezialisierungen zur Weiterqualifizierung Weiterbildungen erstrecken sich im Allgemeinen über mehrere Jahre , Pflegefachkräfte können zwischen einem großen Angebot verschiedenster Maßnahmen wählen. Wer einen Wechsel in den organisatorisch-administrativen Bereich von Krankenhaus oder Pflegeheim anstrebt, kann z. B. eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung (PDL) absolvieren. Der Lehrgang kann an einer Fachschule im Präsenzunterricht (meist abends und an Wochenenden) absolviert werden, einige Institute bieten auch Fernlehrgänge an. Alternativ bietet sich auch die Möglichkeit eines Studiums , z. B. Palliativpflege, Gerontologie oder Pflegepädagogik. Entsprechende Studiengänge können meistens berufsbegleitend absolviert werden. Um eine umfangreiche und kostenintensive Weiterbildung zu finanzieren , können ggfs. das erwähnte elternunabhängige BAföG sowie das sogenannte Aufstiegs-BAföG in Frage kommen, zudem vergibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Aufstiegsstipendien und Weiterbildungsstipendien . Quereinstieg in der Pflege: Diese Wege stehen Ihnen offen Aufgrund des stetig steigenden Bedarfs an engagierter Unterstützung im Pflegewesen sind auch Quereinsteiger willkommen . Um schnell in eine Pflegetätigkeit einzusteigen , bieten sich folgende Optionen: Nach Absolvierung des bereits beschriebenen Pflegebasiskurses (200 bis 250 Stunden) kann man als Pflegehilfskraft arbeiten. Diverse Akademien und Träger von Pflegeeinrichtungen bieten Kurse als Alltagsbegleiter an, die meistens aus 160 Stunden Theorie und einem zweiwöchigen Praktikum bestehen. Die Betreuungsassistenten unterstützen pflegebedürftige Personen bei der Alltagsgestaltung, um deren Lebensqualität zu verbessern. Krankenhäuser und Pflegeheime stellen zuweilen auch Stationshilfen oder Patientenbegleiter ohne Vorkenntnisse ein. Derartige Hilfsjobs können unter anderem für Studenten interessant sein, die sich etwas nebenher verdienen und sozial engagieren möchten. Wer stattdessen eine Tätigkeit mit mehr Verantwortung und einem besseren Verdienst anstrebt, sollte sich für eine Ausbildung zur Fachkraft entscheiden. Eine Möglichkeit für Personen, die keine Zeit für eine typische Vollzeitausbildung haben (z. B. alleinerziehende Mütter) ist die vierjährige Teilzeitausbildung . Für Quereinsteiger aus anderen Branchen, die parallel lernen und Geld verdienen möchten, kann eine berufsbegleitende Ausbildung in der Pflege eine gute Option darstellen. Die neuen Teilzeit-Ausbildungsmodelle werden unter anderem von sozialen Verbänden wie Diakonie Deutschland und Caritas angeboten. Beratungsstellen können Ihnen bei der Wahl der richtigen Pflegeausbildung helfen Aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland und der stetig wachsenden Anforderungen im Pflegewesen sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Ausbildungsmodelle entstanden, um den Einstieg besser und attraktiver zu gestalten. Auskunft über die Fülle an aktuellen Konzepten und beruflichen Möglichkeiten erhalten Interessierte bei der Agentur für Arbeit. Ausführliche Informationen und eine kostenlose persönliche Beratung bietet das Beratungsteam Pflegeausbildung , ein Serviceangebot des Bundesamtes für Familie und zivilrechtliche Aufgaben. Einen Weg, um für sich selbst herausfinden, ob man für einen Beruf im sozialen Bereich überhaupt geeignet ist, stellen Berufstests auf verschiedenen Karriereportalen dar. Berufsfindungstests speziell für das Pflegewesen bietet u.a. die Diakonie . ]]> </content> <updated>2022-08-30T18:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Altersgerecht umbauen: Tipps und Infos für Ihr barrierefreies Zuhause</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/altersgerecht-umbauen"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Aufgrund körperlicher Einschränkungen kann der Alltag sehr mühsam sein. Wie Sie Ihr Zuhause altersgerecht und barrierefrei umbauen können, haben wir Tipps und Hinweise sowie alles Wissenswerte zu den Maßnahmen und der Finanzierung zusammengefasst. Lesen Sie hier! ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Für Menschen im fortgeschrittenen Alter kann der Alltag aufgrund körperlicher Einschränkungen sehr mühsam sein. Um dennoch möglichst lange im eigenen Zuhause leben zu können, empfehlen sich verschiedene Umbaumaßnahmen für eine barrierefreie Wohnung . Erfahren Sie hier, welche Vorteile altersgerechtes Wohnen mit sich bringt mit welchen Maßnahmen sich Bad, Küche und Wohnräume barrierefrei gestalten lassen und und wie Sie den Umbau finanzieren können. Oftmals helfen schon kleine Veränderungen, um die Wohnumgebung sicherer und komfortabler zu gestalten. Dank Fördermitteln und Zuschüssen vom Staat kann die finanzielle Belastung für einen altersgerechten Umbau häufig in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Vorteile von altersgerechtem Wohnen: Hohe Sicherheit und großer Komfort Im Seniorenalter können gewisse Einschränkungen wie beispielsweise Probleme beim Gehen oder ein stark nachlassendes Sehvermögen dazu führen, dass die Fortbewegung und Verrichtung alltäglicher Aufgaben in den eigenen vier Wänden erschwert ist. Barrierefrei wohnen bietet nennenswerte Vorzüge: Schwellen, Stolperfallen und rutschige Bodenbeläge werden beseitigt – das verringert die Gefahr von Stürzen und Unfällen im Haushalt und trägt zu mehr Sicherheit bei. Maßnahmen wie beispielsweise die Umgestaltung von Küche und Bad können den Wohnkomfort erhöhen und den Alltag erleichtern . So wird das über viele Jahre liebevoll und nach dem eigenen Geschmack eingerichtete Zuhause erhalten. Oftmals besteht eine enge emotionale Bindung zur Immobilie, die mit vielen schönen Erinnerungen verbunden ist. Die Senioren können in der vertrauten Umgebung (Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Begegnungsstätten etc.) bleiben, in der sie sich gut zurechtfinden. Das unterstützt die Eigenständigkeit älterer Menschen. Gute nachbarschaftliche Kontakte und Freundschaften können weiterhin gepflegt werden. Die Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten trägt auch im betagten Alter maßgeblich zur Lebensfreude bei. Vor dem Umbau: Ist Ihr Heim auch im fortgeschrittenen Alter geeignet? Die baulichen Veränderungen in Haus oder Wohnung sind mit einigem Aufwand und Kosten verbunden. Bevor es an die konkrete Planung und Umsetzung geht, sollte man deshalb gut überlegen, ob die Immobilie für ein Wohnen im Alter überhaupt geeignet ist. Fragen, die man sich stellen sollte, sind zum Beispiel: Bin ich mit meiner derzeitigen Wohnsituation zufrieden ? Ist genug Platz für einen Treppenlift oder Aufzug vorhanden? Können im Haushalt weitere Personen untergebracht werden? Das können eine Pflegekraft oder ein Student sein, die gegen die Reduzierung der Miete kleine Hilfstätigkeiten übernehmen. Gibt es barrierefreie Versorgungsmöglichkeiten (Supermarkt, Arzt, Apotheke) und Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, die fußläufig erreicht werden können? Können bestehende Freundschaften gepflegt werden und besteht die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen? Ist ausreichend finanzieller Spielraum gegeben, um notwendige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen? Sind die Voraussetzungen erfüllt, um Fördermittel zu erhalten ? So gestalten Sie Ihr Zuhause barrierefrei Welche gestalterischen und baulichen Veränderungen für altersgerechtes Wohnen notwendig und sinnvoll sind, hängt natürlich immer vom Zustand der Räumlichkeiten sowie der individuellen Situation und den Wünschen des Bewohners ab. Damit die Immobilie offiziell als barrierefreie Wohnung gilt, müssen gewisse Vorschriften für Modernisierungsmaßnahmen und bauliche Anpassungen , die in der Norm DIN 18040-2 geregelt sind, erfüllt sein. Deren Einhaltung ist beim Umbau zwar nicht verpflichtend, kann aber Voraussetzung für die Gewährung von Fördergeldern sein. Altersgerecht wohnen: Kleine, kostengünstige Maßnahmen Mit kleinen Veränderungen lässt sich häufig schon viel erreichen, damit sich ältere Menschen mühelos und sicher in ihrem Zuhause bewegen können: Typische Stolperfallen wie hochstehende Teppichkanten, rutschige Läufer oder herumliegende Elektrokabel sind zu entfernen oder sicher zu befestigen. Generell ist auf einen rutschfesten Bodenbelag zu achten. Das gilt besonders im Badezimmer : Hier kommt es auf feuchten Fliesen zu den häufigsten Stürzen. Eine erhöhte Unfallgefahr besteht in sehr engen und vollgestellten Wohnräumen. Einrichtungsgegenstände, die nicht standsicher oder unbrauchbar und überflüssig geworden sind, sollten entsorgt werden. Für mehr Bewegungsfreiheit kann auch eine neue Raumaufteilung und das Umstellen von Möbeln sorgen. Eine bessere Orientierung wird durch eine gute Ausleuchtung aller Räume erzielt. Tiefe Sitzmöbel wie Sofa und Sessel sind in der Sitzhöhe anzupassen, um das Hinsetzen und Aufstehen zu erleichtern. Zusätzlichen Komfort bieten moderne Aufstehsessel mit geräuscharmen Elektromotoren, die per Knopfdruck ganz einfach in die richtige Position gebracht werden. Im Bad kann das Anbringen einer Sitzerhöhung auf dem WC den Toilettengang erleichtern. Die genannten Maßnahmen lassen sich relativ einfach umsetzen, ohne den Geldbeutel allzu sehr zu strapazieren. Sie sind auch möglich, wenn die Wohnung nur gemietet ist. Der Umbau beginnt schon im Eingangsbereich Viele Wohngebäude verfügen über keinen barrierefreien Eingang. Für Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, stellt eine Treppe ein unüberwindbares Hindernis dar. Bei einer einzelnen Stufe kann die Anbringung einer Rampe für Abhilfe sorgen, ein kleinerer Absatz kann mit einer rutschfesten Schwellenrampe kostengünstig überbrückt werden. Besteht ein größeres Gefälle, ist die Installation eines Hublifts zu erwägen. Im Hausflur sollte zudem ausreichend Platz geschaffen werden, um die Gehhilfe abstellen oder zumindest gut manövrieren zu können. So sichern Sie Treppenaufgänge in mehrgeschossigen Wohnungen und Häusern Die Wohnung liegt nicht ebenerdig oder verteilt sich auf mehrere Etagen? Um Treppenstürze zu vermeiden, sollten an beiden Seiten griffsichere Geländer angebracht werden, sind glatte und ausgetretene Stufen fachgerecht mit Anti-Rutsch-Belägen zu versehen und ist auf eine ausreichende Beleuchtung im Treppenhaus zu achten. Bei sehr steilen Treppen oder falls eine Gehbehinderung besteht, stellt ein Liftsystem die ideale Lösung dar, um sicher und komfortabel in die oberen Stockwerke zu gelangen. Als Alternative zum klassischen Treppenlift oder Plattformlift für den Rollstuhl kommen auch moderne Homelifte in Frage, die bis zu drei Personen befördern können. Ausreichende Türbreite für Barrierefreiheit Um Personen mit einem Rollator oder Rollstuhl ungehinderten Zugang zu allen Räumen zu ermöglichen, müssen sämtliche Türen einfach zu durchqueren sein. Barrierefreie Eingangstüren müssen laut Norm eine lichte Breite von mindestens 90 Zentimeter aufweisen. Türen innerhalb der Wohnung sollten mindestens 80 Zentimeter breit sein, für Rollstuhlfahrer sind auch in Innenräumen 90 Zentimeter angebracht. Die Türgriffe sollten einfach zu erreichen sein und in einer Höhe von etwa 85 Zentimeter angebracht werden. Problematisch ist in vielen Wohngebäuden auch der Zugang zu Balkon und Garten . Hier kann eine Terrassen-Schiebetür für Barrierefreiheit sorgen. Der Einbau breiter Schiebetüren kann zudem auch in engen Innenräumen – zum Beispiel in Bad und Küche – eine praktikable Lösung darstellen. Mühelos kochen: Das gehört in Ihre barrierefreie Küche Küchen sind üblicherweise darauf ausgerichtet, dass die Zubereitung der Mahlzeiten im Stehen erfolgt. Damit ältere Menschen, denen längeres Stehen schwer fällt oder die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sich weiterhin möglichst selbstständig versorgen können, ist beim Umbau zu einer barrierefreien Küche zu berücksichtigen, dass: ausreichend Platz vorhanden ist, um sich mit Rollator oder Rollstuhl gut bewegen zu können. der Bodenbelag rutschfest und einfach zu reinigen ist. alle Arbeitsplatten, Herd und Spüle unterfahrbar sind bzw. Freiraum für die Beine bieten, um Küchenarbeiten im Sitzen erledigen zu können. die Höhe der Arbeitsflächen an den Nutzer angepasst sein sollte. Um die Inhalte in Oberschränken bequem zu erreichen, haben sich Hub- und Liftsysteme bewährt, die den Schrank auf Knopfdruck öffnen und nach unten fahren. Zusätzlichen Stauraum bieten Rollcontainer , die flexibel unter den Arbeitsflächen angeordnet werden können. Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer barrierefrei und komfortabel Ein barrierefreies Schlafzimmer zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: Der Raum ist groß genug , um alle Einrichtungsgegenstände bequem zu erreichen: So sollte ein rollstuhlgerechtes Schlafzimmer für eine Person laut DIN-Norm über mindestens 15 m 2 verfügen, bei zwei Personen empfiehlt sich eine Raumgröße ab 20 m 2 . Das Bett ist von drei Seiten zugänglich . Das erleichtert Hilfestellungen, z.B. durch eine Pflegekraft. Das Bett hat eine angenehme Höhe , um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Ein höhenverstellbares Kopfteil sorgt für zusätzlichen Komfort. Ideal ist ein Seniorenbett , das sich bei Bedarf zu einem Pflegebett umrüsten lässt. Weiterführende Informationen über Pflegebetten erhalten Sie in unserem Ratgeber “Wie finde ich das richtige Pflegebett?” Der Lichtschalter ist vom Bett aus gut erreichbar. Alternativ kann die Beleuchtung über eine Fernbedienung gesteuert werden. Garderobenstangen und Fächer im Kleiderschrank sind so angeordnet, dass sich alles in bequemer Griffhöhe befindet. Bei einem raumhohen Kleiderschrank ist ein manuell oder elektrisch bedienbarer Garderobenlift hilfreich. Haltegriffe und bodenebene Dusche für ein altersgerechtes und barrierefreies Badezimmer Wie in allen anderen Räumen gilt auch hier: Es muss genügend Platz vorhanden sein. Für die Anerkennung als barrierefreies Bad muss die freie Bewegungsfläche mindestens 120 x 120 cm betragen, für Menschen mit Gehhilfe oder Rollstuhl ist ein Mindestmaß von 150 x 150 cm anzustreben. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist die Körperpflege in der Dusche am einfachsten. Optimal ist eine bodengleiche Dusche mit rutschfestem Boden . Zusätzliche Sicherheit wird durch die Anbringung von Haltegriffen erzielt – nicht nur in der Nasszelle, sondern auch an WC und Badewanne. Ausführliche Informationen zur Gestaltung eines barrierefreien Badezimmers finden Sie in unserem Ratgeber “Altersgerecht umbauen - Badezimmer”. Fördergelder, Darlehen und Kassenleistungen: So finanzieren Sie den altersgerechten Umbau Ihrer Wohnung Ein barrierefreier Umbau kann schnell ins Geld gehen. Bei kleinen Maßnahmen, die sich unter Mithilfe von Verwandten und Freunden bewerkstelligen lassen, kann ein dreistelliger Betrag ausreichen. Sind umfangreiche bauliche Veränderungen notwendig, ist meist eine Investition von mehreren tausend Euro oder sogar eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich zu veranschlagen. Es gibt allerdings eine Reihe von Möglichkeiten, um für das altersgerechte Umbauen einen Zuschuss oder ein Darlehen zu einem günstigen Zinssatz zu erhalten: Kredit der KfW Förderbank Fördermittel von Bundesland und Kommune Bis zu 4.000 Euro Zuschuss von der Pflegekasse Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenversicherung für Hilfsmittel Kredite und Zuschüsse der KfW Förderbank Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine durch staatliche Mittel finanzierte Bank , die Projekte in unterschiedlichsten Bereichen fördert. Dazu zählt unter anderem die Gewährung von Darlehen zu günstigen Konditionen , um Wohneigentum energieeffizient zu sanieren oder altersgerecht umzubauen. Aktuell bietet die KfW Eigenheimbesitzern das Förderprodukt 159 . Dabei handelt es sich um einen zinsgünstigen Förderkredit von bis zu 50.000 Euro zur Reduzierung von Barrieren in der Wohnung. Der beliebte KfW-Zuschuss zum altersgerechten Umbau (455-B) kann hingegen 2022 nicht zur Verfügung gestellt werden. Im aktuellen Bundeshaushalt ist für diese Fördermaßnahme kein Geld vorgesehen. Welche Voraussetzungen für KfW-Fördermittel zu erfüllen sind und wie Sie die Finanzierungshilfe beantragen können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Altersgerecht umbauen – Förderungen“ . Fördermittel von Bundesländern und Kommunen Bevor man mit der Planung von Umbaumaßnahmen beginnt, sollte man sich auch über Förderprogramme des jeweiligen Bundeslandes informieren. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Darlehen zu günstigen Konditionen . Welche Finanzierungsmöglichkeiten sich aktuell bieten, kann man in der Förderdatenbank des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ersehen. Neben Landesförderprogrammen sind hier auch Angebote von Bund und Europäischer Union gelistet. Sanierungs- und Umbaumaßnahmen für Barrierefreiheit werden auch von zahlreichen Kommunen unterstützt. Auskunft über kommunale Förderprogramme erteilt die Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Zuschuss der Pflegeversicherung für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Pflegebedürftige Personen aller Pflegegrade erhalten von der Pflegekasse finanzielle Unterstützung für die Modernisierung des Wohnraums. Wichtig ist, dass der Zuschuss vor Beginn der Umbaumaßnahmen beantragt wird und mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt wird. Durch die sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen wird häusliche Pflege ermöglicht, häusliche Pflege erleichtert und die Belastung für Pflegekräfte und pflegende Angehörige verringert und die selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen gefördert. Der Zuschuss kann bis zu 4.000 Euro betragen. Leben mehrere pflegebedürftige Menschen in einem Haushalt (z.B. bei einer Wohngemeinschaft), können bis zu viermal 4.000 Euro, also insgesamt 16.000 Euro bewilligt werden. Der Zuschuss wird in der Regel einmal gewährt. Tritt eine Änderung der Pflegesituation ein, die weitere bauliche Veränderungen erforderlich macht, kann er, nach erneuter Beantragung, ein zweites Mal bewilligt werden. Kostenübernahme der GKV für Hilfsmittel Treten infolge von Krankheiten oder einer Behinderung gewisse Einschränkungen auf, können notwendige Hilfsmittel ärztlich verordnet und die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Das kann vor allem interessant sein, wenn das Bad barrierefrei zu gestalten ist. In der Kategorie Bade- und Duschhilfen werden im Hilfsmittelverzeichnis der GKV etliche Produkte, wie z.B. Badewannensitze und -lifter, Duschstühle , Antirutschmatten sowie Sicherheitsgriffe aufgeführt. Unterstützung und Beratung für die barrierefreie Modernisierung Eine Wohnung barrierefrei zu gestalten, ist ein umfangreiches Vorhaben, bei dem nicht nur die persönlichen Anforderungen der Bewohner zu berücksichtigen sind, sondern auch die räumlichen Gegebenheiten. Eine umfangreiche fachmännische Beratung erhalten Betroffene bei folgenden Stellen: Bei Pflegebedürftigkeit kann man sich an die Pflegekasse oder den Pflegestützpunkt wenden: Gemäß § 7a SGB XI haben Versicherte und deren Angehörige Anspruch auf eine kostenlose Beratung, die auch Anpassungen des Wohnraums beinhaltet. Freie Pflegeberater übernehmen gegen Honorar die komplette Planung einschließlich der Beantragung von Fördermitteln . Das hat den Vorteil einer unabhängigen Beratung und bietet eine erhebliche Entlastung. In allen Bundesländern gibt es Wohnberatungsstellen, die hilfreiche Unterstützung bieten. Die Kontaktdaten der regionalen Beratungsstellen finden Sie in dieser Auflistung der Bundesarbeitsgemeinschaft wohnungsanpassung e.V. . Sollte sich in Ihrer Nähe keine Wohnberatungsstelle befinden, können auch Seniorenberatungsstellen weiterhelfen. Für die konkrete Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen empfiehlt es sich, zertifizierte Anbieter zu beauftragen. Auskunft über qualifizierte Handwerksbetriebe in Ihrer Umgebung erteilt die örtliche Handwerkskammer . ]]> </content> <updated>2022-08-29T16:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflegesachleistungen: Wie Sie das Beste für Ihre Betreuungssituation herausho...</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegesachleistungen</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflegesachleistungen"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Wenn pflegebedürftige Personen zu Hause versorgt werden, gibt es Anspruch auf Pflegesachleistungen. In diesem Pflegeratgeber erfahren Sie, was Pflegesachleistungen umfassen, welche Voraussetzungen es gibt, wie Sie Pflegesachleistungen beantragen, was der Unterschied zwischen P... ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Tätigkeiten, die von Pflegesachleistungen abgedeckt werden Voraussetzungen für den Erhalt von Leistungen Leistungshöhe vom Pflegegrad abhängig Abrechnung der Leistungen mit der Pflegekasse Achtung: Pflegesachleistungen können verfallen Umwandlungsanspruch: Sachleistungen anders nutzen Beantragung der Pflegesachleistungen Musterformular Unterschied zum Pflegegeld Zusammenlegen von Pflegesachleistungsansprüchen &amp;nbsp; Werden pflegebedürftige Personen zu Hause versorgt, haben sie Anspruch auf Pflegesachleistungen . In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Tätigkeiten von den Pflegesachleistungen abgedeckt werden, welche Voraussetzungen zum Bezug von Pflegesachleistungen erfüllt sein müssen, die Höhe der Pflegesachleistungen je nach Pflegegrad, wie die Pflegekasse Sachleistungen abrechnet, welche Optionen zur Umwandlung von Pflegesachleistungen bestehen, damit diese nicht verfallen, wie Sie den Antrag auf Pflegesachleistungen korrekt stellen, den Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen und wie beides kombiniert werden kann und wie man Pflegesachleistungen zusammenlegen und gemeinschaftlich nutzen kann. Die Bezeichnung „Pflegesachleistungen“ ist etwas irreführend. Es handelt sich hierbei nicht – wie zuweilen angenommen – um Leistungen der Pflegekasse für Sachgegenstände, sondern stattdessen um Dienstleistungen des ambulanten Pflegedienstes . Welche Tätigkeiten umfassen die Pflegesachleistungen? Mit den Pflegesachleistungen will der Gesetzgeber pflegebedürftige Menschen unterstützen – unter Zuhilfenahme anerkannter ambulanter Pflegedienste oder Pflegekräfte – so lange wie möglich in ihrem eigenen Zuhause oder einem häuslichen Umfeld leben zu können. Der Katalog der Pflegesachleistungen umfasst im Wesentlichen folgende Tätigkeitsbereiche: Körperbezogene Pflegemaßnahmen: z.B. Teil- oder Ganzkörperwaschung, Hilfe beim An- und Auskleiden, beim Toilettengang und bei der Versorgung bei Inkontinenz Pflegerische Betreuungsmaßnahmen: z.B. Unterstützung bei der Gestaltung des Alltags und bei Freizeitaktivitäten, Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen Hilfe bei der Haushaltsführung: z.B. Einkaufen, Zubereitung von Mahlzeiten, Waschen, Wohnungsreinigung Welche Dienstleistungen in Betracht kommen, hängt vom individuellen Bedarf des Pflegebedürftigen ab und ist innerhalb dieser Vorgaben frei wählbar . Der Patient kann zudem selbst entscheiden, welcher ambulante Dienst beauftragt wird. Ausführliche Informationen über das Leistungsspektrum häuslicher Pflegedienste , Kostenbeispiele und wie Sie den passenden Anbieter finden , erhalten Sie in unserem Beitrag „ Ambulante Pflege: Gut versorgt in den eigenen vier Wänden “. Diese Voraussetzungen müssen zum Erhalt der Leistungen erfüllt werden Anspruch auf Pflegesachleistungen besteht gemäß § 36 Sozialgesetzbuch (SGB) XI , wenn die Pflege im häuslichen Umfeld , also im eigenen oder einem fremden Haushalt bzw. einer Pflege-WG, erfolgt. bei Pflegegraden 2, 3, 4 und 5. Pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen. wenn die Dienstleistungen von anerkannten Pflegediensten oder professionellen Pflegekräften erbracht werden, die nach § 72 SGB XI einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen sind. Ein entsprechendes Verzeichnis ist bei der Pflegekasse erhältlich. Privatpersonen oder Angehörige , die die häusliche Pflege des Patienten übernehmen, können keine Pflegesachleistungen mit der Pflegekasse abrechnen. Das gilt auch für Pflegekräfte aus dem Ausland, z.B. aus Osteuropa. Sie werden als private Hilfskräfte eingestuft, deren Vergütung selbst finanziert werden muss. Die Leistungshöhe ist vom Pflegegrad abhängig Die Höhe der monatlichen Pflegesachleistungen wird vom Pflegegrad des Patienten bestimmt. Die jeweiligen Beträge (Stand 2022) haben wir für Sie in einer Tabelle zusammengestellt: Pflegegrad 1 Monatliche Pflegesachleistungen: 0 € Pflegegrad 2 Monatliche Pflegesachleistungen: 724 € Pflegegrad 3 Monatliche Pflegesachleistungen: 1.363 € Pflegegrad 4 Monatliche Pflegesachleistungen: 1.693 € Pflegegrad 5 Monatliche Pflegesachleistungen: 2.095 € &amp;nbsp; Personen mit Pflegegrad 1 haben zwar keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen, können aber den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 € für Dienstleistungen anerkannter Pflegedienste einsetzen. Einen Überblick über die verschiedenen Pflegegrade finden Sie in unserem Ratgeber Pflegegrad . Sachleistungen werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet Die Pflegesachleistung wird nicht an den Pflegebedürftigen ausgezahlt, die Pflegekasse rechnet direkt mit dem ambulanten Pflegedienst oder der Pflegekraft ab. Wird der monatliche Höchstbetrag überschritten , muss die Differenz vom Patienten bzw. seinen Angehörigen bezahlt werden. Nicht übernommen werden von der Pflegekasse die sogenannten Investkosten , die von ambulanten Pflegediensten oftmals in Rechnung gestellt werden. Es handelt sich dabei um betriebsnotwendige Investitionskosten wie z.B. Büromiete, Reparatur- oder Leasingkosten, die nach § 82 Absatz 3 SGB XI auf die pflegebedürftigen Personen umgelegt werden können. Zahlen muss man diese anteiligen Investitionskosten jedoch nur, wenn im Pflegevertrag eine entsprechende Klausel vorhanden ist. Achtung: Pflegesachleistungen können verfallen Wird der monatliche Höchstbetrag nicht voll ausgeschöpft, verfallen die Pflegesachleistungen zum Monatsende. Ab dem Ersten des Folgemonats steht Pflegebedürftigen dann wieder der komplette Betrag zur Verfügung. Umwandlungsanspruch: Wie Sie Sachleistungen auch anders nutzen können Ungenutzte Pflegesachleistungen muss man nicht verfallen lassen. Laut § 45a Abs. 4 SGB XI besteht ein sogenannter Umwandlungsanspruch . Demnach können bis zu 40 Prozent des monatlichen Pflegesachleistungsbetrags für Betreuungs- und Entlastungsleistungen – beispielsweise eine Haushaltshilfe, Betreuung zuhause oder Begleitung bei Arztbesuchen und Freizeitaktivitäten – genutzt werden. Ein Rechenbeispiel : Frau M. wurde der Pflegegrad 4 zuerkannt und somit ein Anspruch auf Pflegesachleistungen in Höhe von monatlich 1.693 Euro. Da der ambulante Pflegedienst nur an drei Tagen pro Woche gebraucht wird, entstehen lediglich Kosten in Höhe von 1.218,96 Euro (= 72 Prozent). Mit dem Umwidmungsanspruch kann die Patientin 28 Prozent des Höchstbetrags bzw. 474,04 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen verwenden. Das ist bei der Umwandlung von Pflegesachleistungen zu beachten : Die Leistungen müssen von einem Dienst oder einer Person erbracht werden, die vom entsprechenden Landesrecht anerkannt ist. Der Umwidmungsanspruch kann nicht angespart und auf die Folgemonate übertragen werden. Wie auch bei den Pflegesachleistungen wird der zustehende Betrag nicht pauschal von der Pflegekasse ausgezahlt. Nach dem Kostenerstattungsprinzip tritt der Patient in Vorleistung, gegen Einreichung der Quittung wird die Rechnungssumme in Höhe des jeweiligen Anspruchs rückwirkend von der Kasse erstattet. Einfacher geht es, wenn die Kasse direkt mit dem Anbieter abrechnet. Dafür ist vorab eine Abtretungserklärung an die Pflegekasse zu übermitteln. Eine Antragstellung auf Umwidmung ist seit Anfang 2022 nicht mehr erforderlich . Wichtige Infos zur Beantragung der Pflegesachleistungen Um Pflegesachleistungen zu erhalten, ist ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen. Dafür genügt ein formloses Schreiben per Post oder Fax oder ein Telefonanruf . Die erforderlichen Formulare werden dann von der Pflegekasse zugestellt. Nach Absenden der ausgefüllten Formulare kann es einige Wochen dauern, bis der Bescheid eintrifft. Musterformular für die Beantragung Um Ihnen die Antragstellung zu erleichtern, finden Sie hier ein kostenloses Musteranschreiben zum Download .* Jetzt Musterformular downloaden &amp;nbsp; *Bitte beachten Sie, dass sanitaets-online.de keine Rezeptabwicklung und Kommunikation mit der Pflegekasse anbietet. Der Tag der Antragstellung zählt als Leistungsbeginn Die Pflegesachleistungen werden rückwirkend ab dem Tag bezahlt, an dem der formlose Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist. Voraussetzung dafür ist, dass vom Medizinischen Dienst bereits mindestens Pflegegrad 2 festgestellt wurde. Wurden vom ambulanten Pflegedienst schon Leistungen vor der Antragstellung erbracht, müssen diese selbst bezahlt werden. Der Unterschied zum Pflegegeld Während Pflegesachleistungen an professionelle Dienstleistungen gebunden sind, die von einem ambulanten Pflegedienst oder einer anerkannten Pflegekraft ausgeführt werden und direkt mit dem Anbieter verrechnet werden, handelt es sich beim Pflegegeld um einen – je nach Pflegegrad gestaffelten – Geldbetrag , den der Patient monatlich überwiesen bekommt. Er kann frei entscheiden, ob er den Betrag zur Entlohnung pflegender Angehöriger, für bestimmte Serviceleistungen (z.B. Essen auf Rädern) oder einen sonstigen Verwendungszweck nutzt. Sachleistungen und Pflegegeld kombinieren: Das müssen Sie wissen Tritt eine Pflegebedürftigkeit mit mindestens Pflegegrad 2 ein, kann der Patient entscheiden, ob er Pflegesachleistungen oder Pflegegeld beziehen will. Damit die häusliche Pflege so gut wie möglich auf die individuellen Anforderungen abgestimmt werden kann, können die beiden Leistungen der Pflegekasse kombiniert werden. Der Anspruch auf die sogenannte Kombinationsleistung ist in § 38 SGB XI geregelt. Vorteile der Kombinationspflege: Pflegende Angehörige werden entlastet und übernehmen nur diejenigen Aufgaben, die sie zeitlich und körperlich bewältigen können. Die professionelle Unterstützung durch den ambulanten Pflegedienst stellt eine höhere Pflegequalität sicher. Angehörige profitieren vom Wissen und den Fertigkeiten der Pflegekraft und erhalten wertvolle Tipps zur Erleichterung des Pflegealltags. Nachteile und Beschränkungen der Kombipflege: Die Kombinationsleistung ist nur möglich, wenn die Pflegesachleistungen nicht voll ausgeschöpft werden. Der Patient ist für sechs Monate an seine Entscheidung gebunden . Eine Anpassung der Versorgung ist nur möglich, wenn sich die Pflegesituation wesentlich verändert. Das monatliche Pflegegeld fällt geringer aus. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich bei der Kombinationsleistung einerseits nach dem Pflegegrad und zusätzlich prozentual nach dem Anteil der beauftragten Pflegesachleistungen am Gesamtanspruch. Zur Verdeutlichung zwei Rechenbeispiele: Herr B hat Pflegegrad 3. Damit stehen ihm Pflegesachleistungen von monatlich 1.363 Euro oder Pflegegeld in Höhe von 545 Euro zu (Stand 2022). Benötigt er vom ambulanten Pflegedienst Leistungen in Höhe von 817,80 Euro (= 60 Prozent), reduziert sich das Pflegegeld auf 218 Euro bzw. 40 Prozent des ursprünglichen Satzes. Anders verhält sich die Situation bei Frau W, die ebenfalls vom Pflegegrad 3 betroffen ist. Sie benötigt im Rahmen der Kombinationspflege lediglich Pflegesachleistungen durch einen ambulanten Dienst in Höhe von 408.90 Euro, was 30 Prozent des Höchstbetrags entspricht. Dadurch verringert sich das Pflegegeld nur auf 70 Prozent bzw. 381,50 Euro. Zusammenlegen von Pflegesachleistungsansprüchen: Ist das möglich? Wohnen mehrere pflegebedürftige Personen in räumlicher Nähe zueinander, beispielsweise in einer Pflege-WG oder als Ehepaar in der gemeinsamen Wohnung, können die Leistungsansprüche nach § 36 Abs. 4 SGB XI zusammengelegt werden. Man nennt dabei auch von Poolen . Ein Beispiel: In einer Pflege-Wohngemeinschaft leben fünf pflegebedürftige Menschen zusammen. Sie haben den Pflegedienst mit dem Einkauf und der Zubereitung von Mahlzeiten beauftragt und das in einem gemeinsamen Vertrag mit dem Sozialdienst festgelegt. Durch das Poolen ergeben sich Zeit- und Kosteneinsparungen , die für andere Betreuungsleistungen , z.B. Vorlesen, die Begleitung gemeinsamer Aktivitäten außer Haus oder die Wohnungsreinigung genutzt werden können. Poolen ist auch möglich, wenn mehrere Menschen mit Pflegebedarf im selben Wohnhaus oder in der Nachbarschaft leben. Geeignet sind diejenigen Leistungsbereiche, die keine personenbezogenen Leistungen (z.B. Körperpflege) darstellen. ]]> </content> <updated>2022-05-16T13:45:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Ambulante Pflege: Gut versorgt in den eigenen vier Wänden</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/ambulante-pflege</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/ambulante-pflege"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Sie wollen sich über die Leistungen, Kosten und Anbieter der ambulanten Pflege informieren? In unserem Pflegeratgeber erfahren Sie alles zum Thema ambulante Pflege und erfahren, worauf Sie bei der Wahl eines Dienstleisters achten sollten! ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Leistungskatalog der ambulanten Pflege Kosten für die ambulante Pflege Tipps für die Suche nach dem passenden Pflegedienst Nützliche Services zur Ergänzung der ambulanten Pflege &amp;nbsp; Möchten pflegebedürftige Menschen weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung leben, besteht die Möglichkeit, zur pflegerischen, medizinischen und hauswirtschaftlichen Versorgung im häuslichen Umfeld professionelle Hilfe durch ambulante Pflegedienste in Anspruch zu nehmen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Leistungen die ambulante Pflege umfasst, mit welchen Kosten für verschiedene Pflegeleistungen zu rechnen ist und welche Personen Anspruch auf Pflegesachleistungen haben, worauf Sie bei der Auswahl des Pflegedienstes achten müssen und welche Dienstleister eine hilfreiche Ergänzung zur häuslichen Pflege bieten können. Die ambulante Versorgung durch einen Pflegedienst erfolgt grundsätzlich durch qualifiziertes Personal und bringt nennenswerte Vorteile für pflegebedürftige Personen und deren Angehörige mit sich. Helfer im Alltag: Der Leistungskatalog der ambulanten Pflege Das Leistungsspektrum der privaten und öffentlichen Anbieter kann leicht variieren, im Allgemeinen umfasst das Angebot von Sozialdiensten – wie ambulante Pflegedienste in der Praxis auch genannt werden – folgende Tätigkeitsbereiche: Grundpflege: z.B. Körperpflege, Hilfe bei der Entleerung von Magen und Darm, Hilfe beim An- und Entkleiden, Gehen und Treppensteigen, bei der Nahrungsaufnahme sowie bestimmte Prophylaxemaßnahmen (z.B. Dekubitusprophylaxe). Häusliche Krankenpflege (gemäß § 37 SGB V): Verbandswechsel, Verabreichung von Medikamenten und Injektionen. Unterstützung im Haushalt: Das Handlungsspektrum einer Haushaltshilfe vomambulanten Pflegedienst hängt vom jeweiligen Bedarf ab. Zu den Tätigkeiten zählen z.B. Einkaufen, die Zubereitung von Speisen und die Wohnungsreinigung. Pflegerische Betreuung: Hilfestellung bei der Orientierung und Gestaltung des alltäglichen Lebens, z.B. Unterstützung beim Briefeschreiben, bei Freizeitaktivitäten und dem Aufrechterhalten sozialer Kontakte. Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen bei pflegerischen Fragen und Unterstützung bei der Organisation von Hilfsmaßnahmen wie z.B. Fahrdiensten und Essenslieferung. Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt wichtige Aufgaben , die pflegebedürftige Menschen nicht mehr selbstständig bewältigen können. Das ermöglicht nicht nur eine individuelle und bedarfsgerechte Versorgung in den eigenen vier Wänden, sondern stellt auch eine wertvolle Unterstützung und Ergänzung der häuslichen Pflege durch Angehörige dar. Weitere Vorteile der ambulanten Pflege : Pflegebedürftige Personen können ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung führen. Das wirkt sich in der Regel positiv auf den gesundheitlichen Zustand und das Wohlbefinden aus. Pflegende Angehörige werden entlastet – nicht nur zeitlich, sondern auch körperlich und psychisch. Aufgrund der professionellen Versorgung durch geschulte Pflegekräfte werden Pflegefehler vermieden . Zudem ist es Patienten oft angenehmer, in intimen Situationen wie Toilettengang oder Windelwechsel nicht auf Familienmitglieder angewiesen zu sein. In Notfällen ist eine schnelle Unterstützung gewährleistet. Die Kosten für die ambulante Pflege sind im Vergleich zur stationären Unterbringung deutlich geringer. Zudem erhält der Patient bei der sogenannten Kombinationsleistung – also wenn sich Angehörige und Pflegedienst die häusliche Pflege teilen – einen höheren Zuschuss der Pflegekasse . Preise, Finanzierung &amp;amp; Co.: So viel kostet die ambulante Pflege Mit welchen Kosten für die ambulante Pflege zu rechnen ist, lässt sich nicht pauschal beziffern. Einen wesentlichen Einfluss auf den Preis haben die Leistungen und der Turnus, in dem häusliche Pflegedienstleistungen erbracht werden. Darüber hinaus variieren die Leistungskataloge je nach Bundesland , zudem können sich die Preise je nach Anbieter unterscheiden. Die Kosten für den ambulanten Pflegedienst werden unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflegekasse übernommen. Gehen sie über eine bestimmte Höchstgrenze hinaus, entsteht ein Eigenanteil für den Patienten. Die Kosten richten sich nach Art und Umfang der Pflege Der häusliche Pflegedienst berechnet seine Leistungen nach sogenannten Leistungskomplexen , die bestimmte pflegetypische Tätigkeiten zusammenfassen. Je nach Bundesland sind 17 bis 30 solcher Leistungskomplexe definiert. Welche Leistungskomplexe in welcher Häufigkeit benötigt werden, hängt vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab und davon, welche Aufgaben von Angehörigen übernommen werden können. Die zu erbringenden Leistungskomplexe des Sozialdienstes werden in einem Pflegevertrag festgelegt. Die folgende Tabelle zeigt Rechenbeispiele für eine Auswahl von Leistungskomplexen. Die angegebenen Monatsbeträge sind als ungefähre Richtwerte zu verstehen, die tatsächlichen Kosten können je nach Bundesland und ambulantem Pflegedienst variieren. Kleine Grundpflege (Teilwaschung inkl. Mund- und Zahnpflege, Haar-, Haut- und Nagelpflege, Rasur sowie Unterstützung im Bereich Ausscheidungen) Häufigkeit: 5x pro Woche mtl. Kosten: ca. 189 € Große Grundpflege (Ganzkörperwäsche, Ausscheidungen) Häufigkeit: 2x pro Woche mtl. Kosten: ca. 156 € Hilfe bei Nahrungsaufnahme Häufigkeit: 1x täglich mtl. Kosten: ca. 304 € Lagern/Betten (Bett richten, Bettwäsche wechseln, körper-/situationsgerechte Lagerung, Vermittlung Lagerungstechniken, Einsatz von Lagerungshilfen) Häufigkeit: 3x täglich mtl. Kosten: ca. 401 € Reinigen der Wohnung Häufigkeit: 1x pro Woche mtl. Kosten: ca. 94 € &amp;nbsp; Sind in einem Haushalt (z.B. einer Pflege-WG) oder in einem Wohnhaus mehrere Personen zu pflegen, ist ein sogenanntes Poolen von Leistungen möglich. Dadurch lassen sich Zeit und Kosten einsparen, die für weitere Versorgungs- und Betreuungsleistungen genutzt werden können. Pflegesachleistungen: Wie hoch ist der Zuschuss für ambulante Pflege? In welcher Höhe die Pflegekasse die Kosten für die Leistungen des ambulanten Pflegedienstes – man spricht hier von Pflegesachleistungen – übernimmt, hängt vom Pflegegrad des Patienten ab. Die monatlichen Höchstgrenzen je nach Pflegegrad haben wir in unserem Beitrag „ Pflegegrade “ zusammengestellt. Grundsätzlich haben nur Patienten mit Pflegegrad 2 bis 5 Anspruch auf bestimmte Pflegesachleistungen. Patienten mit Pflegegrad 1 können den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro für Leistungen der häuslichen Pflegedienste nutzen. Der ambulante Pflegedienst rechnet seine Leistungen bis zur Höchstgrenze des jeweiligen Pflegegrades direkt mit der zuständigen Pflegekasse ab, der Patient muss hier also nicht in Vorlage gehen. Diejenigen Leistungen, die den monatlichen Höchstsatz übersteigen , sind aus eigener Tasche zu bezahlen. Weitere Informationen über Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege finden Sie in unserem Ratgeber “ Pflegesachleistungen “. Tipps für die richtige Wahl: So finden Sie den passenden Pflegedienst Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Unterstützung angewiesen ist, braucht eine gute, sichere und würdevolle Pflege . Im ersten Schritt sollte man sich darüber klar werden, welche Leistungen benötigt werden: Hilfe bei der Körperpflege, bei der Nahrungsaufnahme, im Haushalt oder für Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände? Wie oft wird die Unterstützung des ambulanten Pflegedienstes benötigt? Welche persönlichen Erwartungen hat der Patient an das Pflegepersonal? Steht der individuelle Betreuungs- und Versorgungsbedarf fest, kann man sich im zweiten Schritt auf die konkrete Suche nach einem geeigneten Pflegedienst begeben: Auskunft über Pflegedienste am Wohnort oder der näheren Umgebung erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse oder dem Pflegestützpunkt . Prüfen Sie, welche der Pflegedienste vor Ort die erforderlichen Leistungen erbringen. Das ist vor allem dann ein zentraler Aspekt, wenn spezielle Anforderungen (z.B. bei bestimmten Erkrankungen) bestehen. Informationen über die Qualifikation des Pflegedienstes erhält man in dessen Transparenzbericht . Dort sind auch die Ergebnisse von Qualitätsprüfungen zu finden. Die Pflegequalität wird entsprechend verbindlicher Richtlinien vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung und dem Verband der Privaten Krankenversicherungen überprüft. Erkundigen Sie sich beim Pflegestützpunkt und im eigenen Umfeld nach Erfahrungen mit potenziellen Anbietern. Zusätzlich können Bewertungen im Internet herangezogen werden. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und vergleichen Sie mehrere Pflegedienste in einem persönlichen Termin . Ungeachtet dessen, ob der ambulante Pflegedienst eine Preisliste veröffentlicht hat, sollte man sich einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, der alle erforderlichen Leistungen umfasst. Anhand des konkreten Angebots kann man ermitteln, ob und in welcher Höhe ein Eigenanteil fällig wird. Neben fachlichen und organisatorischen Kriterien ist es zudem wichtig, dass auch der zwischenmenschliche Kontakt zwischen Patient und Pflegepersonal stimmt. Hilfreich ist, wenn die pflegerischen Tätigkeiten möglichst von festen Bezugspersonen erbracht werden. Nützliche Services zur Ergänzung der ambulanten Pflege Neben den Leistungen von ambulanten Pflegediensten gibt es noch weitere Dienstleistungen, die das Leben von pflegebedürftigen Menschen und pflegender Angehöriger erleichtern können. Dazu gehören unter anderem die Lieferung verzehrfertiger Mahlzeiten oder die Nutzung eines Hausnotrufs. Mahlzeitendienst: Täglich frisch zubereitetes und erwärmtes Essen Pflegebedürftige Menschen sind oftmals nicht mehr in der Lage, sich selbst zu verpflegen. Dabei ist die regelmäßige Nahrungsaufnahme und die Versorgung mit Nährstoffen essentiell, damit der Patient bei Kräften bleibt. Stellen Einkauf und Kochen für pflegende Angehörige einen zu großen Aufwand dar oder ist die Beauftragung eines Pflegedienstes für die Zubereitung der Mahlzeiten zu kostspielig, kann das sogenannte „Essen auf Rädern“ eine gute Lösung sein. Viele soziale Einrichtungen und private Unternehmen bieten nicht nur in Städten, sondern auch im ländlichen Raum einen regelmäßigen Bringdienst an, der ältere und pflegebedürftige Menschen entweder mit frisch zubereiteten warmen Speisen versorgt oder mit tiefgekühlten Mahlzeiten, die einfach in der Mikrowelle erwärmt werden können. Die meisten Mahlzeitendienste bieten verschiedene Menü-Optionen , die spezielle Vorlieben (z.B. vegetarische Kost) und besondere Anforderungen, z.B. von Diabetikern, berücksichtigen. Zusätzliche Sicherheit durch den Hausnotruf Ganz gleich, wie gut die häusliche Pflege organisiert ist – es gibt immer Situationen, in denen pflegebedürftige Personen für einen gewissen Zeitraum alleine sind. Mit einem Hausnotruf sind Patienten in der Lage, bei einem Notfall ganz einfach einen Alarm auszulösen und rund um die Uhr Hilfe anzufordern . Bei Pflegebedürftigkeit wird ein Großteil der monatlichen Kosten von der Pflegekasse übernommen. Ausführliche Informationen über die unkomplizierte Funktionsweise des Hausnotruf-Systems, die verschiedenen Anbieter, Tarife und sinnvolle Zusatzleistungen erhalten Sie in unserem Beitrag „Notrufknopf“. ]]> </content> <updated>2022-05-16T13:30:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Pflege von Angehörigen: Alle wichtigen Infos zu Voraussetzungen und Leistunge...</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflege-von-angehoerigen</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/pflege-von-angehoerigen"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Sie erwägen, die Pflege einer angehörigen Person selbst zu übernehmen? Unser Pflegeratgeber informiert Sie genau über diese Art der Pflege, die Möglichkeiten der finanziellen Absicherung sowie die Leistungen, Beratungsmöglichkeiten und weitere Themen zur Angehörigenpflege. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Häusliche Pflege oder Pflegeheim Finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige Zusatzbeiträge zur Rentenversicherung &amp;nbsp; Laden sich unser kostenloses PDF zur Pflege von Angehörigen herunter , in dem wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengestellt haben. Jetzt downloaden &amp;nbsp; Wenn ein naher Verwandter plötzlich zum Pflegefall wird, gilt es eine Reihe wichtiger Entscheidungen zu treffen. Dabei stellt sich auch die Frage der Versorgungsform. Sie erwägen die Pflege selbst zu übernehmen? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über: die Vor- und Nachteile von häuslicher und stationärer Pflege den Bezug von Pflegegeld verschiedene Modelle zur finanziellen Absicherung von Arbeitnehmern Entlastungsangebote für pflegende Angehörige Leistungen für Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der häuslichen Pflege kostenlose Kurse für praktisches Pflegewissen und Unterstützung im Pflegealltag individuelle Beratungsangebote Um weitreichende Beschlüsse für die eigene Zukunft und die des Patienten zu fassen, ist es wichtig, gut informiert zu sein. Unser Ratgeber bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der häuslichen Pflege und entsprechende gesetzliche Regelungen und Leistungen für Pflegepersonen. Zuhause pflegen oder nicht: So treffen Sie die richtige Entscheidung Die Entscheidung, ob die Pflege zu Hause oder in einem Pflegeheim erfolgen soll, will wohl überlegt sein. Die Vor- und Nachteile der häuslichen Pflege und einer Versorgung des Angehörigen im Pflegeheim haben wir hier gegenübergestellt. Vor- und Nachteile der häuslichen Pflege Die Versorgung eines nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld zeichnet sich durch nennenswerte Vorzüge aus, bringt aber auch Nachteile mit sich: Vorteile der häuslichen Pflege Die pflegebedürftige Person kann weiterhin in der gewohnten Umgebung leben und fühlt sich geborgen. Der enge Kontakt zu Familienmitgliedern wirkt sich positiv auf die psychische Verfassung des Patienten aus. Das Wohlbefinden kann den allgemeinen Gesundheitszustand begünstigen. Die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen wird gefördert. Zur Unterstützung kann externes Fachpersonal hinzugezogen werden. Angehörige haben die Kontrolle über die Pflegemaßnahmen. Nachteile der Pflege zu Hause Die häusliche Pflege erfordert vom Pflegenden einen hohen zeitlichen und körperlichen Einsatz. Beruf, Pflege und familiäre Pflichten sind zuweilen schwer zu vereinbaren. fehlende Fachkompetenz der Pflegeperson Die Gestaltung des eigenen Lebens muss hinter den Bedürfnissen des Pflegenden zurücktreten. Starke psychische Belastung der Pflegeperson und Familienmitglieder Rund-um-die-Uhr-Betreuung ist nicht möglich. &amp;nbsp; Die häusliche Pflege stellt für Pflegepersonen eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Um eine adäquate Versorgung der pflegebedürftigen Person zu gewährleisten, sind Kenntnisse der Grundpflege notwendig. Diese können in kostenlosen Pflegekursen erworben werden. Das bringt die Versorgung eines Angehörigen im Pflegeheim mit sich Eine stationäre Pflege ist in den meisten Fällen aus medizinischen Gründen nicht erforderlich, kann aber je nach Familiensituation eine praktikable Lösung darstellen. Vorteile der Versorgung im Pflegeheim professionelle Versorgung durch geschultes Pflegepersonal 24-Stunden-Versorgung Barrierefreiheit Kontakt zu anderen Pflegebedürftigen Entlastung der Familie Nachteile der stationären Pflege hohe Kosten ungewohnte Umgebung mit geringen Gestaltungsmöglichkeiten weniger Selbstbestimmung, Anpassung an die Gepflogenheiten des Pflegeheims notwendig wechselndes Personal keine individuelle Betreuung möglich schnellerer Verlust der Selbstständigkeit &amp;nbsp; Neben einer vollstationären Pflege besteht auch die Möglichkeit einer Tages- oder Nachtpflege in einer entsprechenden Einrichtung. Diese teilstationäre Pflege kann in Betracht gezogen werden, wenn keine ausreichende häusliche Pflege sichergestellt werden kann. Die nächtliche Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung kann insbesondere bei Patienten mit Demenz eine Unterstützung der häuslichen Pflege darstellen. Pflegegeld bei häuslicher Pflege: Abhängig vom Pflegegrad Ist ein Pflegefall eingetreten, sollte man so schnell wie möglich einen Antrag auf Pflegegeld stellen. Der Anspruch auf diese Leistung der Pflegeversicherung besteht nämlich nicht rückwirkend , sondern erst ab Antragstellung. Pflegegeld steht Pflegebedürftigen zur Entlohnung der Pflegeperson zu, wenn die Pflege im häuslichen Bereich stattfindet (im eigenen Haushalt oder dem der Pflegeperson), die Pflegeperson ein Angehöriger, Freund oder Bekannter ist, der die Pflege nicht erwerbsmäßig betreibt und ein anerkannter Pflegegrad 2 bis 5 besteht. Je nach Pflegegrad beträgt das Pflegegeld monatlich zwischen 316 und 901 Euro (Stand 2022). Falls zusätzlich professionelle Pflegekräfte eines ambulanten Pflegedienstes Teile der Grundpflege und der Betreuung des Patienten übernehmen, wird ein anteiliges Pflegegeld gewährt. Ausführliche Informationen zur Einstufung der Pflegegrade und der Beantragung der jeweiligen Sach- und Geldleistungen der Pflegekasse &amp;nbsp; &amp;nbsp; Teilen Sie diese Infografik auf Ihrer Webseite! &amp;nbsp; Finanzielle Absicherung für pflegende Angehörige Um Beruf, Familie und die Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können, gelten in Deutschland die Regelungen des Pflegezeitgesetzes (PflegeZG) und des Familienpflegezeitgesetzes (FamilienpflegeZG). Demnach haben Arbeitnehmer, die nahe Familienangehörige zu Hause pflegen, einen Rechtsanspruch auf Freistellung von der Arbeit mit Kündigungsschutz und bestimmte finanzielle Unterstützungsleistungen. Als nahe Angehörige gelten: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer ehe- oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft Geschwister, deren Ehegatten und Lebenspartner Schwägerinnen und Schwager leibliche Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder (auch von Ehe- oder Lebenspartner), Schwieger- und Enkelkinder &amp;nbsp; Die gesetzlichen Ansprüche auf Pflegeunterstützungsgeld, Pflegezeit und Familienpflegezeit bestehen nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, nicht für Selbstständige und Freiberufler. Pflegeunterstützungsgeld bei kurzfristiger häuslicher Pflege Tritt ein akuter Pflegefall ein, können sich Arbeitnehmer bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen, um die Versorgung zu übernehmen bzw. eine bedarfsgerechte Pflege für den Angehörigen zu organisieren. Diese Regelung gilt unabhängig von der Betriebsgröße des Unternehmens und vom Pflegegrad des Pflegebedürftigen. Es muss jedoch eine Pflegebedürftigkeit gegeben sein, die mindestens Pflegegrad 1 entspricht. Für die Freistellung kann bei der Pflegekasse oder der privaten Pflegeversicherung als Lohnersatzleistung das Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden. Die Zahlung beträgt in der Regel 90 % des ausgefallenen Nettolohns, sofern der Höchstbetrag von derzeit 112,88 Euro pro Tag (Stand 2022) nicht überschritten wird. Pflegezeit: Anspruch von Pflegepersonen bei mehrmonatiger Pflege von Angehörigen Möchte ein Arbeitnehmer für die Pflege eines nahen Angehörigen bis zu sechs Monate ganz oder teilweise aus dem Berufsleben aussteigen, kann er die gesetzlich geregelte Pflegezeit in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass mindestens Pflegegrad 1 besteht. Der Rechtsanspruch besteht erst ab einer Betriebsgröße von mehr als 15 Beschäftigten. Für die Freistellung gilt ein Kündigungsschutz, nach der Pflegezeit kann der Arbeitnehmer seinen Job wieder im gewohnten Umfang aufnehmen. Bedingung der Pflegezeit ist, dass es sich um eine häusliche Pflege handelt. Als Ausnahme gilt, wenn der pflegebedürftige nahe Angehörige minderjährig ist. In diesem Fall besteht der Rechtsanspruch auch bei einer außerhäuslichen Betreuung. Zur Abfederung von Einkommenseinbußen dient das bereits beschriebene Pflegegeld. Zudem kann die Pflegeperson zur Sicherung des Lebensunterhalts beim Bundesamt für Familie und zivilrechtliche Aufgaben (BAFzA) ein zinsloses Darlehen beantragen. Das Darlehen wird in monatlichen Raten ausgezahlt und ist nach Beendigung der Pflegezeit in Raten zurückzuzahlen. Im Härtefall kann die Rückzahlung verschoben sowie teilweise oder komplett erlassen werden. Sonderregelung für die Begleitung Angehöriger in der letzten Lebensphase Besondere Regeln sieht das Pflegezeitgesetz vor, wenn sich ein naher Angehöriger in der letzten Lebensphase befindet. Zur Begleitung der geliebten Person besteht die Möglichkeit, bis zu drei Monate weniger oder gar nicht zu arbeiten. Der Anspruch auf Freistellung besteht selbst dann, wenn der Angehörige nicht zu Hause, sondern in einem Hospiz betreut wird. Ein bestimmter Pflegegrad ist nicht notwendig. Auch für diesen Zeitraum kann ein zinsloses Darlehen beantragt werden. Zinsloses Darlehen vom Staat bei längerer Familienpflegezeit Unterstützung von staatlicher Seite erfahren Pflegepersonen gemäß Familienpflegezeitgesetz auch dann, wenn eine längerfristige häusliche Pflege naher Angehöriger (mindestens Pflegegrad 1) erforderlich ist: Die Pflegeperson kann sich bis zu 24 Monate teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Die Arbeitszeit muss durchschnittlich mindestens 15 Wochenstunden betragen. Nach dem sogenannten Blockmodell kann die Arbeitszeit flexibel eingeteilt werden. Ein Anspruch auf Familienpflegezeit besteht erst ab einer Unternehmensgröße von mehr als 25 Beschäftigten (ohne Auszubildende). Während der teilweisen Freistellung besteht Kündigungsschutz . Nach der Familienpflegezeit kann der Arbeitnehmer wieder im ursprünglichen zeitlichen Umfang arbeiten. Ist die pflegebedürftige Person minderjährig , besteht der Anspruch auch bei außerhäuslicher Betreuung, sofern mindestens Pflegegrad 1 gegeben ist. Zur Sicherung des Lebensunterhalts kann ein zinsloses Darlehen beantragt werden, das – wie oben beschrieben – in Raten ausgezahlt und zurückgezahlt wird. Zusatzbeiträge zur Rentenversicherung: Vorteile bei der Pflege nahestehender Personen Die Pflegeversicherung honoriert das familiäre Engagement, indem sie Pflegepersonen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt. Dafür sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: Es handelt sich um eine nicht erwerbsmäßige Pflege. Die Pflegebedürftigkeit ist nachgewiesen, es besteht mindestens Pflegegrad 2. Die häusliche Pflege umfasst wenigstens 10 Stunden wöchentlich – an zwei oder mehr Tagen pro Woche. Die Pflegeperson ist maximal 30 Wochenstunden erwerbstätig. Anspruchsberechtigt sind nicht nur nahe Angehörige, sondern z.B. auch Nachbarn oder Bekannte, die die häusliche Pflege übernehmen. Die Pflegezeit wird auf die Beitragsjahre des Pflegenden angerechnet und erhöht dessen Rentenanspruch. Die Beitragshöhe ist abhängig vom Pflegegrad des Patienten. Verschiedene Entlastungsangebote für pflegende Angehörige Die häusliche Pflege eines nahen Angehörigen kann die Pflegeperson viel Kraft kosten – sowohl körperlich als auch mental . Besonders dann, wenn ein schwerwiegender Pflegebedarf besteht, nur wenig Unterstützung seitens anderer Familienmitglieder erfahren wird oder kein ambulanter Pflegedienst zum Einsatz kommt. Als Pflegeperson haben Sie die Möglichkeit, diverse Entlastungsleistungen der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen. Verhinderungspflege: Wenn Sie als Pfleger temporär ausfallen Auch die engagierteste Pflegeperson braucht einmal eine Auszeit von der häuslichen Pflege , um Urlaub zu machen, wichtige Termine wahrzunehmen oder wenn sie selbst krank ist. Hauptpflegepersonen können sich deshalb stunden-, tage- oder wochenweise vertreten lassen . Gemäß SGB XI § 39 steht Ihnen eine Ersatzpflege – auch Verhinderungspflege oder kurz VHP genannt – zu. Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht für insgesamt 42 Tage , also sechs Wochen, pro Kalenderjahr . Wird die Ersatzpflege im betreffenden Kalenderjahr nicht genutzt, verfällt sie am Ende des Jahres, sie kann nicht ins nächste Jahr übernommen werden. Die Höhe der Geldleistung der Pflegekasse hängt davon ab, von wem die häusliche Pflege übernommen wird: Lässt man sich von einer professionellen Pflegekraft oder Nachbarn, Freunden oder entfernten Verwandten vertreten, werden für die Verhinderungspflege jährlich 1.612 Euro gezahlt. Kommen stattdessen nahe Verwandte oder im Haushalt lebende Personen zum Einsatz, bemisst sich die Leistung der Pflegekasse am Pflegegrad , es wird lediglich der 1,5-fache Satz des monatlichen Pflegegeldes gezahlt. Voraussetzungen für den Anspruch auf Verhinderungspflege: Die Pflegebedürftigkeit muss mindestens Pflegegrad 2 entsprechen. Bei Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse keine Ersatzpflege. Die Hauptpflegeperson pflegt den nahen Angehörigen seit mindestens sechs Monaten . Sie erhält Pflegegeld für die häusliche Pflege. Der Antrag auf Verhinderungspflege ist bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen zu stellen. Das Antragsformular kann auf dem Internetportal der jeweiligen Pflegekasse heruntergeladen oder telefonisch angefordert werden. Es empfiehlt sich die Verhinderungspflege vorab zu beantragen. Ist das z.B. bei Krankheit nicht möglich, kann die VHP auch rückwirkend geltend gemacht werden. Kombinationsleistung: Unterstützung durch den ambulanten Pflegedienst Benötigen Pflegepersonen bei bestimmten Aufgaben der häuslichen Pflege eine professionelle Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, besteht die Möglichkeit der Kombinationspflege . Voraussetzung dafür ist, dass der pflegebedürftigen Person mindestens Pflegegrad 2 zuerkannt wurde und die Pflegesachleistungen entsprechend dem Pflegegrad noch nicht voll ausgeschöpft sind. Die Kombipflege bringt nennenswerte Vorteile mit sich: Sie sichert eine hohe Pflegequalität , die Pflegeperson wird deutlich entlastet und profitiert gleichzeitig vom Know-how der professionellen Pflegekraft. Alles Wissenswerte über die externe Unterstützung bei der Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger erfahren Sie im Beitrag “Ambulanter Pflegedienst”. Monatlicher Entlastungsbetrag für zusätzliche Betreuungsleistungen Pflegebedürftigen Menschen aller Pflegegrade , die zu Hause versorgt werden, steht monatlich ein Entlastungsbetrag von 125 Euro zu. Damit sollen pflegende Angehörige entlastet und die Selbstständigkeit des Patienten gefördert werden. Der Verwendungszweck kann flexibel bestimmt werden, sofern es sich um qualitätsgesicherte Leistungen handelt, die vom jeweiligen Landesrecht anerkannt sind. Dazu gehören u.a.: Leistungen ambulanter Pflegedienste, z.B. für Körperpflege Unterstützung im Alltag, z.B. ambulante Betreuung Tages- und Nachtpflege Kurzzeitpflege Der Entlastungsbetrag wird gegen Vorlage von Belegen der erbrachten Leistungen gezahlt. Wird der Betrag in einem Jahr nicht voll ausgeschöpft, kann er auf das nächste Kalenderhalbjahr übertragen werden. Er verfällt demnach erst nach dem 30. Juni des Folgejahres. Leistungen der Pflegekasse für Hilfsmittel und Umbauarbeiten Um Pflegebedürftige bei den Kosten der häuslichen Pflege zu entlasten, gewährt die Pflegekasse auch finanzielle Unterstützung für Pflegehilfsmittel und Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern. Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der häuslichen Pflege Der Einsatz von Pflegehilfsmitteln soll Patienten ein selbstständigeres Leben ermöglichen und dazu beitragen, Beschwerden zu lindern. Zudem stellen die Hilfsmittel für Pflegepersonen eine Erleichterung im Pflegealltag dar. Zu Pflegehilfsmitteln zählen sowohl Verbrauchsartikel wie Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe und -lätzchen, Desinfektionsmittel, Mundschutzmasken etc. sowie technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett oder Hausnotruf-System. Für die zum Verbrauch bestimmten Produkte wird Patienten aller Pflegegrade ein monatlicher Zuschuss von bis zu 40 Euro gewährt. Für technische Pflegehilfsmittel gelten gewisse Festbeträge. Nicht zu verwechseln mit Pflegehilfsmitteln sind die sogenannten Pflegesachleistungen . Dabei handelt es sich nicht – wie häufig irrtümlich angenommen – um Gegenstände, sondern um pflegerische Tätigkeiten , die von Fachkräften ausgeführt werden. Weiterführende Informationen haben wir in unserem Beitrag “ Pflegesachleistungen ” für Sie zusammengestellt. Auch für den pflegegerechten Wohnungsumbau gibt es Zuschüsse Zu den Pflegehilfsmitteln zählen auch wohnumfeldverbessernde Maßnahmen . Oftmals ist eine häusliche Pflege erst durch eine Anpassung der Räumlichkeiten möglich. Beispiele für derartige Maßnahmen sind die Installation eines Treppenlifts oder einer barrierefreien Dusche, der Abbau von Stolperschwellen oder die Anbringung von Haltegriffen. Die Umbauten werden mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst. Bei einer Änderung des Pflegebedarfs können unter Umständen weitere Zuschüsse gewährt werden. Alles Wissenswerte zur Wohnraumanpassung erfahren Sie in unserem Beitrag „ Altersgerecht umbauen“ . Unverzichtbar in der häuslichen Pflege: Praktisches Wissen für pflegende Angehörige Um die bestmögliche Versorgung von pflegebedürftigen Personen zu gewährleisten, ist die Pflegekasse verpflichtet, kostenlose „Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen“ anzubieten. In den Grundlagen-Kursen zur häuslichen Pflege erwerben die Teilnehmer hilfreiches Wissen und Fähigkeiten in den Bereichen Praktische Pflege: Mobilisierung und Positionierung von Patienten, Handgriffe bei Körperpflege, Medikamentengabe sowie beim Essen und Trinken Hygiene: Maßnahmen der Körper- und Intimpflege beim Patienten, Hygiene im häuslichen Bereich Selbstpflege: z.B. rückenschonende Haltung bei der Versorgung von Patienten oder die Einschätzung der eigenen Kräfte Recht &amp;amp; Soziales: Rechtliche und finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige Darüber hinaus gibt es auch verschiedene Spezialkurse , in denen hilfreiches Wissen für die häusliche Pflege von Patienten mit Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder einem Schlaganfall vermittelt wird. Termine für kostenlose Pflegekurse an Ihrem Wohnort können Sie bei Ihrer Krankenkasse erfragen. Für die Kursteilnahme kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Zusätzliche Fähigkeiten in der Grundpflege lassen sich zudem mit einer Ausbildung zum Pflegehelfer erwerben. In unserem Beitrag “ Pflegehelferschein ” erfahren Sie, welche Institutionen die Ausbildung anbieten und welche Lerninhalte vermittelt werden. Individuelle Pflegeberatung für Patienten und Pflegepersonen Pflegebedürftige Personen und pflegende Angehörige haben Ansprüche auf zahlreiche Leistungen, die in verschiedenen Gesetzen geregelt sind. Kein Wunder, dass sich Betroffene häufig überfordert fühlen und nicht wissen, welche Unterstützung ihnen im jeweiligen Einzelfall zusteht. Die Pflegekasse ist deshalb verpflichtet, eine kostenlose Pflegeberatung anzubieten. Die professionelle Beratung erfolgt nach einem standardisierten Prozess und umfasst die Ermittlung des konkreten Unterstützungsbedarfs, die Vorstellung und Erklärung der in Frage kommenden Hilfsangebote und die Erstellung eines individuellen Versorgungsplans . Beratungsangebote in Ihrer Nähe finden Sie der Datenbank der Stiftung ZPQ. Pflegebedürftige und pflegende Angehörige erhalten zudem beim Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine vertrauliche und anonyme Beratung unter der Rufnummer 030/20 17 91 31 oder per E-Mail an info@wege-zur-pflege.de ]]> </content> <updated>2022-02-12T14:00:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Notrufsystem für Senioren: Gewissheit im Alltag und schnelle Hilfe in Notfällen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/senioren-notrufsystem</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/senioren-notrufsystem"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Ein Notrufsystem für Senioren gibt Ihnen Sicherheit im Alltag, wenn Sie allein sind. In diesem Pflegeratgeber erfahren Sie, welche Arten von Notrufsystemen es gibt und wie Sie es richtig nutzen. Auch schlagen wir Ihnen Notrufsysteme vor, die Sie in unserem Shop kaufen können. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Darum lohnt sich ein Notruf-Alarmsystem Überblick über Notrufsysteme und Seniorenalarme Kosten für ein Senioren-Notrufsystem Kostenübernahme durch die Krankenkasse Die beliebtesten Anbieter &amp;nbsp; Ein Notrufknopf für Senioren schafft mehr Sicherheit im Alltag und bietet die Gewissheit, in Notfällen schnell Hilfe zu bekommen – auch wenn man es selbst nicht mehr ans Telefon schafft. Besonders sinnvoll sind solche Systeme für Menschen, die im Alter allein leben oder den Großteil des Tages allein verbringen. Im folgenden Text haben wir die wichtigsten Informationen über Notrufsysteme übersichtlich und verständlich für Sie zusammengestellt: Vom Notrufknopf bis zum intelligenten Assistenzsystem – welche Funktionen bieten die verschiedenen Systeme und was eignet sich für wen? Kosten und Zuschüsse – wie teuer sind Installation und monatliche Gebühren, und wo kann man eine Kostenübernahme beantragen? Wohlfahrtsverbände oder Privatanbieter – wo kann man ein Angebot für einen Hausnotruf einholen? Haben auch Sie schon über die Anschaffung eines Notrufsystems nachgedacht? Bevor wir auf die technischen und finanziellen Details eingehen, möchten wir Ihnen eine kleine Checkliste mit sechs guten Gründen für einen Hausnotruf vorstellen. Warum sich ein Notruf-Alarmsystem für ältere Menschen lohnt Viele ältere Menschen, die ihren Alltag jahrzehntelang selbstbestimmt gemeistert haben, möchte sich diese Unabhängigkeit möglichst lange bewahren . An mögliche Notfälle wie einen Sturz oder einen Schwächeanfall denkt man da nur ungern – doch gerade hier ist vorausschauendes Handeln gefragt! Ein Notruf für Senioren ist eine wertvolle Investition in Ihre Sicherheit und bietet die Gewissheit, im Notfall schnell Hilfe zu bekommen. Das gilt besonders dann, wenn Sie: allein leben oder den Großteil des Tages allein verbringen einige Alltagstätigkeiten nur noch mit Mühe schaffen, bspw. das Treppensteigen oder das Aussteigen aus der Badewanne schon einmal einen Schwächeanfall hatten schon einmal gestürzt sind und/oder bei Ihnen ein erhöhtes Sturzrisiko durch eine Gehbehinderung, Gleichgewichtsstörungen bzw. nachlassende Sehkraft besteht mit Herz-Kreislauf-Beschwerden leben und/oder schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben mit einer chronischen Krankheit leben, bspw. Diabetes mellitus, Epilepsie oder Asthma Moderne Notrufsysteme bieten oft auch zahlreiche Zusatzfunktionen für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben im Alter , in den eigenen vier Wänden wie auch unterwegs. Auch pflegebedürftige Menschen profitieren von einem Notfallknopf , mit dem sie schnell die Angehörigen bzw. Pflegefachkräfte zu sich rufen können. Notrufsysteme und Seniorenalarme im Überblick: So finden Sie das passende Produkt Die Bandbreite moderner Notrufsysteme ist groß und so gilt es, das richtige System für die jeweiligen Bedürfnisse zu finden. Vom fest installierten Pflegeruf über den tragbaren Notfallknopf bis hin zu sensor-gestützten Systemen, vom Ortungsgerät mit GPS bis hin zum Smart Home für Senioren – jede Variante hat Ihre Vor- und Nachteile, die wir in den folgenden Abschnitten vorstellen möchten. Das interne Hausruf-System bietet ein sicheres Gefühl für die häusliche Pflege Die Pflege in den eigenen vier Wänden ist eine stete Balance zwischen Fürsorge und Autonomie. Ein internes Hausrufsystem gibt die Gewissheit, auch einmal für kurze Zeit allein sein zu können – und dennoch umgehend Hilfe zu bekommen, wenn es nötig ist . Ein Notrufknopf am Armband wie das Russka Pflegeruf-Set Plus eignet sich sowohl für Senioren, die noch in der Wohnung mobil sind, als auch für bettlägerige Personen : Das Armband ist per Funk mit einem Empfänger verbunden, der in jede Steckdose passt. Ein Druck auf den großen Knopf des Armbands genügt und schon werden die Angehörigen bzw. Pflegefachkräfte über den Empfänger benachrichtigt. Als Signal sind 3 Melodien in 2 Lautstärken wählbar, auf Wunsch auch ein Blitzlicht. Die Signal-Reichweite von 150 m deckt nicht nur die Wohnung ab, sondern erreicht – je nach Bauweise – oft auch Balkon, Garten und Keller. Hausnotruf für Senioren: Tragbare Notrufknöpfe für daheim &amp;amp; unterwegs Senioren, die allein leben oder einen Großteil des Tages allein verbringen , profitieren von einem klassischen Hausnotruf-System. Dieses bestehen typischerweise aus: einem Notfallknopf, der als Armband oder Kette am Körper getragen wird sowie einer Basisstation mit Freisprechanlage, die per Telefon oder Mobilfunknetz eine Verbindung zur externen Notfallzentrale des Hausnotruf-Betreibers herstellt. Um einen Notruf abzusetzen, genügt ein Knopfdruck – die Mitarbeiter der Notfallzentrale können dann über die Freisprechanlage Kontakt aufnehmen und nachfragen: Was ist passiert? Sollen die Angehörigen verständigt werden oder brauchen Sie einen Notarzt? Wenn kein Gespräch möglich ist, wird der Rettungsdienst verständigt und erhält automatisch alle für den Notfall gespeicherten Informationen, von der Adresse bis zu den eingenommenen Medikamenten. Häufig werden über den klassischen Hausnotruf auch weitere Dienstleistungen angeboten , wie bspw.: Schlüsselhinterlegung, so dass das Notfall-Team nicht die Tür aufbrechen muss Tagestaste oder Bewegungsmelder, der bei längerer Inaktivität einen Kontrollanruf auslöst Sturz-Detektor Erinnerungsanrufe, vom Wecken bis zur Medikamenten-Einnahme Video-Display für Notrufe und Telemedizin Für mobile Senioren, die allein spazieren gehen oder außer Haus Besorgungen erledigen, bietet ein mobiler Notruf eine sinnvolle Alternative : Diese Systeme funktionieren ganz ähnlich wie der klassische Hausnotruf, nur dass grundsätzlich das Mobilfunknetz zum Verbindungsaufbau mit der Notrufzentrale genutzt wird. Daneben gibt es anbieterfreie mobile Notrufknöpfe, die wie ein Handy mit Prepaid-Karte funktionieren und bei Betätigung des Notrufs eine festgelegte Reihe eingespeicherter Telefonnummern anwählen, bis ein Kontakt hergestellt ist. Vollautomatische Warnsysteme: Die bequeme Lösung für Senioren und Angehörige Senioren, die keinen Notfallknopf am Körper tragen möchten oder diesen häufiger ablegen und vergessen, können von sensorgestützten Warnsystemen profitieren. Die Sensoren werden so angebracht, dass sie alltagstypische Bewegungen und Vorgänge registrieren – ganz diskret und unauffällig, ohne lästige Nachfragen am Telefon . Einen solchen vollautomatischen Notruf für Senioren bietet bspw. das Helia Lebenszeichen Senioren Hausnotrufsystem : Mit zwei Sensoren lässt sich das Öffnen der Schlafzimmertür, das Öffnen des Kühlschranks oder das Anschalten des Fernsehers per Fernbedienung registrieren. Individuell festgelegte Zeitfenster definieren, wann diese Aktivitäten zu erwarten sind. Wenn die erwarteten Aktivitäten ausbleiben, werden die Angehörigen informiert und können aktiv nachfragen oder ggf. eingreifen. GPS-Ortungssysteme können für die Angehörigen von demenzkranken Personen nützlich sein Ein etwas anderes Notrufsystem wurde speziell für Demenzkranke entwickelt, die oft zu Rastlosigkeit, Wanderungen und Fluchtverhalten neigen . Hier können am Körper getragene GPS-Ortungssysteme helfen, den Aufenthaltsort der pflegebedürftigen Person im Blick zu behalten: GPS-Tracker sind in verschiedenen Formen, als Clip, Armband oder auch integriert in eine klassische Armbanduhr zu haben. Wichtig ist, dass der Tracker für die jeweilige Person entweder unbemerkt oder angenehm zu tragen ist, damit er nicht als störendes oder unangenehmes Objekt entfernt wird. Diese Systeme dienen lediglich der räumlichen Ortung der Person, sie erlauben keine Aussage über deren Wohlbefinden. Eine Zusatzausstattung mit Sturzmelder ist möglich. Einige Systeme können einen Alarm auslösen, wenn ein bestimmter Bewegungsradius verlassen wird. Modelle für Demenzkranke verfügen in der Regel nicht über einen Alarmknopf, der aktiv einen Notruf versendet. Seniorenhandys eignen sich nur bedingt als Notrufsystem Als Seniorenhandy bezeichnet man Mobiltelefone, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet sind : mit großen Tasten, extra lautem Klingelton und Lautsprecher, zum Teil auch mit extra großem Bildschirm. Durch den integrierten GPS-Sender ermöglicht das Handy zudem eine Standortfeststellung. Als Notrufsystem sind Seniorenhandys jedoch nur eingeschränkt geeignet : In der Wohnung hat man das Handy nicht immer bei sich. Unterwegs trägt man das Handy oft in Rucksack, Handtasche oder Hosen- bzw. Jackentasche, wo es weniger gut greifbar ist als ein Notrufknopf an Armband oder Kette. Bei Handys ohne Notfalltaste muss die korrekte Notfallnummer gewählt werden, was nach einem Sturz oder Schwächeanfall nicht immer möglich ist. Bei Handys mit Notfalltaste ist der Notruf zwar mit nur einer Taste möglich, doch ist diese weniger eindeutig tastbar als ein singulärer Notfallknopf. Es erfolgt keine automatische Überwachung wie bei vollautomatischen Warnsystemen. Für ältere Menschen, die noch selbstständig Spaziergänge unternehmen und Besorgungen erledigen, kann ein Seniorenhandy jedoch eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Hausnotruf daheim darstellen. Intelligente Assistenzsysteme als Helfer in Notsituationen Ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort versprechen sog. AAL-Systeme. Das Kürzel steht für den englischen Begriff ambient assisted living – also ein alltagsunterstützendes Assistenzsystem, oder anders ausgedrückt: ein seniorengerechtes Smart-Home-Konzept . Typische Bausteine dieses Systems sind: szenarien-basierte Steuerung von Wohnfunktionen – bspw. Aufsteh-Szenario mit automatischem Hochfahren der Rollläden, Einschalten von Licht, Heizung und Küchenradio oder Abwesenheits-Szenario, bei dem beim Verlassen der Wohnung automatisch den Herd abschaltet wird intelligente Rauchmelder und ähnliche Sensoren , die im Notfall nicht nur vor Ort ein Warnsignal abgeben, sondern ggf. auch Angehörige und Rettungsdienste aktivieren smarte Notfall-Konzepte mit umfangreicher Sensorik, die Bewegungsdaten sammeln und auswerten, um Routinen und potentiell besorgniserregende Abweichungen davon besser zu erkennen, als es mit starren Zeitvorgaben – wie bspw. beim oben vorgestellten Helia-System – möglich ist Der Einbau solcher Systeme ist allerdings recht kostspielig ; zudem sind die generellen Probleme von Smart-Home-Konzepten – von ethischen Problem wie der informationellen Selbstbestimmung bis hin zu technischen Fragen wie dem Provider-login – zu beachten. Für die große Mehrheit der Senioren sind die klassischen Notruf-Systeme ausreichend und besser finanzierbar ; vom hausinternen Pflegeruf über den externen Hausnotruf bis hin zum Seniorenhandy mit Notruf- oder Notfall-App für unterwegs. Wie hoch sind die Kosten für ein Senioren-Notrufsystem? Die Kosten für einen Notruf-System variieren je nach System, gewähltem Anbieter und Leistungsumfang: internes Hausrufsystem bzw. Pflegeruf: Einen funkbasierten Pflegeruf erhalten Sie in unserem Onlineshop bereits für 119 Euro (Russka-Qualitätsprodukt), je nach System und Anbieter sind auch Preise von 150 - 200 Euro üblich. Nutzungsgebühren sind – bis auf den Stromverbrauch – nicht zu entrichten. klassischer Hausnotruf mit Verbindung zur externen Notfallzentrale : Hier fällt in der Regel eine einmalige Anschlussgebühr von 10 - 50 Euro an. Was die monatlichen Nutzungskosten betrifft, so bieten viele Anbieter ein Basis-Paket mit 20 - 25 Euro an, das vom Zuschuss der Pflegeversicherung getragen wird; Zusatzleistungen sind auf Wunsch kostenpflichtig zubuchbar. mobiler Notruf mit Mobilfunkverbindung : Für die Anschaffung fallen 10 - 50 Euro an; die monatlichen Nutzungskosten betragen je nach Anbieter ca. 20 - 40 Euro. Anbieterfreie Systeme sind teurer in der Anschaffung, können zum Teil aber ohne Monatsgebühr, nur mit Prepaid-Karte genutzt werden. sensorgestützte Warnsysteme: Diskrete Aktivitätsmelder wie das Helia Hausnotrufsystem erhalten Sie bei Sanitäts-online.de bereits ab 290 Euro . GPS-Ortungssysteme: Die Preisspanne für GPS-Tracker ist sehr groß, beginnend bei 20 Euro bis über 100 Euro, hinzu kommen Nutzungskosten für die Prepaid-Karte oder den Anbietervertrag von ca. 3-8 Euro/Monat. Seniorenhandys : Die Anschaffungskosten betragen ca. 25 - 60 Euro, hinzu kommen die Nutzungskosten der Prepaid-Karte oder die monatlichen Raten des Nutzungsvertrages. AAL-Systeme: Für die Anschaffung eines Komplettsystem ist mit Kosten ab 1000 Euro zu rechnen. Kombinierte Lösungen mit Komponenten mehrerer Anbieter können günstiger sein, erfordern aber auch mehr technisches Geschick bei Auswahl und Installation. So funktioniert die Kostenübernahme durch die Krankenkasse Für die Anschaffung eines Notrufsystems für Senioren ist die Krankenkasse der falsche Ansprechpartner. In vielen Fällen ist jedoch eine Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung möglich . Dafür sind jedoch folgende Voraussetzungen zu erfüllen: anerkannter Pflegegrad : Bereits ab Pflegegrad 1 besteht Anspruch auf einen Hausnotruf;mehr zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit und den jeweiligen Leistungsansprüchen im Ratgeber “Pflegegrade”. Notfallrisiko: Als sinnvoll gilt ein Notrufsystem dann, wenn aufgrund des Gesundheitszustands der pflegebedürftigen Person mit Notfällen zu rechnen ist, bspw. mit Stürzen bei Menschen mit Gleichgewichtsstörungen. betreuungsfreie Zeit: Ein Notruf wird nur bewilligt, wenn die pflegebedürftige Person allein lebt oder den Großteil des Tages ohne Betreuung verbringt. Telefon stellt keine Alternative dar : Ein Notruf wird nur dann als notwendig erachtet, wenn die pflegebedürftige Person den Hilferuf nicht mit einem herkömmlichen Telefon auslösen kann. Vertragspartner: Beschaffung des Hausnotrufs über einen anerkannten Partner der Pflegekasse. Wird die Kostenübernahme bewilligt, so erhalten Sie eine Einmalzahlung von 10,49 Euro für die Installation des Notrufsystems sowie monatlich 25,50 Euro für den laufenden Betrieb. Die bekanntesten Anbieter von Notrufsystemen für Senioren Notrufsysteme für Senioren werden von vielen gemeinnützigen Organisationen angeboten : ASB Hausnotruf (Arbeiter-Samariter-Bund) DRK Hausnotruf (Deutsches Rotes Kreuz) Caritas Hausnotruf Johanniter Hausnotruf Malteser Hausnotruf Volkssolidarität Hausnotruf Daneben existieren auch kommerzielle Anbieter, die eine große Vielfalt von Notrufsystemen anbieten: Libify Medivato Vitakt Zembro Ob gemeinnütziger oder privater Anbieter – nehmen Sie sich ausreichend Zeit, die verschiedenen Angebote zu prüfen, um ein Notrufsystem zu wählen, das optimal auf die Bedürfnisse von Nutzern und Angehörigen abgestimmt ist. ]]> </content> <updated>2022-01-17T10:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Schwerbehindertenausweis beantragen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/schwerbehindertenausweis</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/schwerbehindertenausweis"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Personen, die einen Schwerbehindertenausweis haben, können &quot;Nachteilsausgleiche&quot; erhalten. Wie Sie den Schwerbehindertenausweis beantragen und was Sie außerdem zu diesem Thema wissen sollten, erfahren Sie in diesem Pflegeratgeber! ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Dafür kann der Ausweis genutzt werden Voraussetzung für die Bewilligung Amtliche Anerkennung der Schwerbehinderung Antrag auf Schwerbehinderung ausfüllen und einreichen Regelmäßige Verlängerung notwendig Spätere Beeinträchtigungen geltend machen Bedeutung der Zeichen auf Ihrem Schwerbehindertenausweis &amp;nbsp; Menschen, deren Teilhabe am täglichen Leben infolge einer Behinderung oder schweren chronischen Erkrankung langfristig eingeschränkt ist, können mit einem Schwerbehindertenausweis sogenannte Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über: Vorteile und Nutzen eines Schwerbehindertenausweises notwendige Schritte zur Anerkennung der Schwerbehinderung die Voraussetzungen für die Bewilligung des Schwerbehindertenausweises das richtige Ausfüllen des Antrags und dessen Einreichung bei der zuständigen Behörde erforderliche Maßnahmen zur Verlängerung des Schwerbehindertenausweises die Berücksichtigung später auftretender Beeinträchtigungen die verschiedenen Merkzeichen auf dem Schwerbehindertenausweis Neben ausführlichen Informationen erhalten Sie hier auch hilfreiche Tipps , die Ihnen die Beantragung des Schwerbehindertenausweises erleichtern. Wofür kann der Schwerbehindertenausweis genutzt werden? Der Schwerbehindertenausweis ist – ebenso wie beispielsweise der Personalausweis – ein amtliches Dokument und stellt die offizielle Anerkennung einer Schwerbehinderung dar. Dennoch steht es berechtigten Personen völlig frei, den Schwerbehindertenausweis zu beantragen, es besteht keine Pflicht. Angesichts der nennenswerten Vorteile durch den Schwerbehindertenausweisist die Antragstellung aber durchaus lohnenswert: Schwerbehinderte Arbeitnehmer genießen einen besonderen Kündigungsschutz , erhalten unter gewissen Voraussetzungen zusätzliche Urlaubstage und können früher in Rente gehen. Zum Ausgleich außergewöhnlicher Belastungen , die aufgrund der Behinderung entstehen, kann der Betroffene Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen. Je nach Art der Behinderung ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (ÖPNV) am Wohnort kostenlos oder deutlich ermäßigt . Für Fernreisen mit der Bahn gelten Sondertarife. Der Eintritt für verschiedene Kulturveranstaltungen (Kino, Theater, Museen, Sehenswürdigkeiten) ist ermäßigt . Je nach Art und Grad der Behinderung werden Zuschüsse zum Erwerb des Führerscheins und eines Fahrzeugs gewährt bzw. die Kosten für eine behindertenbedingte Zusatzausstattung des PKW übernommen. Für bestimmte Personengruppen sind die Rundfunkgebühren ermäßigt . Welche Nachteilsausgleiche einer betroffenen Person im Einzelnen zustehen, hängt vom Grad der Behinderung und dem Merkzeichen auf dem Schwerbehindertenausweis ab. Nicht abgedeckt ist mit dem Schwerbehindertenausweis das Parken auf Behindertenparkplätzen . Dafür muss der „blaue Parkausweis“ bei der Straßenverkehrsbehörde der zuständigen Stadt- oder Kreisverwaltung beantragt werden. Antragsberechtigt sind nur Personen, die als „außergewöhnlich gehbehindert“ (Merkzeichen aG) oder „blind“ (Merkzeichen Bl) eingestuft werden. Diese Voraussetzungen müssen für die Bewilligung erfüllt werden Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis haben alle Personen, deren Grad der Behinderung ( GdB) 50 oder mehr beträgt. Außerdem muss man einen Wohnsitz in Deutschland haben oder in Deutschland arbeiten bzw. sich hier für gewöhnlich aufhalten. Überblick über die verschiedenen Grade der Behinderung Der Grad der Behinderung gibt an, wie stark eine Person von ihrer Behinderung beeinträchtigt ist. Der GdB wird in Zehnerschritten angegeben, der niedrigste Behinderungsgrad ist 20 , der höchste GdB ist 100 . Schwerbehindert gilt man ab einem GdB von 50 . Der Grad der Behinderung wird vom zuständigen Versorgungsamt festgelegt – gemäß gesetzlicher Vorgaben , die in der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) in der GdS-Tabelle (GdS = Grad der Schädigungen) in Teil B der Verordnung detailliert geregelt sind. Entgegen der oftmals vorherrschenden Annahme, dass nur eine körperliche Beeinträchtigung wie z.B. das Fehlen eines Körperteils oder eine Lähmung als Behinderung eingestuft wird, zählen auch geistige und psychische Beeinträchtigungen sowie schwere chronische Krankheiten wie beispielsweise Krebserkrankungen, Rheuma, Asthma oder Depressionen zu Behinderungen im gesetzlichen Sinne, sofern es dadurch zu dauerhaften Einschränkungen – von mindestens sechs Monaten – kommt. Die GdS-Tabelle enthält mehrere hundert Einzelpositionen und ist nach betroffenen Körperteilen bzw. Erkrankungen gegliedert. Als ersten Anhaltspunkt für Sie hier einige Beispiele: Art der körperlichen / geistigen / psychischen Behinderung GdB / GdS Schwere Migräne 50 - 60 Parkinson-Syndrom mit deutlichen Störungen von Bewegungsabläufen und Gleichgewicht 50 - 70 Diabetes mellitus (notwendige Insulintherapie von mind. 4 Insulingaben täglich) 50 Bronchialasthma mittleren Grades bei Kindern 50 - 70 Arterielle Verschlusserkrankungen (je nach Schweregrad) 50 - 100 Akute Leukämie (bis zur Beendigung der Intensivtherapie) 100 Verlust beider Unterschenkel 80 Versteifung beider Kniegelenke 80 Schwere Neurosen 50 - 70 Sinnvoll ist, sich vor der Einstufung des Behindertengrades beraten zu lassen, um ggfs. einen höheren GdB zu erhalten. Entsprechende Beratungen bieten die EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) sowie Caritas , Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Sozialverband VdK . Wichtige Schritte zur amtlichen Anerkennung der Schwerbehinderung Bevor man seinen Schwerbehindertenausweis beantragen kann, muss ein Antrag auf die Feststellung des Behinderungsgrades gestellt werden. Die Antragstellung hat beim zuständigen Versorgungsamt bzw. der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu erfolgen. Damit das Amt den Grad der Behinderung richtig einstufen kann, ist es notwendig, alle relevanten Unterlagen einzureichen und den behandelnden Arzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden. Zuerst müssen Sie Ihren Arzt von der Schweigepflicht entbinden Um der für Ihren Antrag zuständigen Behörde Nachfragen an den Hausarzt und/oder ggfs. behandelnde Fachärzte zu ermöglichen, müssen Sie die Mediziner vorab von der ärztlichen Schweigepflicht befreien. Das muss in schriftlicher Form erfolgen. In der Regel liegt den Antragsformularen des Versorgungsamtes ein entsprechender Vordruck bei. Um Verzögerungen bei der Bearbeitung des Antrags zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Arzt vorab über die Antragstellung und Entbindung der Schweigepflicht zu informieren . Auf die Kontaktaufnahme des Amtes und ggfs. die Anforderung aktueller Befunde wird dann erfahrungsgemäß schneller reagiert. Stellen Sie alle wichtigen Dokumente zusammen Dem Antrag auf die Feststellung des Behinderungsgrades sind verschiedene Unterlagen beizufügen. Dazu zählen – abhängig vom jeweiligen Einzelfall – unter anderem: medizinische Unterlagen von Ärzten und Kliniken : Befunde und Gutachten der behandelnden Ärzte (mit Behandlungszeitraum, Name und Adresse von Arzt oder Einrichtung), Bescheinigungen von Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten (z. B. Entlassungsberichte), EKG- und Laborberichte o.ä. bereits erstellte amtliche Gutachten (z. B. von Krankenversicherung und Pflegekasse, Bezirksamt, Rententräger, Agentur für Arbeit, etc.) Anerkennungsbescheide von Berufskrankheiten, Arbeitsunfällen oder einer Kriegsdienst-, Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung (ausgestellt z. B. von der Berufsgenossenschaft, Versorgungsamt, Unfallversicherung etc.) Informationen über bereits gestellte Anträge bei verschiedenen sozialen Leistungsträgern (mit Angabe des Namens der jeweiligen Behörde, Geschäftszeichen vom Antrag, usw.) ggfs. Name und Adresse von besuchten Sonder- oder Förderschulen sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderungen Bitte bedenken Sie bei der Zusammenstellung der Dokumente, dass das Versorgungsamt seine Entscheidung auf Basis der vorliegenden Informationen trifft – es findet keine eigene Gesundheitsuntersuchung statt. Umso wichtiger ist es, alle notwendigen Unterlagen einzureichen. Etwaige Nachfragen wegen fehlender Dokumente können zudem die Bearbeitung des Antrags wesentlich verzögern . So finden Sie das für Sie zuständige Versorgungsamt Je nach Bundesland unterscheidet sich der Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis. Auf einfach-teilhaben.de , einem offiziellen Informationsportal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BAMS), finden Sie die relevanten Formulare für jedes Bundesland zum Download – sowohl für den Erstantrag wie auch für den Neufeststellungsantrag . Die Antragsformulare oder ein zusätzliches Merkblatt enthalten auch die notwendigen Informationen, an welches Versorgungsamt bzw. sonstige Behörde der Antrag zu übermitteln ist. Alternativ können Sie den Schwerbehindertenausweis auch auf dem offiziellen Portal des Sozialministeriums Ihres Bundeslandes beantragen bzw. das Antragsformular herunterladen. Den Antrag für den Schwerbehindertenausweis richtig ausfüllen und einreichen Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden, ist es wichtig, den Antrag für den Schwerbehindertenausweis in der zulässigen Form einzureichen und das entsprechende Formular komplett auszufüllen . Die Form des Antrags Der Antrag für den Schwerbehindertenausweis wird mittlerweile von den zuständigen Behörden aller 16 Bundesländer online zum kostenlosen Download bereitgestellt. Zudem besteht die Möglichkeit, den Antrag telefonisch bzw. postalisch anzufordern oder persönlich abzuholen. Kann der Antrag online eingereicht werden, sind die notwendigen Unterlagen (Arztberichte, Gutachten etc.) in eingescannter Form als Anhang beizufügen. Alternativ kann die Antragstellung auch auf postalischem Wege erfolgen. Hilfe beim Ausfüllen der einzelnen Formulare Bei der Antragstellung ist auf folgende Punkte zu achten: Der Antrag muss vollständig und – falls handschriftlich – gut leserlich ausgefüllt werden. Bei den Angaben zu vorliegenden Gesundheitsstörungen sind nicht nur Grunderkrankungen anzugeben, sondern alle Beeinträchtigungen (z.B. Sehfehler oder Schwerhörigkeit). Das Amt kann nur auf Basis der vorgelegten Informationen entscheiden. Was nicht explizit angegeben wird, kann nicht berücksichtigt werden. Typische Alterserscheinungen oder vorübergehende Krankheiten, deren Dauer voraussichtlich weniger als sechs Monate beträgt, werden nicht angegeben. Das gilt auch für zu erwartende Einschränkungen in der Zukunft. Es ist nicht notwendig , exakte medizinische Fachbegriffe zu verwenden. Es genügt eine kurze Beschreibung der Einschränkung in eigenen Worten. Unsicher sind Antragsteller zuweilen, wenn es darum geht, ab wann die Schwerbehinderteneigenschaft festgestellt werden soll. In der Regel ist hier die Auswahl „ab Antragstellung“ zu wählen. Eine rückwirkende Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft ist hingegen sinnvoll, wenn z.B. Steuerfreibeträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung angesetzt werden sollen. Wird der Antrag nicht online gestellt sondern mit der Post verschickt, sind nur Kopien der relevanten Dokumente mitzusenden. Dem Antrag ist ein aktuelles Lichtbild für die Ausstellung des Ausweises beizufügen. Es empfiehlt sich, eine Kopie des gesamten Antrags für die eigenen Unterlagen zu erstellen , um auf etwaige Rückfragen reagieren zu können. In einigen Bundesländern liegt dem Formular auch eine Ausfüllhilfe in Form eines Musterantrags bei. Zudem sind beim Ausfüllen des Antragsformulars auch die o.g. Beratungsstellen behilflich – entweder direkt vor Ort , telefonisch oder online . Wie viel kostet die Beantragung des Schwerbehindertenausweises? Der Antrag eines Schwerbehindertenausweises ist in allen Bundesländern kostenlos . Da es sich um einen Lichtbildausweis handelt, muss für die Ausstellung lediglich ein aktuelles Passfoto bereitgestellt werden. Nutzen Sie eine Vollmacht, wenn Sie den Antrag nicht selbst stellen können Antragsteller können sich während des gesamten Verfahrens von einem Bevollmächtigten vertreten lassen. In diesem Fall muss sich die zuständige Behörde in allen Belangen an die bevollmächtigte Person wenden. Die Vollmacht muss in schriftlicher Form erfolgen, der eine Kopie der Betreuungsurkunde beizufügen ist. Eine uneingeschränkte Vollmacht berechtigt den Bevollmächtigten, alle Handlungen im Verfahren (z.B. Einlegen eines Widerspruchs) zu führen. Soll die Vollmacht nur für die Antragstellung gelten, muss das in der schriftlichen Vollmacht entsprechend vermerkt werden. Bei Jugendlichen unter 15 Jahren ist der Antrag auf den Schwerbehindertenausweis ohnehin von beiden Elternteilen bzw. Erziehungsberechtigten zu unterschreiben. Wie lange dauert es vom Antrag bis zur Bewilligung des Ausweises? Ein wenig Geduld muss man mitbringen, wenn man einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Angesichts der Tatsache, dass von den zuständigen Behörden in jedem Bundesland jährlich mehrere zehntausend Erstanträge, Verlängerungs- und Neufeststellungsanträge zu bearbeiten sind, ist eine Bewilligungsdauer zwischen drei und sechs Monaten realistisch. Von Nachfragen beim Amt ist abzusehen: Dadurch wird der Antrag nicht schneller bewilligt, zumal sich die Bearbeitung teilweise auch deshalb verzögert, weil Dokumente fehlen oder angeforderte Befunde auf sich warten lassen. Theoretisch besteht sechs Monate nach Antragstellung die Möglichkeit einer Klage beim Sozialgericht. In diesem Fall ist die Behörde zu einer Entscheidung verpflichtet, die dann auf Basis der vorliegenden Informationen getroffen werden muss. Fehlt jedoch z.B. ein aktueller Arztbericht, kann das eventuell die Feststellung eines niedrigeren Grades der Behinderung bedeuten und sich somit für den Antragsteller nachteilig auswirken. Der Schwerbehindertenausweis muss regelmäßig verlängert werden Der Schwerbehindertenausweis ist in der Regel maximal fünf Jahre gültig . Er wird von der zuständigen Behörde allenfalls in denjenigen Fällen für eine unbegrenzte Zeit ausgestellt, in denen keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes und des Grades der Behinderung zu erwarten ist. Man sollte also rechtzeitig daran denken, den Schwerbehindertenausweis verlängern zu lassen – möglichst mindestens drei Monate vor Ablauf der Bewilligungszeitraums. Sofern keine Änderungen des Gesundheitszustandes eingetreten sind, kann die Verlängerung bei der zuständigen Behörde in der Regel formlos beantragt werden. Der Ausweis im Scheckkartenformat, der seit 2015 ausgestellt wird, ist nicht verlängerbar; die Behörde erstellt deshalb einen komplett neuen Schwerbehindertenausweis, für den ein neues Passbild benötigt wird. Wie kann die Berücksichtigung später auftretender Beeinträchtigungen beantragt werden? Bei einer wesentlichen Änderung des gesundheitlichen Zustands – sowohl einer Verbesserung als auch einer Verschlechterung – besteht die Pflicht , das zuständige Amt davon in Kenntnis zu setzen. GdB und Merkzeichen werden dann gegebenenfalls angepasst . Hat sich der Gesundheitszustand merklich verschlechtert, kann – sofern die neu aufgetretenen Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen – ein sogenannter Neufeststellungsantrag gestellt werden. Er wird zuweilen auch als Verschlechterungsantrag oder Verschlimmerungsantrag bezeichnet. Zur Begründung des Änderungsantrags sind aktuelle Befunde und Gutachten einzureichen, aus denen klar hervorgeht, welche neuen Einschränkungen sich ergeben haben. Da der Neufeststellungsantrag mit einem gewissen Aufwand einhergeht, lohnt sich das Prozedere nur, wenn eine Erhöhung des Behinderungsgrades und zusätzliche Vorteile durch neue Merkzeichen zu erwarten sind. Man sollte sich daher vorab mit dem behandelnden Arzt besprechen oder sich bei oben genannten Stellen (z.B. EUTB oder VdK) beraten lassen. Zu bedenken ist bei der Antragstellung, dass auch – z.B. aufgrund von Änderungen der Bewertungsrichtlinien – das Risiko einer Herabsetzung besteht. Menschen mit einem GdB von 50, die kurz vor der Rente stehen, wird deshalb häufig von einem Neufeststellungsantrag abgeraten, um das Recht auf eine vorzeitige Altersrente nicht zu gefährden. Die Bedeutung der Zeichen auf dem Schwerbehindertenausweis Wie bereits erläutert, handelt es sich beim Schwerbehindertenausweis um eine Plastikkarte im Scheckkartenformat . Der Schwerbehindertenausweis ist grün . Personen, die unentgeltlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen, erhalten einen grünen Ausweis, der zur Hälfte orange eingefärbt ist. Der Grad der Behinderung ist auf der Rückseite (rechts oben) vermerkt. Je nach Art der Behinderung befinden sich auf der Vorderseite des Schwerbehindertenausweises verschiedene Merkzeichen – sie stehen für bestimmte gesundheitliche Merkmale und entsprechende Ausgleiche: Merkzeichen G = Die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ist erheblich eingeschränkt . Als Nachteilsausgleich erhält diese Personengruppe eine Ermäßigung bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und der Kfz-Steuer . Merkzeichen aG = Außergewöhnliche Gehbehinderung. Diese Personen können einen EU-Parkausweis beantragen, der zum Parken auf Behindertenparkplätzen berechtigt. Sie sind von der Kfz-Steuer befreit und fahren ermäßigt im ÖPNV . Merkzeichen H = Hilflos. Das Merkzeichen erhalten Menschen, die bei alltäglichen Verrichtungen dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen sind. Zu den Nachteilsausgleichen gehören die kostenlose Nutzung des ÖPNV , Kfz-Steuerbefreiung und ein Steuerfreibetrag von 7.400 Euro jährlich aufgrund außergewöhnlicher Belastungen. Merkzeichen B = Betroffene sind zur Mitnahme einer Begleitperson berechtigt, z.B. im öffentlichen Nahverkehr oder bei kulturellen Veranstaltungen. Der Schwerbehindertenausweis B bedeutet jedoch nicht, dass eine Begleitperson Pflicht ist. Merkzeichen Bl = Blind, die Sehkraft auf dem besseren Auge beträgt weniger als 5 Prozent. Nachteilsausgleiche sind Kfz-Steuerbefreiung , Steuerfreibetrag von 7.400 Euro jährlich und kostenlose Beförderung mit dem ÖPNV. Merkzeichen TBl = Taubblind. Das Merkzeichen erhalten Menschen, die aufgrund einer Hörbehinderung einen GdB von mindestens 70 haben und zusätzlich von einen GdB von 100 aufgrund mangelnder Sehkraft. Merkzeichen Gl = Gehörlos (auf beiden Ohren oder beidseitige an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit mit schweren Sprachstörungen). Berechtigt zu ermäßigten Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln oder einer Ermäßigung der Kfz-Steuer . Beim Behördenbesuch ist Gebärdensprache zulässig. Merkzeichen RF = Ermäßigung der Rundfunk- und Telefongebühren . Dieser Anspruch besteht für Menschen, die blind sind oder deren Sehfähigkeit dauerhaft mindestens 60 Prozent eingeschränkt ist sowie für Gehörlose und Personen mit einem GdB von mindestens 80 , die deshalb nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können. Merkzeichen 1. Kl = Berechtigte dürfen in der deutschen Bahn mit einer Fahrkarte der 2. Klasse die 1. Klasse benutzen. ]]> </content> <updated>2022-01-10T13:15:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Vergünstigungen für Rentner</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/verguenstigungen-rentner</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/verguenstigungen-rentner"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Sie haben einen Rentenausweis bekommen? Dann können Sie verschiedene Vergünstigungen und Vorteilsangebote für Rentner erhalten. In diesem Pflegeratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte zu diesem Thema. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Freizeitaktivitäten Reisen Alltag Inanspruchnahme von Vergünstigungen Zusätzliche Rabatte mit einem Schwerbehindertenausweis &amp;nbsp; Haben Sie kürzlich Ihren Rentenausweis erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Dieser Ausweis wird Sie durch den neuen Lebensabschnitt begleiten und bietet vielerorts Zugang zu attraktiven Vergünstigungen. Die Vorteilsangebote für Rentner sind weit gestreut: In der Bahn &amp;amp; im öffentlichen Nahverkehr gibt es verschiedene Rentner-Tickets und andere Vergünstigungen. Kultureinrichtungen wie Theater, Kinos und Museen gewähren oft Rabatte für Senioren. Sport, Fitness und Wellness-Anbieter haben auch oft spezielle Seniorenangebote. Reiseagenturen bieten ebenfalls häufig Ermäßigungen auf Ausflüge und Unterkünfte. Im folgenden Text werden wir diese und noch weitere Vergünstigungen für Rentner ausführlich vorstellen. Dazu muss allerdings gesagt werden: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf niedrigere Preise, die Entscheidung darüber obliegt stets dem jeweiligen Anbieter. Doch freundlich fragen kostet nichts und daher lohnt es, den Rentenausweis immer bei sich zu haben, um keines der günstigen Angebote zu verpassen! Besonders für Freizeitaktivitäten bietet der Rentenausweis attraktive Vergünstigungen Die aktive Freizeitgestaltung wird im Ruhestand zu Recht groß geschrieben – und das unterstützen auch viele Anbieter mit attraktiven Rabatten für Rentner. Vor allem in öffentlichen Einrichtungen können Sie aus einem breiten Spektrum an Angeboten wählen: Bibliotheken Zoos Schwimmbäder Museen Volkshochschulen Kunst- und Kultureinrichtungen Doch das ist längst nicht alles: Auch viele Vereine wie Sport-, Angel-, Garten- oder Kulturvereine heißen Rentner mit ermäßigten Mitgliedsbeiträgen und günstigen Aufnahmegebühren willkommen. Schließlich wird die Vereinstätigkeit häufig von Rentnern intensiv gestützt. Auch private Anbieter bieten oft Rabatte für Rentner und/oder spezielle Angebote zu bestimmten Tageszeiten. So werden bspw. Termine am Vormittag günstiger vergeben, die von Berufstätigen nicht genutzt werden können. Ob in Freizeitparks, Kinos oder Konzerten, in der Sauna oder im Fitnessstudio – Sie werden sicherlich fündig. Günstiger Reisen mit Rabattvorteilen für Senioren Mobil bis ins hohe Alter – diesen Traum haben sicherlich viele, die einen Rentenausweis frisch zugeschickt bekommen haben. Jetzt haben Sie endlich genügend Zeit, Bekannte und Freunde zu besuchen, Ausflüge mit den Enkeln zu unternehmen und sich noch vieles von der Welt anzusehen. Auch hier locken attraktive Angebote für Rentner: öffentlicher Nahverkehr: In praktisch allen großen Städten gibt es Vergünstigungen für Senioren im ÖPNV. Ob Monats- oder Jahreskarten für die Heimatstadt oder Einzeltickets für Tagesausflüge – es lohnt, nach speziellen Tarifen zu schauen. Selbst bei der Schifffahrt gibt es häufig Ermäßigungen oder spezielle Seniorentage. Bahn-, Bus- und Flugreisen : Ob ICE oder Regionalexpress – mit der Deutschen Bahn sind Sie deutschlandweit mobil. Dank der Vergünstigungen für Rentner bei der Bahn kommen Sie zudem besonders günstig ans Ziel, so profitieren Reisende ab 65 Jahren vom Super Sparpreis Senioren . Wer häufig die Bahn nutzen möchte, kann auf die Senioren Bahncard 25 oder 50 zurückgreifen, mit der man ein Jahr lang 25 bzw. 50 % Rabatt erhält, sogar auf die Super Sparpreise. Ein weiterer Vorteil: Enkelkinder bis 14 Jahren fahren kostenlos mit ihren Großeltern! Pauschalreisen speziell für Rentner: Vor allem in der Nebensaison bieten viele Anbieter attraktive Rabatte für Senioren. Zudem wenden sich Agenturen wie SKAN-Club 60 plus sowie Angebote von Caritas, DRK oder AWO direkt an Rentner. Hotels: Auch viele Unterkünfte werben mit speziellen Angeboten um Senioren. Oft sind die Ermäßigungen mit Wellness- und Aktivurlaub-Angeboten verknüpft, die speziell auf die Bedürfnisse von Rentnern zugeschnitten sind. Viele dieser Rabatte gelten im In- wie im Ausland . Ihr Rentenausweis wird grundsätzlich in allen EU-Ländern anerkannt. Aber auch in Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz oder Norwegen erhalten Sie damit oft Zugang zu attraktiven Vergünstigungen. Erkundigen Sie sich am besten vor Ort oder vorab in den jeweiligen Botschaften oder im Internet. Auch im Alltag können Rentner an vielen Orten sparen Mit dem Eintritt ins Rentenalter gilt es den Alltag neu zu ordnen – und auch hier bietet der Rentenausweis viele kleine Vergünstigungen: Zeitungsabonnement: Für pensionierte Zeitungsleser gibt es bei den Verlagen oft Vorteilsabosfür Rentner. Seniorenteller im Restaurant : Wer gern gepflegt essen geht, die großen Portionen aber oft nicht schafft, sollte nach Seniorentellern fragen – viele Gaststätten bieten etwas kleinere Portionen zu günstigen Preisen. Konto &amp;amp; Geldanlage: Manche Banken bieten auch Girokonten oder Geldanlagen für Rentner zu besonders günstigen Konditionen; hier sollten Sie jedoch stets die Angebote genau prüfen und auch das Kleingedruckte lesen! Wer nur über eine kleine Rente verfügt oder bei wem eine anerkannte Schwerbehinderung vorliegt, kann zudem folgende Vergünstigungen beantragen bzw. anmelden: GEZ – eine Befreiung von den Rundfunkgebühren Krankenkasse – Befreiung von Zuzahlungen auf Medikamente und Therapien Auch im Steuerrecht gibt es einige Vergünstigungen für Rentner, so zum Beispiel Steuerrabatte für haushaltsnahe Dienstleistungen für Senioren in Residenzen oder Altenwohnheimen. Beachten Sie dies bei der Anfertigung Ihrer Steuererklärung. Für die Inanspruchnahme von Vergünstigungen ist ein Rentenausweis nötig Auch bei Vergünstigungen für Rentner gilt: Man sieht Ihnen Ihr Alter bzw. Ihren Rentnerstatus nicht unbedingt an! Daher sollten Sie zum Nachweis an der Kasse stets Ihren Rentenausweis parat halten . Der Ausweis hat das Format einer Scheckkarte und passt bequem in jedes Portemonnaie. Haben Sie noch keinen Rentenausweis erhalten? In diesem Text erfahren Sie, wann und wo Sie Ihren Rentenausweises bekommen: Rentenausweis beantragen Zusätzliche Rabatte gibt es mit einem Schwerbehindertenausweis Senioren mit einer anerkannten Schwerbehinderung können zusätzlich besondere Vergünstigungen für Rentner mit Schwerbehinderung erhalten. Dazu benötigen Sie neben Ihrem Rentenausweis auch den Schwerbehindertenausweis. Wie Sie einen solchen Ausweis beantragen und welche Möglichkeiten er Ihnen im Alltag bietet, erfahren Sie in unserem Beitrag “Schwerbehinderung und Rente” . ]]> </content> <updated>2021-12-12T17:30:00+01:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Schwerbehinderung und Rente</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/rente-schwerbehinderung</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/rente-schwerbehinderung"/> <summary type="html"> <![CDATA[ In diesem Pflegeratgeber lesen Sie alles Wissenswerte zur Rente bei Schwerbehinderung. Sie erfahren alles zu Voraussetzungen,, Antragstellung und anderen Themen rund um Schwerbehinderung und Rente. ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Voraussetzungen für die Schwerbehindertenrente Tipps zur Antragsstellung Aufhebung der Schwerbehinderung während des Rentenbezugs Nachteilsausgleiche bei Bezug einer Schwerbehindertenrente &amp;nbsp; Eine Schwerbehinderung beeinträchtigt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – nicht zuletzt auch im beruflichen Bereich. Da viele Menschen mit Schwerbehinderung nicht bis zum Erreichen des regulären Rentenalters arbeiten können, hat der Gesetzgeber hier eine Sonderregelung geschaffen: die Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Um besser zu verstehen, ob und wann eine solche Schwerbehindertenrente beantragt werden kann, möchten wir zunächst einige Grundbegriffe klären: Schwerbehinderung : Laut Sozialgesetzbuch (§2 SGB IX) besteht eine Behinderung, wenn körperliche Funktionen, die geistigen Fähigkeiten und/oder die seelische Gesundheit längerfristig eingeschränkt ist. Bei einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 und mehr spricht man von einer Schwerbehinderung. Schwerbehindertenrente: Von einer Schwerbehinderung betroffene Personen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, vor dem regulären Rentenalter in Rente gehen, ohne die sonst üblichen Abschläge bei einer Frühverrentung in Kauf nehmen zu müssen. Schwerbehindertenausweis: Personen, bei denen eine Schwerbehinderung festgestellt ist, können einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Dieser dient als Nachweis für die Inanspruchnahme verschiedener Nachteilsausgleiche. &amp;nbsp; Voraussetzungen für den Bezug einer Schwerbehindertenrente Den Antrag auf eine Rente mit Schwerbehinderung können Sie stellen: wenn Sie mindestens 35 Jahre rentenversichert waren – als Angestellter, Selbstständiger oder freiwilliger Beitragszahler sowie während des Bezugs von Krankengeld oder Arbeitslosengeld; Zusätzlich berücksichtigt werden Zeiten für Ausbildung und Studium, Kindererziehung und häusliche Pflege, Rentensplitting u.v.m. wenn eine Schwerbehinderung vorliegt – also wenn ein GdB von 50 oder mehr festgestellt wurde. Anhand welcher Kriterien der Grad der Behinderung bemessen wird, erfahren Sie hier: Schwerbehindertenausweis beantragen. wenn Sie die Altersgrenze erreicht haben – Hier ist das Geburtsdatum entscheidend, die genaue Staffelung finden Sie in § 236a SGB VI . &amp;nbsp; Zählen Sie zu den Geburtsjahrgängen 1952-1957, dann können Sie mit der Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre auf dem Rentenkonto) möglicherweise schon 1-6 Monate früher in Rente gehen, als bei der Schwerbehindertenrente möglich wäre. Was gibt es bei der Antragsstellung zu beachten? Die Schwerbehindertenrente wird nicht automatisch gewährt, sondern sie muss beantragt werden. Zur Antragstellung sind einzureichen: ausgefülltes Antragsformular – online oder auf Papier allgemeine Nachweise über Ausbildungszeiten, Krankheiten und Arbeitslosigkeit sowie ggf. Geburtsurkunden der Kinder Schwerbehindertenausweis oder Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes zur Beantragung der Schwerbehindertenrente &amp;nbsp; Damit die erste Rentenzahlung pünktlich erfolgen kann, sollten Sie den Antrag 3 Monate vor dem Renteneintritt stellen – allerspätestens aber bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats, in dem Sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt haben . Bei Aufhebung der Schwerbehinderung während des Rentenbezugs bleibt der Anspruch bestehen Der Grad der Behinderung (GdB) kann sich im Laufe des Lebens verändern. Eine Herabstufung des GdB kann bspw. nach der sog. Heilungsbewährung bei schweren Erkrankungen wie Krebs erfolgen, wenn nach der Tumorbehandlung kein Rückfall auftritt. Auch bei Diabetes-Erkrankungen ist eine Herabstufung häufig, da diese früher grundsätzlich mit einem höheren GdB bewertet wurden als heute. Wenn der neue Feststellungsbescheid eine Herabstufung des GdB unter 50 ergibt und auch ein eventueller Widerspruch die Herabstufung nicht verhindern kann, verliert die betroffene Person ihren Schwerbehinderten-Status. Dabei gilt eine Schonfrist von 3 Kalendermonaten, d.h., nach dem neuen Feststellungsbescheid gilt der vorherige Status noch 3 Monate weiter. Beziehen Sie schon eine Schwerbehindertenrente, hat der Wegfall des Schwerbehinderten-Status keine Auswirkung auf den Rentenanspruch. Wenn Sie eine Schwerbehindertenrente gerade erst beantragt haben und der geplante Rentenbeginn innerhalb der Schonfrist von 3 Kalendermonaten liegt, haben Sie einen Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen. außerhalb der Schonfrist von 3 Kalendermonaten liegt, liegt kein Anspruch vor. Auf welche Nachteilsausgleiche hat man bei Bezug einer Schwerbehindertenrente Anspruch? Die Rente für Menschen mit Schwerbehinderung bietet zahlreiche Vorteile. Hier hat der Gesetzgeber einen Nachteilsausgleich geschaffen, der durch freiwillige Angebote öffentlicher und privater Institutionen ergänzt wird. Sie können rund zwei Jahre früher in Rente gehen – und zwar ohne Abschläge. Ein Renteneintritt mit Abschlägen ist noch früher möglich – für die Jahrgänge 1952-1957 nach Vollendung des 60. Lebensjahres und einer bestimmten Anzahl von Monaten (detaillierte Tabelle siehe § 236a SGB VI ). Sie profitieren von Steuererleichterungen durch den Behindertenpauschbetrag. Wenn der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag (9.408 Euro für Ledige bzw. 18.816 Euro für Ehepaare) übersteigt, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. In der Steuererklärung können Sie einen Behindertenpauschbetrag geltend machen, dessen Höhe sich am GdB orientiert: von 1.140 Euro bei GdB 50 bis zu 2.840 Euro bei GdB 100, für Blinde oder hilflose Behinderte sogar 7.400 Euro. Mit Schwerbehindertenausweis fahren Sie nahezu kostenlos im Nahverkehr. Für Menschen mit den Merkzeichen H, Bl und TBl ist die Beförderung grundsätzlich kostenlos, mit den Merkzeichen G, aG und Gl gilt eine Eigenbeteiligung (Wertmarke von 91 Euro pro Jahr). Als Autobesitzer mit Schwerbehindertenausweis zahlen Sie weniger KfZ-Steuer – mit den Merkzeichen G und Gl nur 50 %, mit den Merkzeichen aG, B und H können Sie sich komplett befreien lassen. Mit Rentenausweis und Schwerbehindertenausweis erhalten Sie zahlreiche Rabatte bei vielen Veranstaltungen, öffentlichen Einrichtungen wie Museen und Schwimmbädern etc. Mehr dazu in unserem Beitrag “ Rentenausweis beantragen ”. &amp;nbsp; Kurz gesagt: Ob GdB 50 oder 100 – wenn Sie eine Rente wegen Schwerbehinderung beziehen, lohnt es, sich über die einschlägigen gesetzlichen Regelungen wie auch über freiwillige Angebote anderer Einrichtungen zu informieren! ]]> </content> <updated>2021-10-22T12:15:00+02:00</updated> </entry> <entry> <title type="text">Rentenausweis beantragen</title> <id>https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/rentenausweis-beantragen</id> <link href="https://www.sanitaets-online.de/pflegeratgeber/rentenausweis-beantragen"/> <summary type="html"> <![CDATA[ Der Rentenausweis ist ein wichtiges Dokument, mit dem Sie den Rentenstatus nachweisen. Aber er bietet auch zahlreiche Vorzüge im Alltag. Wie Sie ihn erhalten, erfahren Sie in diesem Beitrag! ]]> </summary> <content type="html"> <![CDATA[ Antrag Vorteile Gültigkeit Angaben ändern Ausweisverlust &amp;nbsp; Der Rentenausweis dient als Nachweis für Ihren Rentenstatus und bietet zudem zahlreiche Vorteile im Alltag. Daher lohnt es, diesen stets im Portemonnaie bei sich zu tragen! Beantragen müssen Sie den Rentenausweis nicht, Sie bekommen ihn automatisch. Nutzen können Sie den Rentenausweis, um von günstigen Rentnerpreisen zu profitieren. Verlängern müssen Sie den Rentenausweis nicht, er ist lebenslang gültig. Verlieren Sie ihn, ist die Lösung kein Problem: Sie können den Rentenausweis bei Bedarf neu ausstellen lassen. Im folgenden Text erfahren Sie alles, was Sie über den Rentenausweis und dessen Nutzung im In- und Ausland wissen müssen! Kein Antrag nötig: Der Rentenausweis wird automatisch versendet Beantragen müssen Sie Ihren Rentenausweis nicht – er wird Ihnen mit dem Begrüßungsschreiben der Rentenversicherung zugesandt . Wer noch kein Muster eines Rentenausweises gesehen hat, fragt sich oft: Wie sieht so ein Rentenausweis aus? Hier die Merkmale: Scheckkartenformat weißes, laminiertes Papier – Sie brauchen den Rentenausweis also nicht extra zu laminieren! Logo der Deutschen Rentenversicherung Aufschrift “Rentenausweis” in Deutsch, Englisch &amp;amp; Französisch Vor- und Nachname, Geburtsdatum und Versicherungsnummer Der Ausweis ist auch als barrierefreie Version erhältlich Der Rentenausweis ist bewusst barrierearm gestaltet: mit kontrastreicher Schrift auf weißem Grund . Menschen mit Sehbehinderung können einen Rentenausweis aus Kunststoff mit Brailleschrift (rechts oben eingeprägtes Kürzel “RA”)erhalten. Die Vorteile des Rentenausweises: Viele Rabatte und Vergünstigungen Der Rentenausweis dient als Nachweis für den Rentenbezug. Der wichtigste Vorteil des Rentenausweises ist der Zugang zu Vergünstigungen bei: Fahrkarten im ÖPNV, Eintrittskarten für Museen, Theater und weitere Kultureinrichtungen sowie bei Mitgliedsbeiträgen in Vereinen. &amp;nbsp; Wofür Sie Ihren Rentenausweis noch nutzen können, erfahren Sie hier: “Vergünstigungen für Rentner” Auch innerhalb der EU kann der Rentenausweis genutzt werden Der Ausweis der Deutschen Rentenversicherungwird grundsätzlich in allen EU-Ländern anerkannt . Auch in weiteren europäischen Ländern wie bspw. in der Schweiz, in Norwegen oder Island erhalten Sie mit dem deutschen Rentenausweis zahlreiche Vergünstigungen. Unbegrenzte Gültigkeit Der Rentenausweis ist lebenslang gültig und muss nicht verlängert werden . Bei einer Veränderung des Rentenbescheids wird Ihres automatisch ein neuer Ausweis zugesandt. Sie müssen also auch bei Rentenanpassungen – bspw. beim Bezug von Witwenrente – keinen neuen Rentenausweis beantragen. Was tun bei veralteten oder falschen Angaben auf dem Ausweis? Wenn Ihr Rentenausweis falsche oder veraltete Angaben enthält, sollten Sie die Rentenversicherung kontaktieren, um dies korrigieren zu lassen. So kommen Sie bei Verlust an einen Ersatzausweis Wenn er Rentenausweis verloren geht oder stark beschädigt wird, können Sie die Neuausstellung bei Ihrem Rentenversicherungsträger bzw. bei der Deutschen Post AG (Rentenservice) beantragen . Eine Gebühr wird nicht erhoben, Sie sollten jedoch mit einigen Wochen Wartezeit rechnen. ]]> </content> <updated>2021-09-16T00:00:00+02:00</updated> </entry> </feed> 